Gleitschirmfliegen in Südafrika
Text und Fotos: Dirk Schröder
Hektik kommt am Startplatz auf. Noch eine Viertelstunde „until the window closes“ ertönt es aus dem Megaphon. Der Wind hat auf Süd gedreht, das bedeutet nun Rampenstart oberhalb des Sees. Im Laufschritt kommen die ersten Piloten vom Nordstartplatz herüber, reißen im Eiltempo ihre Schirme auf, die Sekunden später wieder zusammenfallen und den nächsten Starter darin einhüllen. Unter lautem Fluchen werden die Leinen entflochten und Schuldzuweisungen ausgetauscht.

Zwischenzeitlich
versuchen andere Piloten neben der Rampe ihr Glück und riskieren dabei
Kopf und Kragen. Wer es noch kurz vor Toresschluß geschafft hat, geht
auf Strecke. Die Aufgabe heute lautet Wendepunkt nach 11 Kilometern
im Osten, zurück zum Startplatz und weiter bis zum Ort Brits im Norden
des Fluggebiets. In Südafrika wird in Hartbeespoort, dem Hausberg von
Pretoria, die nationale Meisterschaft ausgetragen. Zehn Tage lang sammeln
die Piloten aus allen Teilen des Landes Punkte für die Gesamtwertung.
„Eigentlich ist
dies ein super Fluggebiet“ klärt mich Paul auf, „nur wenn die Meisterschaften
sind, dann spielt das Wetter fast immer verrückt“. Jetzt, wo das Startfenster
geschlossen ist, kehrt wieder Ruhe ein.

Paul hat von dem Besucher aus Deutschland erfahren und mich gleich auf Schwitzerdütsch angesprochen. Er lebt schon seit vielen Jahren in Durban, der drittgrößten Stadt Südafrikas und kann sich gar nicht vorstellen wieder in die Schweiz zurück zu gehen. „Auch wenn die Auftragslage in meinem Job seit einigen Jahren schlechter geworden ist“ ergänzt er mit gedämpfter Stimme „so gut wie hier kann ich es mir dort nicht einrichten.“
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