Streit gibt´s allerdings regelmäßig, meist wegen der Gastspieler, die einen Tip zum anderen "schönsten Golfplatz" haben möchten. Dainfern raten da die einen und schwärmen von dem Fairway, der über den Jukskei River in Johannesburg gespielt werden muß. Unsinn, mischen sich andere ein. Der Roodeport Golf Club mit seinen sage und schreibe 70 Bunkern ist die Herausforderung schlechthin. Aber "The Must" sei doch The Royal Port Alfred Golf Course, will der Besucher sein Wissen aus dem "Top Sport Guide of Golf" bestätigt sehen. "Na ja", meinen die Kenner der Szene, "auch der. Aber das einzigartige gediegen-elegante Ambiente des Fancourt Country Club bei George ist doch noch besser oder die Anlage des Champagne Castle Club in den Drakensbergen oder der..." Wobei die Qualifikation "besser" nur subjektiv gemeint sein kann, das geben die Golfer auch zu. Denn heute möchte man lieber zwischen uralten, schattigen Baumriesen hindurch spielen (Royal Johannesburg Golf Club), nächstes Wochenende jedoch eher nicht so beschaulich, sondern im Selbourne Park Club, wo selbst gewiefteste Spieler oftmals tief in die Trickkiste greifen müssen, um die raffinierten Wasserhindernisse in den Fairways unbeschadet überstehen zu können. "Apropos Wasserhindernisse", wirft der eine Golfspieler da ein, "da erinnere ich mich an eine Pechsträhne, die ich auf dem Lost City Golf Course in Sun City einmal hatte. Wo ich doch jedesmal den Ball im Krokodilpool aufgeben mußte." "Ha,ha" fallen die anderen Spieler lachend ein, "bei den Viechern darin empfiehlt sich aber auch nicht, den Ball dort hinausschlagen zu wollen."
Glücklich die Südafrikaner, hört man so manchen heimischen Golfspieler neidvoll stöhnen, zumal die Entfernungen im Land am Kap, und sei es von der Kalahari Wüste zur Küste, für wenig Geld im kleinen Sportflieger schnell und mühelos zurückgelegt werden können.

Man könnte also von einem Golfplatz zum anderen "hüpfen". Kann man, denn Südafrikas Golfplätze stehen, wie schon gesagt, allen und auch Anfängern offen. Und zu erschwinglich niedrigen Greenfees außerdem. Einzige Bedingung sind die eiserne Einhaltung der Clubregeln - man spielt schließlich ein englisches Spiel, und mit diesem Attribut wird selbst in Südafrika nicht gescherzt. Also bitte: Beim Bezahlen der Caddies sich unbedingt an die clubinternen Vorgaben halten. Auch wenn die Jungs noch so viel Ahnung vom Platz und vom Spiel haben, nicht noch ein paar Rand dazulegen, das schürt den Neid in deren Clique. Und das ist im höchsten Maße unfair! Für die Herren gilt die Vorschrift zu den Golfshorts Kniestrümpfe tragen zu müssen - das ist so. Außerdem muß nach dem 9. Loch - und auch da gibt es kein Pardon - ein Drink im Clubhaus genommen werden, selbst wenn danach noch weitere neun Löcher zu spielen sind. Doch wird man sich damit ja wohl arrangieren können!
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