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Doch nun sitze ich am Startplatz oberhalb Bulwer und genieße die endlose Weite der welligen Landschaft Natales, wo mir auf der kurvigen Straße die schwarzen Frauen mit Wasserkrügen auf dem Kopf entgegen kamen und die Kinder aus allen Himmelsrichtungen zu mir strömten, als ich anhalten mußte um mich auf der Karte zu orientieren.

Suedafrika

Etwas verwundert frage ich Hans aus, warum gerade Bulwer die Nummer eins der Fluggebiete in Südafrika ist. “Das liegt daran, daß wir hier die meisten Flugtage im Jahr haben. Hier kann man fast jeden Tag fliegen, entweder thermisch oder dynamisch soaren.“ „Was ist denn die beste Flugsaison“? wollte ich von dem Experten wissen. „Das ist der Frühling, der hier von Ende August bis Oktober dauert. Da sind Startüberhöhungen von 2000 m fast schon die Regel. Der Rekord liegt bei 3250 m, also 4770 m über NN“. Da staune ich nicht schlecht. „Doch jetzt ist Sommer, ist es dann stabil?“ Frage ich ihn weiter aus. „Im Sommer ist es ähnlich, doch wir bekommen öfters Gewitter und Regen am Nachmittag. Der Winter (Juni-August) beschert uns schmale Thermik, dann kommt man gerade mal 500-800 m hoch“. „Bulwer ist auch gut für Meisterschaften und kurze Streckenflüge“. „Apropos Streckenflüge“ unterbreche ich ihn. „Was ist denn die größte Distanz, die von hier geflogen wurde?“ „70 Kilometer, wobei 20-30 km leicht zu schaffen sind.“ kommt die knappe Antwort. Hans freut sich, mal wieder Deutsch zu sprechen. Er war einige Monate zum Fliegen in den Alpen, vorwiegend in der Schweiz. „Wir können hier bei fast jeder Windrichtung fliegen. Außer bei West, dann gibt es aber einen Startplatz 15 km entfernt“. Abrupt unterbrach Hans unser Gespräch und griff zum Funkgerät. Über uns setzte seine Schülerin aus Schweden zur Toplandung an und brauchte offensichtlich etwas Hilfe ...

Auch wenn man in Bulwer fast jeden Tag fliegen kann und das bis hinauf auf 3000 m NN, soll noch etwas Zeit für Ausflüge in die Nahumgebung des schwarzen Kontinents bleiben. So ziehe ich es vor, an einem wolkenverhangenen Vormittag auf den Sanipaß zu fahren. Eine abenteuerliche Paßstraße, die in die höchsten Regionen der Drakensberge im kleinen Königreich Lesotho führt. Hier scheint die Welt stehengeblieben zu sein. Junge Schafhirten kommen aus dem Nichts der kargen Berglandschaft, eingehüllt in graue Decken und bestaunen mich, als hätten sie noch nie einen Weißen gesehen. Die Paßstraße von Underberg (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Kräuterschnaps) hinauf zur Grenzstation in 2865 m ist nur mit einem Allrad-Fahrzeug oder einem geländegängigen Motorrad befahrbar.

An einem anderen trüben Tag steht ein Besuch im Natal-Lion-Park auf dem Programm. 90 km von Bulwer entfernt, am Rande der nächst größeren Stadt Pietermaritzburg.

Suedafrika

Faul und vollgefressen liegen die Löwen unmittelbar neben dem Auto und nehmen von unserem Besuch kaum Notiz. Ungefährlicher sind die Elefanten in dem Safaripark. Sie kommen dicht ans Fenster und lassen sich sogar anfassen.

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