DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Top-Fluggebiet für Einsteiger und Aufsteiger am Rande der Drakensberge

Da lobe ich mir doch das Fluggebiet in Bulwer, im Süden der Natal Drakensberge. Den Tipp bekam ich vor der Reise von einem  Drachenflieger an meinem Hausberg der Hochries. Auch wenn inzwischen keine der erhaltenen Telefonnummern mehr stimmt, war es nicht schwer Hans Fokkens zu finden. Denn wo sucht man bei schönem Wetter einen Fluglehrer? In der Luft. Und wenn er selber nicht fliegt, dann bestimmt einer seiner Schüler. So war es dann auch. Auf der Schotterstrecke hinauf zum 1000er, wie die lange Hangkante oberhalb Bulwer genannt wird (allerdings in Fuß gemessen) begegne ich einem Jeep, der mit bunten Packsäcken überquillt. Der Empfang ist überaus herzlich – Fliegerbesuch auf dem Motorrad kommt schließlich nicht jeden Tag von der Nordhälfte des Globus nach Südafrika. In der Luft soaren bereits einige Flieger, vorwiegend mit Gleitschirmen.

Suedafrika / Gleitschirm

Die Profis spielen auf der breiten Startwiese förmlich mit der Möglichkeit des „touch and go“ und versuchen dabei eine Colaflasche zu greifen! Die Flugschüler, die aus Schweden, England oder auch aus Deutschland kommen, werden gerade von Hans und William eingewiesen. „Der mit dem Pferdeschwanz ist Hans“ werde ich aufgeklärt.

Suedafrika / Gleitschirm

Alles schön und gut, doch der andere Fluglehrer hat auch seine blonden Haare hinten zusammengebunden. Nachdem Hans seine Schülerin in die Luft entlassen hat, kommen wir ins Gespräch. Ich bestelle die Grüße von Dirk aus München und werde schnell aufgenommen in die große Fliegerfamilie. Unglaublich, wenn ich bedenke, daß ich im abgelegensten Winkel Südafrikas bin. Die anderen Piloten kommen vorwiegend aus Durban. Die drittgrößte Metropole liegt am indischen Ozean und ist gerade mal zwei Autostunden von hier entfernt. Gleitschirmfliegen ist in Südafrika ein Privileg der Weißen, kein Schwarzer könnte sich dieses kostspielige Hobby leisten. Hier am Rande der Drakensberge leben sie meist in Dörfern, bewohnen manchmal noch die traditionellen Rundbauten und verdienen sich ein paar Rand mit dem Verkauf ihrer Ernte von den Feldern. Anders habe ich es bei meiner Rundreise in den großen Städten erlebt, wo die Schwarzen auf engstem Raum in Wellblechhütten zu Hunderttausenden hausen. Zwar können sie die Townships seit der Abschaffung der Apartheid ohne Ausweis und Kontrollen verlassen, doch die Armut ist geblieben und die Kriminalität gestiegen. Johannesburg ist nachwievor eine der gefährlichsten Städte der Welt, wie die einschlägigen Reiseführer und Magazine berichten. Bei einer Fahrt durch die Innenstadt, die fast ausschließlich von Schwarzen bewohnt ist, konnte ich mir das gut vorstellen, doch im Norden der City fühlte ich mich so sicher wie in Berlin, London, Paris oder einer anderen Metropole Europas. Der wesentliche Unterschied: fast jedes Haus der Weißen ist von hohen Zäunen umgeben, die nur durch Eisentore mit Geheimcode zu passieren sind und von Sicherheitsbeamten Tag und Nacht bewacht werden. Ein Anblick, der mich während der gesamten Reise durch Südafrika und Namibia unangenehm begleitet hat.

Seite 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 (Infos) / zur Startseite



Reiseinformationen zu diesem Reiseziel

Reiseveranstalter Südafrika




Twitter
RSS