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Ein Stück vom Regenbogen

 Begegnungen im südafrikanischen Soweto

Text und Fotos: Simone Hantsch

S chwarze Haut auf
O ckergelb und grau
W ellblech zwischen Matchboxes und Hollywood
E in Platz zu leben mit dem
T od, doch hoffnungsvoll
O rt des Willkommens

Umsichtig und gelassen dirigiert Henryk Zeiler den weißen Minibus über breite Straßen und schmale Kieswege. Er kennt sich aus im South Western Township. Früher war er hier als Feuerwehrmann unterwegs. Nun begleiten er und seine Frau Annekie Touristen quer durch Südafrika - bis nach Kapstadt, den Krügerpark und auch nach Soweto.

Südafrika soweto Boys
Young Boys in Soweto

„In Uniform konnte man damals rein. Ohne wäre ich wohl nicht lebendig herausgekommen.“ Die Feuerwehrleute kamen aus den schwarzen Townships und den weißen Stadtvierteln von Johannesburg. Sie arbeiteten zusammen. Ihr Bier nach Feierabend mussten sie getrennt trinken. Die Gesetze der Apartheid verlangten es so.

Alles kommt zusammen

Henryk ist froh, dass das vorbei ist: „Alles kommt allmählich zusammen. Und das finde ich gut und richtig.“ Deshalb bringt er Touristen nach Soweto. „Die Jungs hier haben mir gesagt, bring’ uns Gäste, wir freuen uns! Und da hab ich es versucht. Inzwischen ist es nichts Außergewöhnliches mehr, dass ich Touristen hierher bringe. Freilich, nicht überall kann man aussteigen und herumlaufen, vor allem hier nicht.“ Henryk weist auf die alten Miners Hostels. Elende schmutziggraue Baracken, die den Bergarbeitern der Goldminen einst als notdürftige Unterkunft dienten.

Südafrika Soweto Baracken
Die ehemaligen Unterkünfte der Minenarbeiter

Heute drängen sich hier Tausende illegaler Einwanderer aus Nigeria, Simbabwe und anderen afrikanischen Ländern auf engstem Raum zusammen. Am Ende einer langen Barackenflucht steht eine einzige Handpumpe. „Es wird viel gestorben hier“, sagt der Guide. „Die meisten an Aids und die anderen haben alle Hoffnungen verloren. Deshalb kommt es auch häufig zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und den eigentlichen Bewohnern von Soweto, die sich von ihnen bedroht fühlen.“



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