
Text und Fotos: Hilke Maunder
Zwei Autostunden von der Costa del Sol entfernt lockt Europas südlichstes Skigebiet mit abwechslungsreichen Pisten und attraktivem Nachtleben: Pradollano in der Sierra Nevada.

"Sol y Nieve", Sonne und Schnee, tauften Tourismusstrategen das Retortendorf Pradollano, das Anfang der 60er Jahre als Milliardeninvestition auf einem Hochplateau der Sierra Nevada in 2.100 Meter erwuchs. Der klangvolle Titel sollte darüber hinweg täuschen, dass Spaniens größtes Skigebiet generalstabsmäßig auf dem Reißbrett entworfen worden war - inmitten einer unberührten Bergregion, die im Januar 1999 von der UNESCO als Biosphärenreservat unter Schutz gestellt wurde. Bausünden, wie sie an der Costa del Sol zu besichtigen sind, wurden jedoch vermieden. Drei Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf der Skipässe fließt in die Renaturierung des baumlosen Gebietes, in dem noch Geier und Königsadler heimisch sind.

Den gesamten Verkehr schluckt am Ortseingang Europas größte Tiefgarage: mehr als 3.000 Stellplätze unter der zentralen Plaza de Andalucía. Entlang der engen, gewundenen Zufahrtsstraße zu den Hotels kontrollieren Uniformierte unbestechlich die Kurzparker. Sobald Ski und Koffer entladen sind, weisen sie freundlich, aber bestimmt den Weg zur Garage. Im Bauch des Ortes sind die Parkgebühren äußerst moderat, auf den Straßen Abschleppwagen allerorten aktiv.
Seite 1 / 2 / 3 / 4 (Infos) / zur Startseite