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Schwul und bunt ist Chuenca nicht nur nachts
Madrid - Plakat in Chueca

»Vorsicht, Sie verlassen den heterosexuellen Sektor« steht an viele Eingängen des Viertels gesprüht, das jedes Jahr den rauschendsten Christopher Street Day Spaniens bietet. Nicht zur Abschreckung, sondern zur eigenen Bestätigung. Doch auch Heteros sind hier gern gesehen. An Wochenenden kommen sie in Scharen. Nirgends in Madrid vermischt sich das Traditionelle mit dem Gestylten so sehr wie in Chueca. Wer die Calle Libertad hinunterschlendert, hat auf wenigen Metern die Auswahl zwischen neuer spanischer Küche, einem Spiel der Geschmäcker für Leute mit kleinem Hunger, traditioneller Hausmannskost verschiedener spanischer Regionen und lateinamerikanischer Küche.

Madrid - Bodega in Chueca

Auf der Plaza Chueca, gleich am U-Bahn-Ausgang, laden Terrassen zum Verweilen ein. Wer es gerne typisch madrilenisch mag, der geht auf der Stirnseite in »La Antiqua Casa Angel Sierra«, eine klassische Bodega, zum genüsslichen Schlürfen eines Weins oder Wermuts. Hier wird der wohl populärste Aperitif der spanischen Hauptstadt vom Fass gezapft. Außer dem Namen hat das Getränk mit dem, was sonst in Europa Wermut heißt, jedoch wenig gemein.Wer das Ausgefallene bevorzugt, wird sich sicher im »Mama Ines« in der Calle Hortaleza 22 mit seinen schrillen Comedyprogrammen »aus der Unterwelt Chuecas« recht wohl fühlen.

Madrd - Modegeschäft in Chueca

Schrille Mode, neustes Design und eine »Wohnidylle« mit Rissen
Wer die schicke Mode oder das neuste Design sucht, kommt nach Chueca. Boutiquen für Schuhe und Klamotten, aber auch Dutzende von kleinen Läden mit einem Warenangebot für den, der schon alles hat, aber trotzdem immer auf der Suche ist, ziehen auch tagsüber das Publikum an. Viele derer, die einst in Chueca nur das Nachtleben genossen, haben sich heute hier niedergelassen. Buchläden für Schwules und Schönes, Videotheken, Kraftstudios, der etwas andere Friseur, das nette Pärchen mit seinem Gemüseladen – sie alle versorgen die neue Bewohner des Quartiers: ein ganz normales Stadtteilleben, nur eben homosexuell.

Madrid - Cafe in Chueca

Die »Wohnidylle« wäre perfekt, wäre da nicht ein kleines Problem. Das Nachtleben, das sie hervorgebracht hat, ist auch weiterhin laut und schrill; der Schlaf vor allem am Wochenende gefährdet. Viele derer, die vor Jahren unten in der Disko oder Kneipe ihren Lover und späteren Mann fürs Lebens fanden, protestieren jetzt. »Durch Lärm kontaminierte Zone« steht auf den Plakaten, mit denen sie die Einschränkung ihrer eigenen Subkultur fordern.

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