Die große Balearen-Tour
Mit dem Fahrrad auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera
Text und Fotos: Judith Weibrecht

Es muss nicht immer Mallorca sein? Aber ein bisschen schon. Deshalb hat sich unsere Autorin aufgemacht zu einer großen Balearen-Rundfahrt und hat per Fahrrad und Schiff alle 4 Inseln besucht. Abseits der üblichen Touristenpfade hat sie überraschende Entdeckungen gemacht.
Das kommt mir spanisch vor? Nein, das kann man nun nicht behaupten. Auf irgendeine Art erscheint alles „very british“, und aufgrund des Klimas könnte man sich glatt auf Malta wähnen. Da ist zum Beispiel die englisch anmutende „Nou Bar“, in der man, natürlich, Gin trinkt, im Stadtzentrum. Mahóns auf Menorca. Dies könnte irgendwo in südlichen Gefilden sein, die einst die Briten unterworfen hatten. Und das ist auch des Rätsels Lösung: Dreimal rissen im Verlauf der Geschichte die Briten die Herrschaft an sich und machten die Stadt zu ihrem Verwaltungssitz. Auch heutzutage trifft man noch einige an. Allerdings kommen sie in friedlicher Absicht!

Fahrradgerecht: enge Gassen auf Menorca
Mahón oder Maó, wie es auf Katalanisch genannt wird, ist ein kleines Schmuckstück: Im ehemaligen Kloster ist heute der sehenswerte Markt untergebracht. Auf der Plaça de la Consitució findet sich eine kleine Tapas-Bar mit Leckereien, die Promenade am Meer entlang lässt es sich herrlich flanieren. Auch per Fahrrad! Und so begleitet denn der Chor der kreischenden Möwen, Fußball spielenden Kinder und leise klatschenden Wellen unsere Fahrt.

Beschauliche Hafenszene auf Menorca
Ins Inland geht es nun Richtung Fornells, die Insel ist schnell durchquert.
Auf dem Camí d’en Kane, einem der grünen Wege Menorcas,
der auch Radfahrern zur Verfügung steht und extra ausgeschildert ist,
radelt man zwischen alten Olivenbäumen, Schafen und Steinmauern dahin.
Steine gibt es reichlich. Schließlich war die Insel einmal für
ihre gefährlichen Steinschleuderer berühmt! Schilder am Wegesrand
warnen vor Rindern. Da sind sie schon! Doch auch der Fototermin schreckt
sie nicht und sie liegen weiter gemütlich kauend im Gras. Auch in
Alaior, einem schmucken Städtchen mit einer etwas überdimensionierten
Pfarrkirche, lohnt sich ein Stopp, bevor es weitergeht auf dem asphaltierten
Camí nach Es Mercadal. Dort liegt der höchste „Berg“ Menorcas,
auf den man mächtig stolz ist. Doch keine Angst, er misst nur 357
Meter!
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