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Sherry - Ein vollendetes Zusammenspiel
von Wein und Holz

Schon im Mittelalter genoß Sherry – eine Anglisierung seines Herkunftsortes Jerez in Andalusien – eine hohe Wertschätzung, Shakespeare wusste einen guten Tropfen ebenso zu schätzen wie Queen Victoria, die alle per Schiff mit dem edlen Wein aus Spanien versorgt wurden.

Bodega Sandemann in Jerez de la Frontera, Andalusien

Bodega Sandeman in Jerez de la Frontera


Bisweilen wird Sherry heute mit Champagner verglichen – und das nicht zu Unrecht. Zwar gilt das nicht für den Geschmack, doch beides sind Weißweine, die die besonderen Merkmale ihrer Herkunft, stark kalkhaltige Böden, in sich tragen. Beide müssen eine langwierige Behandlung erfahren, bis sie ihren edlen Charkter erlangen.
Das Herz des Sherry-Landes liegt zwischen Jerez, Sanlúcar de Barrameda und Puerto de Santa Maria und wird auch Jerez Superior genannt. Hier bestehen große Teile des Anbaugebietes aus mit Kreide durchsetztem Lehmboden, der stark wasserbindende Eigenschaften aufweist, und somit auch in der sommerlichen Hitze nicht so schnell austrocknet. Darüberhinaus reflektiert der Boden die Sonne stark, so dass die Trauben wie in einem Brutofen gedeihen.


Sherry-Weine werden hauptsächlich aus Trauben der Rebsorten Palomino und – Bodega Gonzales Byass in Jerez de la Fronteraseltener - Pedro Ximenes gewonnen. Die Einzigartigkeit des Geschmacks ist jedoch auch auf die Besonderheiten des Herstellungsprozesses zurückzuführen. Die Gärung des Sherrys findet in nicht ganz gefüllten Eichenfässern statt. Sehr schnell bildet sich auf dem Wein eine dicke Hefeschicht (Florschicht), die nicht nur den Wein gegen die Oxidation der Luft schützt sondern ihm auch ein spezifisches Bukett verleiht. Für die gleichbleibende Qualität ist das sogenannte Solera-System verantwortlich. Eine Solera ist eine Reihe von bis zu fünf übereinandergelagerten Fässern, in der obersten Reihe befindet sich der jüngste Wein, in der untersten der älteste, der in Flaschen abgefüllt wird. Doch wird immer nur ein Teil des Fasses geleert und durch Wein aus der nächstoberen Reihe ersetzt. Dieser beständige Verschnitt garantiert eine gleichbleibende Qualität des Sherry.
Man unterscheidet zwei Grundsorten von Sherry: Fino und Oloroso. Finos sind leichte, helle, herb-trockene Weine, dazu zählen auch ein Amontillado, ein etwas weicherer, dunklerer und sehr geschmacksintensiver Wein sowie ein Manzanilla, der aus Sanlúcar de Barrameda stammt und einen leicht zartbitteren Geschmack aufweist. Ein Oloroso ist ein vollmundiger, körperreicher Wein, dessen Geschmack an Walnüsse erinnert.

 

 

 

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