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Sevilla

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Andalusien: Plaza de Espana in Sevilla

Plaza de Espana

Die Erwartungen, die Besucher in Sevilla setzen, sind im allgemeinen riesig. Wie könnte es anders sein bei einer Stadt, die in Mythos, Literatur und Musik derartig viele Spuren hinterließ. Sevilla steht nicht nur für Flamenco und Stierkampf, sie ist vor allem die Heimat von Don Juan und Carmen, jenen beiden in der Literatur in vielfachen Varianten aufgegriffenen Personen, die wie kaum andere die Vorstellung von andalusischer Lebensart geprägt haben. Obwohl es bei beiden Personen mehr als zweifelhaft ist, ob sie sich auf reale Personen zurückführen lassen, die Gestalt der Carmen – eine Frau, die ihren Gefühlen folgt, Sinnbild für Unabhängigkeit und Sinnlichkeit gleichermaßen – und des Don Juan – Sinnbild des Frauenhelden schlechthin – sind bis heute Stoff der Faszination und Auseinandersetzung, wie Verfilmungen und musikalische Umsetzungen bis in unsere Tage verdeutlichen. Wer denkt nicht an Sevilla, wenn er von Rossinis „Barbier von Sevilla“ redet, von Mozarts Figaro und Don Giovanni, von Bizets Carmen.

Und in der Tat ist Sevilla eine Stadt, die Lebensfreude, sinnliche Eleganz und internationales Flair versprüht. Dies wird besonders deutlich während der beiden großen Feste Sevillas, der Semana Santa (Osterwoche), die sieben Tage lang gefeiert wird und der Feria de Abril zwei Wochen später, ursprünglich eine Landwirtschafts- und Viehmesse des 19. Jh., die Besucher aus allen Landesteilen anzieht. Hier kann man am besten miterleben, welch eigentümliche Verknüpfung Tradition und ausgelassenes Feiern eingehen können.

Sevilla zeigt sich als eine großzügig angelegte Stadt mit prächtigen Palästen und Kirchen, weitläufigen Parkanlagen und engen Gassen mit versteckt gelegenen Plätzen und patios. Diese Eingangshöfe, über und über mit Blumen ausgestattet, zum Teil auch mit gekachelten Heiligenbildern geschmückt, sind meist mit einem schmiedeeisernen Tor verschlossen, das aber den Blick in diese kleine grüne Oase freigibt, deren Wert man erst bei äußerst heißen Temperaturen zu schätzen weiß. Ein bißchen sind sie auch wie ein Vorzeigeraum, der nach außen hin offene Teil des Hauses, der ein Schmuckstück darstellen soll.

Sevilla zu erkunden, dafür sollte man sich mehrere Tage Zeit nehmen. Vor allem während der heißesten Zeit des Jahres, im Juli und August, wenn die Stadt einem Backofen gleicht, viele Einheimische die Stadt verlassen haben und die Temperaturen nicht selten 40 Grad Celsius überschreiten, ein allerdings schweißtreibendes Vergnügen. Überprüfen Sie also, ob ein Sprichwort der Sevillaner stimmt: „Quien no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla“. „Wer Sevilla nicht gesehen hat, der hat noch kein Wunder gesehen“.

 

 

 

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