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Ronda

Sehenswürdigkeiten von Ronda

Unter den Ausflugszielen, die an Andalusiens Küsten als Tagesausflüge angeboten werden, nimmt Ronda einen der ersten Plätze ein. So erreichen während der Hauptreisezeit Dutzende von Reisebussen dieses reizvoll mitten in den Bergen der Serranía de Ronda gelegene Städtchen mit seinen ca. 35 000 Einwohnern. Erst gegen Abend wird es dann wieder stiller, und man kann die besondere Atmosphäre dieser Stadt genießen. Bereits Rainer Maria Rilke, der sich von November 1912 bis Februar 1913 hier im vornehmen Hotel Reina Victoria einquartiert hatte, schwärmte von der „auf zwei Felsmassen hinaufgehäufelten Stadt“. Nicht weniger Begeisterung zeigte Ernest Hemingway, der in Rondas Stierkampfarena dem blutigen Schauspiel folgte. Der Reiz der Stadt beruht in erster Linie auf seiner Lage auf einem Felsplateau, dessen über 100 Meter tiefe Schlucht die Stadt in zwei Teile teilt, durch Brücken miteinander verbunden. Aber die Vielfalt an Sehenswürdigkeiten und der Reiz der kleinen Gassen lädt durchaus auch zu längerem Verweilen ein.

Andalusien: Stierkampfarena von Ronda

Die Stierkampfarena von Ronda

Die erste Siedlung an diesem wehrtechnisch leicht zu verteidigendem Ort geht auf die Iberer zurück, denen Phönizier und Römer folgten. Die Mauren, seit 711 Herrscher über die Stadt, nannten sie Izna Rand Onda und errichteten eine mächtige Verteidigungsanlage, die zu den wehrhaftesten Analusiens zählte. Zeitweilig war die Stadt Hauptstadt einer Taifa, eines kleinen Teilkönigreichs. Erst im Jahre 1485 und nach erfolglosen Belagerungsversuchen, als große Teile der muslimischen Soldaten zu Verteidigung Malagas aufgebrochen waren, geriet Ronda in die Hände der christlichen Belagerer unter Ferdinand. Anfang des 19. Jh. wurde Ronda von französischen Truppen besetzt und schwer zerstört.

Ronda gliedert sich in drei Teile: Von Süden her erreicht man zunächst das Viertel San Francisco, an das sich die eigentliche Altstadt anschließt, La Ciudad. Jenseits der Schlucht des Rio Guadalevín, Tajo genannt, erstreckt sich das neuere Viertel El Mercadillo („kleiner Markt“). Es stammt aus der Zeit nach der Eroberung durch die Katholiken und geht auf Händler zurück, die hier außerhalb der Stadtmauern lagerten, um die fälligen Steuern der Altstadt zu sparen.

An mehreren Stellen kann man in die Schlucht hinabsteigen. Der längste, aber auch nicht so steile Weg, Camino de los Molinos, führt zu den verfallenen Mühlen am Flußufer und eröffnet einen schönen Blick auf die Neue Brücke und die am Hang klebenden Häuser; Ausgangspunkt dafür ist die Puerta de Almocóbar. Ein weiterer, steilerer Zugang eröffnet sich in der Nähe der Casa de Mondragón.

 

 

 

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