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Reales Alcázares

Wie der Plural im Namen schon zum Ausdruck bringt, handelt es sich hierbei um einen Komplex von Palastbauten, die im Laufe von verschiedenen Jahrhunderten entstanden sind. Die ältesten Teil stammen noch aus der Zeit der Almohaden, der damalige Palast wurde von Ferdinand II. als Residenz genutzt. Glanzstück ist neben der herrlichen Gartenanlage der Palast Peters I., den dieser ab dem Jahre 1364 im Mudejar-Stil errichten ließ, Sinnbild für orientalische Prachtentfaltung in der maurischen Architektur. Maurische Handwerker und Baumeister aus Granada waren an diesem Bau beteiligt, die Ähnlichkeit mit der dortigen Alhambra ist auch unverkennbar. Zusammen mit der Kathedrale und dem Archivo de las Indias wurde der Palastkomplex von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt.

Andalusien: Reales Alcazares in Sevilla

Ornamentik in verschwenderischer Vielfalt

Man betritt die Anlage durch das Löwentor (Puerta del Léon), so benannt nach der Keramik mit dem Löwen über dem Tor, und gelangt in den Löwenhof (Patio del León). Links davon der unter Alfons XI. errichtete Salón de Justicia, an den sich der Patio de Yeso anschließt, der sehenswerte Stuckhof, mit Wasserbecken, Galerie und Stuckverzierungen aus der Zeit der Almohaden. Hinter dem Löwenhof öffnet sich der Patio de la Montería, einst Vorhof zu den Gemächern der maurischen Herrscher, später auch als Versammlungsplatz für Jagdgesellschaften genutzt. In den Räumen zur Rechten, den sogenannten Zimmern des Admirals (cuartos del Almirante) wurde einst Kolumbus nach seiner Rückkehr von Amerika empfangen, hier war die Weltumseglung Malellans vorbereitet worden, hier befand sich das Verwaltungszentrum für den Handel mit der Neuen Welt.

Vor uns liegt das beeindruckendste Gebäude der Anlage, der Palast Peters I. Beeindruckend bereits die ornamental reich geschmückte Fassade mit ihren offenen Arkaden, die u.a. eine kufische Inschrift ziert: „Es gibt keinen Sieger außer Allah“. Vermutlich waren die Herrscher des Arabischen nicht mächtig, so dass die Handwerker diese Inschrift als ornamentale Verzierung anbringen konnten. Im Zentrum des Palastes der Mädchenhof (Patio de las Doncellas). Auf marmornen Zwillingssäulen ruhen mit verschwenderischstem Stuckornament versehene Vielpaßbögen, farbige Azulejoverkleidungen schaffen eine orientalische Palastatmosphäre. Deutlich davon abgesetzt die Galerie im 2. Stock im Stil der Renaissance (16. Jh.). Von ähnlicher Vielfalt der Ornamentik zeigen sich die Räume rings um den Hof, zu den eindrucksvollsten gehört der Salon de Embajadores, der Saal der Gesandten, mit vielfältigem, prachtvollem Dekor aus Ornamentik und Andalusien: Reales Alcazares in SevillaSchriftzeichen. Die Stalaktitenkuppel aus Holz schuf Diego Ruiz im Jahr 1427. Die ebenfalls sehenswerten Privatgemächer König Peters I. gruppieren sich um den kleinen Puppenhof (Patio de las Munecas), Beachtung verdienen vor allem die kunstvoll gearbeiteten Kassettendecken.

An den Palast Peters I. schließt sich der Palast Karls V. an. Im Salon des Tapices stellen 12 Wandteppiche aus dem 18. Jh. die Belagerung und Eroberung von Tunis durch Karl V. dar.

Die großzügigen Gartenanlagen mit ihren Brunnen, Wasserläufen, Labyrinth und Grotten bilden eine wahre Oase in der Hitze der Stadt. Sie stellen eine Mischung arabischer Gartenbaukunst mit Einflüssen der Renaissance dar, aber auch Veränderungen späterer Jahrhunderte sind sichtbar.

 

 

 

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