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Jerez de la Frontera

Pferde, Flamenco und natürlich Sherry – dieses Dreigestirn steht für die mit knapp 200 000 Einwohnern größte Stadt der Provinz Cádiz. Die schon von Shakespeare geschätzten Weine der Region bilden auch heute noch ein wichtiges wirtschaftliches Standbein dieser Gegend. Die zahlreichen Bodegas der Stadt, die zum großen Teil nach Voranmeldung auch besichtigt werden können, vermitteln ein anschauliches Bild vom Herstellungs- und Reifungsprozeß und natürlich von der Qualität des erzeugten Produktes. Manche der Bodegas sind wahre Paläste, am Bau der Kellerei von Ganzález-Byass z.B. war der berühmte französische Architekt Eiffel beteiligt.

Turbulent geht es während der zahlreichen, alljährlich stattfindenden Feste zu. Die Andalusien: Jerez, FlamencoFiesta de la Vendimia im September steht ganz im Zeichen des Weines. Pferdeliebhaber sollten die Feria del Caballo in der ersten Maihälfte nicht versäumen, mit Wettkämpfen, Musik und Tanz.

Daß Jerez auch eine Stadt des Flamenco ist, erfährt man am besten in der Fundación Andaluza de Flamenco, wo Sie wirklich alles über Flamenco erfahren können (Plaza de San Juan 1). Und wer Flamenco live erleben möchte, an Flamenco-Bars mangelt es in der Stadt ebenfalls nicht, präzise Informationen dazu erteilt das Tourismusbüro.

Sehenswürdigkeiten

Alcázar
Der Alcázar, die auf das 11. Jh. zurückgehende Festung der Almohaden, erfuhr im Laufe seiner Geschichte zahlreiche Umbauten und Restaurierungen. An die maurischen Erbauer erinnern Reste arabischer Bäder sowie die Capilla de las Conchas. (Puerto de Armas).

Colegiata de San Salvador
Eine eindrucksvolle Freitreppe mit Balustrade führt zur Stiftskirche, die im 13. Jh. begonnen, im 18. Jh. aber umgebaut wurde. Beachtung verdienen neben der Freitreppe vor dem Westportal das beeindruckende Strebesystem und der frei stehende Glockenturm, der Züge von Gotik und Mudéjar gleichermaßen aufweist. Kunstfreunde können im fünfschiffigen Innenraum das Gemälde "Virgen nina" bewundern, das, wenn auch nicht unumstritten, dem Maler Zurbarán zugeschrieben wird. Die für die abendländische Malerei nicht ungewöhnliche Darstellung zeigt Maria als Kind. (Plaza de le Encarnación).

Iglesia de Santiago
In die Ende des 13. Jhs. begonnene Kirche führt ein spätgotisches Portal aus dem 15. Jh. Das von einem Kreuzrippengewölbe überspannte dreischiffige Innere birgt ein Chorgestühl von 1574. Es stammt aus der nahe gelegenen Kartause. Der barocke Turm wurde im Jahr 1656 angefügt. (Plaza de Santiago).

Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre
Pferdezucht und Reitkunst haben in Jerez und seinem Umland eine lange Tradition. Seit dem 14. Jh. züchteten Kartäusermönche hier erfolgreich die weltweit geschätzten andalusischen Pferde, und die Großgrundbesitzer taten sich in der Reitkunst hervor. Pferdefreunde sollten einen Besuch der Königlich-Andalusischen Reitschule einplanen, in der mehr als 80 reinrassige Pferde dressiert werden. Bei Vorführungen zeigen Pferd und Reiter ihr Können, so etwa den berühmten "Tanz der andalusischen Pferde". (Avenida Duque de Abrantes).

San Miguel
Mit dem Bau der dreischiffigen Kirche begann man um die Mitte des 15. Jhs., fertig gestellt wurde das Gotteshaus hundert Jahre später. Vor allem das spätgotische Portal an der Südfassade ist ein gutes Beispiel für den Isabellinischen Stil. Sehenswert auch das Retabel des Hochaltars, ein Werk von Martinez Montanés und José de Arce. Das Bild "Divino Rostro", das göttliche Antlitz, in der Capilla del Pavón wird Zurbarán zugeschrieben. (Plaza San Miguel).

Andalusien: Jerez de la Frontera,

In der Bodega Gonzales Byass

Museen

Museo Archeológico
Jerez, von den Tartessern gegründet und später von Phöniziern, Römern und Arabern bewohnt, hat noch einige steinerne Spuren seiner Geschichte bewahrt. Nicht zuletzt im Archäologischen Museum, dessen Stolz ein griechischer Bronzehelm aus dem 7. Jh. ist. (Plaza del Mercado).

Museo de Relojes
Eine Besonderheit stellt das Uhrenmuseum der Stadt dar, in dem mehr als 300 antike Uhren ausgestellt werden. Das Museum zählt damit zu den weltweit größten seiner Art. (C. Cervantes).

 

 

 

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