DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Jaén

Andalusien: Jaen, Kathedrale

Ein Blick auf die Kathedrale von Jaén

Die Ursprünge der Stadt liegen wohl in iberischer Zeit, auch auch Spuren der Römer und Westgoten blieben erhalten. Der maurische Name der Stadt, Giyen, bedeutet soviel wie Karawanenweg und verweist damit auf die handelspolitische Bedeutung in jener Zeit. Nach sechsmonatiger Belagerung nahmen christliche Heere unter Ferdinand III. die Stadt ein, die auch in den folgenden Jahrhunderten als befestigte Stadt im Grenzbereich eine wichtige Rolle spielen sollte. Heute zeigt sich Jaén mit ihren kaum mehr als 100 000 Einwohnern eher von provinziellem Charme.

Sehenswertes

Castillo de Santa Catalina
Im Jahre 1246 eroberte Ferdinand III. die von seinen maurischen Widersachern errichtete Festung, deren Umbau und Erweiterung er in Angriff nahm. Von einem mit einem Kreuz markierten Aussichtspunkt läßt sich ein weiter Blick über die Stadt und die umliegenden Olivenpflanzungen genießen. Einen Teil der Burg hat ein schönes Hotel, ein staatliches Parador Nacional in Beschlag genommen, in dessen Restaurant es sich gut speisen läßt.
Man erreicht das Kastell über eine knapp 5 km lange Straße oder in einem einstündigen Fußmarsch auf einem steilen Pfad.

Catedral (Kathedrale)
Wo sich einst die Hauptmoschee der Stadt befand, erhebt sich heute an der Plaza de Santa Maria die mächtige Kathedrale der Stadt. Mit ihrem Bau begann man Mitte des 16. Jahrhunderts nach Plänen und unter Beteiligung von Andrés de Vandelvira, einem heimischen Baumeister, dessen Werk man in Jaen und auch in den umliegenden Städten noch häufiger bewundern kann. Erst im 18. Jahrhundert wurde die dreischiffige Kirche endgültig fertiggestellt. Beachtung verdient vor allem die Südfassade von Vandelvira, der auch für die architektonische Gestaltung im Innnern verantwortlich zeichnete. Die Figuren (17. Jh.) der von zwei Türmen begrenzten Hauptfassade stammen im wesentlichen von Pedro und Julián Roldán. Im Inneren zieht die Vierungskuppel die Blicke auf sich, die Schnitzereien des Chorgestühl stammen aus dem frühen 16. Jh. In der Capilla Mayor wird in einem Reliquienschrein ein Schweißtuch der Hl. Veronika aufbewahrt, das freitags nach der Messe den Gläubigen gezeigt wird. Bekanntlich ist dieses Tuch mit dem Gesichtsabdruck Jesu nicht das einzige, weitere werden in Italien aufbewahrt.

Iglesia de la Magdalena
Wie viele christliche Gotteshäuser wurde auch diese Kirche am gleichnamigen Platz über einer arabischen Moschee errichtet, sie stammt in ihren ältesten Teilen aus dem 15. Jh. Noch heute sind in einem kleinen Innenhof Wasserbecken für die rituellen Waschungen zu sehen. Prunkstück im Inneren ist eine Kreuzigungsskulptur von Jacobo Florentino (1478-1526), einem Schüler Michelangelos.

Iglesia San Ildefonso
Unweit der Kathedrale erhebt sich diese zweitgrößte Kirche der Stadt an der Plaza de San Ildefonso. Sie geht ursprünglich auf das 13. Jh. Zurück, wurde jedoch in den kommenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut. Die dreischiffige gotische Kirche erhielt im 18. Jh. eine klassizistische Fassade, sie verfügt über isabellinische, platareske und klassizistische Portale. Im Gotteshaus wird die Madonnenstatue der Schutzpatronin der Stadt, Virgen de la Capilla, verehrt.

Palacio de los Villardompardo
Der Renaissancepalast an der Plaza de Santa Luiza de Marillac birgt gleich mehrere Sehenswürdigkeiten. Im Keller kann man restaurierte arabische Bäder bewundern, die die einstige hohe Badekultur der Mauren noch erahnen lassen. Im selben Gebäude ist auch das Museum für Volkskunst untergebracht, das mit zahlreichen Gegenständen aus Landwirtschaft, Handwerk und Alltagsleben aufwarten kann, so z.B. mit eindrucksvollen Ochsenwagen aus dem 19. Jh. Daneben ist im Gebäude auch noch ein Museum für Internationale Naive Kunst untergebracht.

Museo Provincial
Das Provinzmuseum in der Paseo de la Estación 27 birgt sehenswerte Ausstellungsstücke zur iberischen und römischen Kulturepoche. Auch Funde aus der Steinzeit und Hinweise auf die zahlreichen Wandmalereien, die in den Höhlen der Region erhalten blieben, werden präsentiert. Beeindruckend sind vor allem einige großflächige römische Mosaiken. , Im selben Gebäude ist eine Gemäldeaustellung untergebracht, ein Saal steht für wechselnde Ausstellungen zur Verfügung.

 

 

 

Twitter
RSS