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Albaicín

Der Stadtteil auf dem der Alhambra gegenüberliegenden Hügel läßt noch deutlich die Atmosphäre einer maurischen Altstadt spüren. Nicht umsonst zählt dieses Gewirr von Gassen mit seinen weiß gekalkten Häusern, versteckten Höfen und kleinen Plätzen zum Weltkulturerbe der Menschheit. Großartige Sehenswürdigkeiten sollte man hier allerdings nicht erwarten, der Albaicín ist ein Ort zum Bummeln und Träumen. Wirklich verlieren kann man sich im unübersichtlichen Gassengewirr nicht, denn alle Straßen abwärts führen letztlich ins Zentrum zurück.

Blick auf das Gassengewirr des Albaicin

Wo einst 60 000 Menschen lebten sind heute gerade noch einmal knapp über 10 000 Bewohner zuhause, viele der Häuser scheinen dem Verfall preisgegeben, auch wenn sich seit einigen Jahren das Viertel zunehmend als attraktiv für gut betuchte Bürger erweist, die ihre Häuser vorbildlich renovieren. Beliebtestes Zentrum am Spätnachmittag und frühen Abend ist der Mirador de San Nicolás unmittelbar neben der gleichnamigen Kirche. Hier verfolgen zahlreiche Besucher das abendliche Spektakel des Sonnenuntergangs vor der einmaligen Kulisse der Alhambra mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Nur wenige Schritte entfernt an der Plaza del Salvador die Iglesia del Salvador; der mudejare Kirchenbau aus dem 16. Jh. entstand nach einem Entwurf von Diego de Siloe an der Stelle der einstigen Hauptmoschee des Viertels, von der noch der galerieumfasste Hof und eine Zisterne erhalten blieben. Reste der arabischen Stadtmauer findet man entlang der Cuesta de Alcahaba. Am Fuße des Viertels, entlang der Carrera del Darro blieben mit El Banuelo Überreste eine arabischen Bades aus dem 11. Jh. erhalten (Nr. 34). Wie bei arabischen Bädern üblich kam Licht über sternförmige Dachauschnitte herein, die Säulen stammen zum Teil aus römischer und westgotischer Zeit. Einige Schritte davor, an der Plaza Santa Ana, die in die Plaza Nueva übergeht, erhebt sich die Kirche Santa Ana, die auf das Jahr 1537 zurückgeht, als Diego de Siloe an der Stelle einer Moschee dieses Gotteshaus mit seinem plataresken Portal und minarettartigen Turm schuf.

 

 

 

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