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Das Erbe der Mauren

Was blieb von der fast 800 Jahre andauernden Anwesenheit der Mauren in Spanien? Zunächst einmal verrät die spanische Sprache, wie tief sich die arabischen Elemente in das Alltagsleben der normalen Bevölkerung eingegraben hatten. Zahlreiche spanische Worte kommen aus dem Arabischen: sei es der alcalde, der Bürgermeister, arroz, der Reis, und azúcar, der Zucker, oder azulejos, die Kacheln. Nicht wenige sehen auch in der heutigen andalusischen Mentalität Spuren der maurischen Vergangenheit: ein spezifisches Zeitgefühl, die sprichwörtliche Höflichkeit, der Rausch und die Leidenschaft spanischer Tänze und Gesänge wie auch die Vorliebe für klebriges Naschwerk.

Medina Azahara, Andalusien

Maurische Bauten in Medina Azahara westlich von Córdoba

Der wichtigste Beitrag dürfte jedoch in einer kaum zu unterschätzenden Kulturvermittlung zwischen westlichen und östlichen Traditionen liegen. Als das mittelalterliche Mitteleuropa noch eher als barbarisch bezeichnet werden konnte, hatte Mathematik und Medizin, Kultur und Wissenschaft ganz allgemein bereits ein Niveau erreicht, das im christlichen Norden unbekannt war. Es geschah in Andalusien, dass das verschüttet gegangene Wissen der Antike, Schriften wie die von Aristoteles, übersetzt wurden und Eingang fanden in die mittelalterliche Diskussion und Philosophie. Namen wie der 1135 in Cordoba geborene Maimonides und der Philosoph und Rechtsgelehrte Averroes, der ein Werk von über 120 Bänden geschrieben haben soll, stehen für diese Kultur, die das zeitgenössische Europa maßgeblich beeinflusste.

 

 

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