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Écija

Das unter den Römern Astigi genannte Städtchen wurde in maurischer Zeit mit einer Befestigungsanlage versehen. Heute präsentiert sich die Altstadt mit ihren Kirchen und prächtigen Palästen im Kleid des 18. Jhs., denn viele Bauten der vorangegangenen Epochen fielen dem Erdbeben von 1755 zum Opfer. Zwei Attribute charakterisieren die Stadt: "Stadt der Türme" nennt man sie wegen ihrer zahlreichen Kirchtürme, und "Bratpfanne Andalusiens" heißt sie aufgrund der hier herrschenden hohen Temperaturen.

Andalusien: Ecija

Das Städtchen läßt sich, zumindest in seinem inneren sehenswerten Teil, gut zu Fuß erschließen. Mittelpunkt ist die Plaza de Espana, wo auch das Rathaus zu finden ist. Einige Schritte weiter kommt man zur Marienkirche (Iglesia de Santa María), die mit einem prächtigen barocken Eingangstor aus Holz und mit Bronzenägeln geschmückt ist. In ihrem Innenhof sind einige archäologische Fundstücke ausgestellt. Vom Rathaus sind es nur wenige Schritte zum Kloster Las Teresas mit einem Eingangstor, das den Übergangsstil von der Gotik zur Renaissance repräsentiert. Berühmt sind hier die von den Nonnen hergestellten Süßigkeiten. Weiter geht es zur Mariä Empfängniskirche (Iglesia de la Concepción), deren Renaissancefassade aus Backsteinen errichtet wurde. Eine Skulptur stellt Maria dar, geschützt wird die Fassade von einem Dachvorsprung mit Holzkassetten.

Rechts geht es dann in die Straße la Marcesa, man kommt an dem im Stil des Historismus gestalteten Justizpalast aus den 30er Jahren vorbei. Rechts dann die Kirche der Barfüßermönche, Iglesia de los descalzos. Der aus Backsteinen bestehende Eingangsbereich stammt aus dem 17. Jahrhundert, oben in einer Nische über dem Tor befindet sich eine Marienstatue aus Terracotta. Nur ein paar Schritte und wir stehen vor dem farbig verzierten Turm des sogenannten Marokanerinnenklosters aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Das Kloster besitzt den ältesten Glockenturm der Stadt, der mit blauen Fliesen und Backsteinen verziert ist. An einem Drehfenster verkaufen die Nonnen den berühmten Marokkanerkuchen, der aus Mehl, Eiern und Zucker hergestellt wird, eine Spezialität des Klosters.

Nächste Station ist die mächtige Kreuzkirche (Santa Cruz) aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, im neoklassischen Stil errichtet. Hier stand einst die Moschee des Ortes. Der Turm zeigt Renaissancestilelemente und erinnert an die Giralda von Sevilla. Ganz oben kann man eine Windfahne in der Gestalt eines Engels mit einem Kruzifix erkennen. Gleich gegenüber der Palast der Palma-Familie aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Zurück an der Plaza de Espana sieht man die St. Franziskuskirche aus dem 15. bis 18. Jahrhundert mit ihren eigentümlichen Erkertürmen. Auf der anderen Seite die Heilige Barbara-Kirche aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, sie gilt als die erste im neoklassischen Stil errichtete Kirche in ganz Andalusien. Im Inneren ist der Chor einen Blick wert, der im Stil des Rokoko erbaut wurde. Doch in Ecija gibt es noch weitere Kirchen und Paläste zu entdecken, weit sind sie vom Hauptplatz alle nicht entfernt. Nicht weit vom Zentrum ragt der farbenfrohe Turm der St. Johanniskirche in den Himmel, die Kirche ist im Inneren nicht fertiggestellt worden, Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Bauarbeiten eingestellt, so daß das Ganze einen attraktiven Ruinencharakter bewahrt hat. Die Windfahne in Gestalt eines Engels ganz oben auf dem Turm trägt übrigens die Flagge des Malteserordens. Sehenswert am Palast Valdehermoso ist das Eingangstor im plataresken Stil, schräg gegenüber der Palast Penaflor aus dem 16. bis 18. Jahrhundert mit der vielleicht eindrucksvollsten Fassade der Stadt, ganz barock das Eingangstor, an der Straßenkreuzung ein mächtiger Erkerturm. Die lange Fassade ist über und über mit Fresken bedeckt, die noch relativ gut erhalten sind. Ein langer Balkon führt außen an der Fassade entlang und gibt ihr ein besonderes Gepräge.

 

 

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