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Baeza

„Glückliche Stadt“, Beatia, wurde das heutige Baeza von den Römern einst genannt, unter dem Namen Biesa wurde die westgotische Stadt Bischofssitz. Unter maurischer Herrschaft begründete die Stadt zeitweilig ein unabhängiges Reich, bis sie 1227 unter Ferdinand III. endgültig erobert wurde. Ihre Blüte erlangte die Stadt während der Reconquista im 16. Jahrhundert, ein Großteil der heute noch erhaltenen Paläste und Kirchen stammt aus jener Zeit. Im Jahre 1542 erhielt Baeza gar eine Universität, was ihre Bedeutung im damaligen spanischen Reich zum Ausdruck bringt. Neben Ubeda zählt Baeza zu den beiden Renaissance-Zentren Andalusiens, bei einem Spaziergang durch die Innenstadt trifft man auf Dutzende Adelspaläste aus der Zeit der Renaissance.

Andalusien: Baeza, Rathaus

Die Rathausfassade im Stil der Renaissance

Sehenswertes

Ayuntamiento (Rathaus)
Das ursprünglich als Gefängnis und Gerichtshof genutzte und Ende des 16. Jahrhunderts errichtete Gebäude zählt zu den schönsten Baudenkmälern der Stadt und wird im allgemeinen dem Archtekten Vandelvira oder zumindest seiner Schule zugeschrieben. Die Fassade besticht durch ihre verzierten Balkone und prächtige Wappen, darunter das Philipps II.

Plaza del Pópulo
Die gute Stube der Stadt und Anziehungspunkt für Touristen ist die von stattlichen Bauten gerahmte Plaza del Pópulo, auch Plaza de los Leones genannt. Hier erhebt sich mit der Antigua Carnicería eine Renaissancebau des 16. Jhs., dessen frühere Funktion als Schlachthaus nicht erkennbar ist. Im ersten Stock wird der Bau durch eine Galerie gegliedert, ein in der maurischen Architektur nicht selten anzutreffendes Stilelement. Ein prächtiges Wappen Karls V. schmückt die Fassade. Aus dem ersten Drittel des 16. Jhs. stammt die Casa del Pópulo, hinter deren plataresker Fassade sich heute das Tourismusbüro befindet. Der mit vier liegenden Löwen geschmückte Löwenbrunnen (Fuente de los Leones) ist römischen Ursprungs und stammt aus den Ruinnen der Stadt Castulo. Die weibliche Figur in der Mitte soll der Überlieferung nach Imilce darstellen, die Ehefrau Hannibals.

Catedral de Santa María (Kathedrale)
Die Mitte des 16. Jahrhunderts an der Stelle einer Moschee errichtete Kathedrale erinnert in ihrer Form an die von Jaen, auch hier war der Baumeister Vandelvira beteiligt. Während das Portal Puerta del Perdón gotisch ist, zeigt die Puerta de la Luna noch deutlich maurische Stilelemente. Der gotische Kreuzgang birgt an der Südseite drei Kapellen im Mudejarstil. Sehenswert die Capilla del Sagrario mit einem kunstvoll ausgeführten Eisengitter von Meister Bartolomé aus Jaén, die sechseckige, schmiedeeiserne Kanzel aus dem Jahr 1580 und die Capilla Mayor mit ihrem Sterngewölbe und einem Barockretabel.

Andalusien: Baeza, Iglesia de la Santa Cruz

Reste des romanischen Ursprungsbaus birgt die Iglesia de la Santa Cruz

Iglesia de la Santa Cruz
Gegenüber dem Palast von Jabalquinto erhebt sich dieses seltene Beispiel für Reste romanischer Architektur in Andalusien. Im Inneren Fresken aus dem 15. Jh.

Palast von Jabalquinto
Der Palast in der Cuesta de San Felipe fasziniert durch seinen gotisch-isabellinischen Fassadenschmuck, der in seinen wesentlichen Teilen auf das ausgehende 15. Jh. zurückgeht. Als Verzierung dienen sogenannte Diamantquader und runde Strebepfeiler, die in arabisch inspirierten Stalaktitenformen auslaufen. Das Gebäude verfügt über einen schönen Renaissancehof und eine mächtige Treppe im Stil des Barock.

Weitere sehenswerte Kirchen und Paläste im Stil der Renaissance sind u.a. in den Straßen San Pablo und San Francisco zu bewundern.

 

 

 

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