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Alpujarras

Andalusien: Alpujarras

Die karge Gebrigslandschaft der Alpujarras

Die Gebirgslandschaft der Alpujarras zieht sich am Südrand der Sierra Nevada entlang, eine Landschaft abseits der großen Touristenströme mit einer Reihe kleiner weißer Dörfer in Hanglage, die sich vor allem als Ausgangspunkt für Wanderungen in die Bergwelt anbieten. Lange Zeit war dieses Gebiet von vertriebenen Mauren bewohnt, bis diese im 16. Jh. nach einer Reihe von glücklosen Aufständen auch von hier vertrieben wurden. Die Mauren hinterließen ein unschätzbares Gut: Durch Terrassenanbau und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem hatten sie das Land urbar gemacht. Noch heute gibt es hier eine reiche Ernte an Früchten, werden Mandeln und leckerer Wein angebaut und auch einer der besten Schinken stammt aus den Alpujarras. In kaum einer anderen Gegend Andalusiens ist der 800 jährige arabische Einfluss stärker erhalten geblieben als in einigen der Bergdörfer der Alpujarras.

Die Alpujarras lassen sich in einer Rundfahrt erschließen, den meisten Charme strahlen allerdings die im nördlichen Teil gelegenen Bergdörfer aus, in denen sich seit einigen Jahren so etwas wie angepasster Tourismus entwickelt hat, der von seinem Ausmaß her die Region nicht zu zerstören scheint.

Von Granada her kommend ist Lanjaron einer der ersten Haltepunkte, berühmt ist der Ort vor allem wegen seines leckeren Mineralwassers, das fast überall in Spanien angeboten wird. Vor allem Spanier zieht es in diesen kleinen Kurort mit seinen schattigen Promenaden, wo man in einer Trinkhalle das Heilung versprechende Wasser schlürfen kann. Der Kuraufenthalt wird u.a. bei Leber- und Darmleiden empfohlen.

Bei Orjiva geht es dann auf sehr schöner, aber äußerst kurvenreicher Strecke nach Carataunas, mit einer der besten Übernachtungsmöglichkeiten auf der Strecke. Die drei folgenden Orte Pampaneira, Bubión und Capileira (1300 Meter Höhe) liegen nicht nur ausgesprochen reizvoll am Hang, sie verfügen auch über eine ansprechende Infrastruktur mit Pensionen, Restaurants und Geschäften, in denen schönes regionales Kunsthandwerk zu finden ist, darunter die berühmten jarapas, aus Textilresten hergestellte bunte Teppiche. Von hier aus läßt es sich herrlich wandern, Tips, Kartenmaterial und auch Wanderführer gibt es in einem Informationszentrum in Pampaneira. Auch Moutainbiker zieht es in diese Gegend, Wanderer können Schluchten erforschen oder gar den Weg bis hinauf auf den Veleta wagen. Die drei Dörfer stehen zum Teil unter Denkmalschutz, kann man hier doch an mehreren Stellen noch eine traditionelle Dorfarchitektur erleben, wie sie ähnlich im nördlichen Marokko zu finden ist. Die Häuser sind zum Teil aus Lehm und Bruchstein errichtet, die Dächer meist als Flachdächer angelegt, auf denen sich im Sommer ein Großteil des Lebens abspielt, die Gassen noch teilweise von den typischen Laubengängen bedeckt.

Andalusien: Die Schinken von Trevelez

In Trevelez wächst feinster Schinken vom Himmel

Weiter Richtung Osten erreicht man schließlich das 1500 Meter hoch gelegene Trevélez. Hhier ist alles auf das Schwein abgestellt, die berühmten Schinken des Ortes hängen zu Dutzenden in den Schaufenstern, in einem Cafe-Restaurant gleich am Anfang des Ortes, Meson Joaquin, hängen hunderte von diesen Schinken von der Decke. Man sitzt sozusagen unter einem Schinkenhimmel, kleine Näpfchen verhindern, daß Fett heruntertropft. Neben Schinken kann man in diesem auf Touristen eingestellten Ort auch regionales Kunsthandwerk kaufen.

 

 

 

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