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Almería

Viele Besucher machen nur mit dem Flughafen der Stadt Bekanntschaft, um gleich in die umliegenden Ferienorte aufzubrechen. Dabei ist die Hafenstadt mit ihren 170 000 Einwohnern durchaus einen Besuch wert, auch wenn herausragende Sehenswürdigkeiten fehlen. Es ist eher die Verknüpfung von modernem Spanien und Resten afrikanischen Flairs, die zu einem Bummel einlädt.

Andalusien: Blick auf das Viertel La Chanca und den Hafen von Almeria

Blick auf den Hafen und das Viertel La Chanca

Auf den Hafen anspielend nannten die Römer die Stadt portus magnus, „Spiegel des Meeres“ hieß die Siedlung unter den Arabern, unter denen die Stadt zu einem der wichtigsten Seehäfen aufblühte. Erst relativ spät, im Jahre 1489, wurden die Mauren aus der Stadt vertrieben. Die Bewohner Almerías mussten viel Leid ertragen, vor allem im 16. Jh., als vier starke Erdbeben die Stadt heimsuchten, insbesonder im Jahr 1522 wurden dabei schwere Verwüstungen angerichtet, so daß heute Gebäude aus früheren Jahrhunderten fast völlig fehlen.

 

Sehenswürdigkeiten

Alcazaba

Andalusien: In der Alcazab von Almeria

Mit dem Bau der Festung auf einem 70 Meter hohen Hügel über der Stadt wurde bereits im Jahr 995 unter Abd ar-Rahman III. begonnen, in den folgenden Jahrhunderten weiter ausgebaut. Bei Bedarf soll ein Heer von 20 000 Soldaten innerhalb der Mauern Platz gefunden haben. Mehrfach durch Erdbeben zerstört und wieder aufgebaut ist vom einstigen Glanz im Inneren heute nichts mehr erhalten geblieben, auch wenn neu angelegte Gartenanlagen mit Wasserwegen und kleinen Brunnen an die maurische Tradition anknüpfen. Erhalten blieben mächtige Festungsmauern und Türme, darunter der "Turm des Spiegels“, von dem aus die Mauren mit Hilfe eines Spiegelsystems angeblich schon von weitem nahende Schiffe ausmachen konnten. Ein Teil der Festungsanlage zieht sich durch das Tal bis zum nächsten Hügel San Cristobal, im Tal selbst sieht man das „Zentrum zur Rettung der Flora der Sahara“ liegen, das sich um die Erhaltung vom Aussterben bedrohter Tiere bemüht.

Kathedrale

1524 wurde mit dem Bau dieses dreischiffigen Gotteshauses begonnen, erst im 18. Jh. konnte es fertiggestellt werden. Dieser langen Bauzeit ist auch das Nebeneinander verschiedener Stile zu verdanken, ein gotischer Grundaufbau neben Renaissance-Portalen, Elemente des Barock bei den Altargemälden bis hin zu dem frühklassizistischen Kreuzgang aus dem Ende des 18. Jh. Auffallend ist die insgesamt wehrhafte Gestaltung der Kirche, Ausdruck einer langanhaltenden Bedrohung der Stadt durch Piraten bis ins 18. Jh. hinein. Beachtung verdient das schöne, platareske Chorgestühl aus dem 16. Jh.

Kirche San Juan

An der Stelle der einstigen Hauptmoschee errichtet, sind heute noch Reste des mihrab aus dem 10. Jh. zu erkennen. Die Kirche selbst stammt aus dem 17. Jh.

Kirche Santiago

Auffallend an dieser im 16. Jh. errichteten Kirche ihr platareskes Portal von Juan de Orea sowie ein 55 Meter hoher Turm.

Viertel La Chanca

Dieses alte Viertel gleich unterhalb der Alcazaba führt ein wenig das alte Almería vor Augen mit seinen würfelförmigen, teils weiss gestrichenen, teils farbig angemalten Häusern. Hier leben viele Zigeuner in staatlichen Sozialwohnungen.

 

 

 

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