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Slowenien im Überblick

Jahrzehnte lang wurde Slowenien von fremden Staaten regiert. Bis 1918 Teil der Österreichisch – Ungarischen Doppelmonarchie, gehörte es im Anschluss zum Königreich der Serben. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss es sich angesichts des wachsenden italienischen Drucks von Westen und aus Furcht vom Nachbarn Österreich einverlebt zu werden, dem neuen sozialistischen Jugoslawien an. Doch es war für Slowenien eine ungleiche Förderation, in die das kleine Ländchen im Norden mehr einbrachte als die anderen. Mit ihrem Austritt aus dem Bund im Frühjahr 1990 leitete Slowenien nicht nur das Ende der kommunistischen Herrschaft in Jugoslawien ein, sondern letztlich auch den allmählichen Zerfall des jugoslawischen Staates. Seit dem 7. Oktober 1991 ist Slowenien nun ein souveräner Staat, der sich wirtschaftlich wieder erholt hat und auch als Urlaubsziel einiges in die Waagschale werfen kann.

Triglav-Gebirge (Slowenien)

Unterwegs im Triglavgebirge

Im Westen des Landes reichen die Gebirgsketten bis auf 2800 Meter Höhe, liebliche Almen und saftige Wiesen in den Tälern, auf denen die „Heuharfen“ stehen, geben ein typisches Bild ab. Seit der Tunnelverbindung unter den Karawanken hat die Kurbelei über die steilen Passstrassen ein Ende und der Transit ist jetzt auch für Gespannfahrer eine Wohltat. Die Bergbäche dieser alpinen Grenzregion bieten Kanu-Wildwasser für Anfänger und Profis und im Winter können die Skigebiete durchaus mit denen der Nachbarn konkurrieren. Wanderer finden ein dichtes Netz markierter Wege und gut ausgebaute Klettersteige im Gebiet der Frontstellungen des Ersten Weltkriegs. Ein Bonbon für Bergfreunde ist das Triglavmassiv mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden: von gemütlichen Wanderungen bis zu Klettersteigen und Extremrouten auf den höchsten Gipfel. Unter den vielen Höhlen im Karst gehört Postojna zu den berühmtesten Tropfsteinhöhlen Europas mit unterirdischen Flussläufen, in denen der farb- und augenlose Grottenolm lebt. Eine Höhlenbahn schlängelt sich weit in den Berg hinein, vorbei an Tropfsteinen und Sinterterrassen. Aber auch die benachbarte Pivka Jama und Crna Jama gehören zu dem weitläufigen Höhlensystem und lohnen den Besuch.
In Slowenien trifft man sogar noch auf weite Naturschutzgebiete, in denen selbst der Wolf wieder heimisch ist.

Ljubljana, Stadt und Burg (Slowenien)

Blick auf Stadt und Burg von Ljubljana

Fast alle Städte sind noch unter ihrem alten österreichischen Namen bekannt: Ptuj (Pettau) die hübsche Kleinstadt an der Drau, Kranj (Krain), oder die bedeutende Industriestadt mit altem Kern auf einem Sporn, Postojna (Adelsberger Grotten). Die Hauptstadt Ljubljana wurde während der k. und k. Monarchie Laibach genannt. Es macht Spaß, zwischen Barockfassaden durch ihre schmalen Gassen aus der Habsburgerzeit zu bummeln, auf dem Markt einzukaufen und dem geschäftigen Treiben um die Drillingsbrücke zuzuschauen. Sehenswert ist jedoch nicht nur die Altstadt, sondern auch die Burg, die von weitem schon zu sehen ist. Sie hat der Stadt den Vergleich mit Graz und Salzburg eingebracht.

Durch Ostslowenien verläuft der berühmte „Autoput“. Diese Region ist landschaftlich flacher und das milde Klima lässt an den Ausläufern der Julischen Alpen sogar hervorragende Weine reifen. Typisch für diesen Landstrich sind die „Klappern“, kleine Windräder aus Holz mit geschnitzten Figuren, die durch ihre klappernden Geräusche neugierige Vögel aus den Obstbäumen vertreiben sollen.

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Nicht nur bei Österreichern sind die vielen Thermalquellen der Region beliebt, auch deutsche und italienische Gäste kommen gerne zur Behandlung über die Grenze. Unverkennbar zeigen die Orte ganz im Osten den Einfluss des ungarischen Nachbarn. Maribor ist mit etwa 100.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Slowenien. Anders als Ljubljana ist es eine Stadt für den zweiten Blick, die sich dem Besucher adrett am linken Drauufer zeigt.

Schloss Kostanjevica (Slowenien)

Schloss Kostanjevica

Schließlich kann Slowenien auch mit einem kurzen aber attraktiven Küstenstreifen an der istrischen Halbinsel aufwarten. Während Piran venezolanischen Charme ausstrahlt, wurde das benachbarte Portorož in den letzten Jahren zum Rummelplatz am Meer ausgebaut. Der 40 Kilometer lange Küstensteifen wurde Slowenien nach dem Zweiten Weltkrieg zugesprochen. Seit dieser Zeit wurde Koper zu einer konkurrenzfähigen Hafenstadt ausgebaut und der Tourismus entlang der Küste angekurbelt. Nahe der italienischen Grenze befindet sich Lipica, wo seit Jahrhunderten die berühmten Pferde der Spanischen Hofreitschule in Wien gezüchtet werden. Das Gestüt ist zu besichtigen und wer will kann auch auf einem Lipizzaner reiten.

Für sportlich ambitionierte bietet Slowenien viel mehr als nur Reiten auf den Lipizzanern. Angeln in den klaren Gebirgsbächen nach Forellen; Top Reviere zum Kajakfahren und Raften, Wandern in den Julischen Alpen und wunderbare Klettersteige, Drachen- und Gleitschirmfliegen ebenso wie Snowboarden und Skifahren, Golfen und Reiten...

Dirk Schröder

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