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Weltmeister im Goldwaschen

Aber Ingenieur Kana ist nicht nur Bergbauexperte, sondern auch Weltmeister. Im Goldwaschen. Auch wir dürfen uns in dieser Disziplin mal versuchen. Jeder erhält einen Eimer Kies, in den drei winzige Stückchen Gold untergerührt werden. Die eiserne Waschpfanne erinnert an einen spitzen Chinesenhut. Dann schwenken, drehen, spülen wir in einer Plastikwanne voll Wasser, Steine und Geröll schleudern über den Rand und vermutlich längst auch das Gold. Immer feiner wird das Sediment, das zurückbleibt, und am Ende, kaum zu glauben, schimmern im schwarzen Sand doch die begehrten Krümel. Alle drei. Das dauert natürlich, zehn, fünfzehn Minuten - Ingenieur Kana brauchte bei seiner weltmeisterlichen Waschung knappe zwei, um 12 Bröselchen auszusortieren.

Slowakei Mitte Goldwaschen
Wieviel Körner Gold sind hier zu finden?

Im benachbarten Banská Stiavnica wurde die erste Bergbauakademie der Welt gegründet. Die Gegenwart ist freilich weniger glorios. Im Bergbau arbeitet fast niemand mehr, Tabakfabrik und Textilherstellung haben nach der Wende zugemacht, jeder Dritte ist heute ohne Job. Viele der alten Bürgerhäuser im Zentrum verfallen immer noch, auch wenn es in Bratislava mittlerweile als schick gilt, hier eine Zweitwohnung zu besitzen.

Der Tourismus, meint Deutschlehrer Jan Sedilek, der uns fröhlich durch die Stadt und einen herunterplatzenden Wolkenbruch führt, sei die einzige Hoffnung: Die Mineraliensammlung, der botanische Garten, das Bergbaumuseum unter- und übertage, das nahe Schloss von Sväty Anton - zu sehen gibt es reichlich.

Slowakei Mitte Bergbausymbol

Waren Gold und Silber zu Barren gegossen, kamen sie nach Kremnitz, ins heutige Kremnica. Schon 1329 wurden dort die ersten Münzen geprägt, Kremnitzer Dukaten und Floriner waren im 14. und 15. Jahrhundert ihrer schönen Prägung und Reinheit wegen in ganz Europa heiß begehrt. Das neue Museum zeigt den Werdegang einer Münze vom Bergwerk über den Schmelzofen bis in die Schatulle, es dokumentiert lückenlos die slowakischen Zahlungsmittel und stellt eine schöne Sammlung von Medaillen aus: Für Staatsbesuche, zu Siegesfeiern, aus reiner Freundschaft, bei Ärztekongressen - kein Anlass, zu dem nicht in Kremnica eine Gedenkmedaille geprägt worden wäre.

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