Warum Orangen und wer ist Fritschi?
Wie in Basel geht wohl auch die Luzerner Fasnacht auf alte heidnische Bräuche zurück. Mit Lärm und Fratzen wurden die Wintergeister vertrieben. Gleichzeitig wollte man den Gott des Frühlings und der Fruchtbarkeit feiern und beschwören. Große Feuer sollten der Sonne neue Kraft geben.
Die Hauptfigur der Luzerner Fasnacht ist der Bruder Fritschi. Wer der Bruder Fritschi wirklich war, das wird steht's ein Geheimnis bleiben. Nach einer Version kommt der Name Fritschi von der Feier des Fridolinstages zur Erinnerung an die Schlacht bei Ragaz, in welcher 1200 Eidgenossen einen glänzenden Sieg über 6000 Österreicher erfochten hatten und damit der alte Zürichkrieg beendet wurde. Zum anderen wird bei dem Chronist Diebold Schilling etwa um das Jahr 1500 zum erste Mal dieser Fritschi erwähnt. Er meint damit eine Strohpuppe, die jeweils am Schmutzigen Donnerstag in die Stadt hinein geführt worden war, umgeben von Harnischträgern und Musikanten. Später wurde der Strohpuppe eine Maske umgebunden. Nach der Überlieferung setzte später ein Passant die Maske selber auf. Um 1600 schildert der Stadtschreiber ihn als verkleideten Mann mit einem weiß-blauen Rock, dessen Gesicht hinter einer seltsamen Maske steckt. Er und seine Frau seien dann hoch zu Ross und in Begleitung waffentragender Bürger, Fähnriche und junger Leute durch die Stadt hindurch zur Zunftstuben gezogen. Dort fand am Abend die jährliche Harnischschau statt, denn jeder Luzerner musste einmal im Jahr seine Waffen und sein Harnisch reinigen und kampftüchtig halten. Daraus entwickelte sich ein fröhlicher Zug, der mit einem lustigen Fest endete. Als die Feuerwaffen aufkamen fanden keine Harnischschauen mehr statt, doch auf die Umzüge wurde nicht verzichtet. Anstelle von Waffen wurden nun Masken getragen. Diese vermummten Gestalten geisterten des Nachts bei Fackelschein durch die Gassen Luzerns. Seit dem vorletzten Jahrhundert werden Schauumzüge mit geschichtlichen und aktuellen Nummern veranstaltet.

Ach ja, die Orangen: weil es sich um die Safran-Zunft handelt. Diese führt mit ihren drei reitenden Herolden und der Zunftfahne die Umzüge an und alle werfen dann zentnerweise Orangen in die Menge.
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