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Eine Glocke für die Königin

Auf diese Weise verlassen in jeder Runde die schwächsten Kühe den Ring, am Ende bleiben die sechs stärksten übrig, die dann in Zweikämpfen gegeneinander antreten. Da sich in der kurzen Zeit nicht alle von allein ihre Gegnerinnen suchen, gibt die Jury die nötigen Hinweise: „Nummer 148 und Nummer 144 zusammenführen“. Die Rabatteure helfen entsprechend nach. Und schon stehen sich Corina und Mignonne gegenüber.

Schweiz Wallis staubende Kuehe

Wer am Ende alle anderen überwältigt hat, ist Königin. Dann heißt es: „Tiere anheften“, die Besitzer fangen ihre Kühe ein, und die Jury gibt die Rangordnung bekannt. Marlena, Nummer 137, ist diesmal die Königin ihrer Kategorie. Sie bekommt eine hübsche Glocke am kunstvoll verzierten Lederband um den Hals, aber ob sie darauf stolz ist, weiß niemand zu sagen. Der Besitzer jedenfalls ist es, da der Sieg das Ansehen unter den Züchtern und natürlich auch den Wert des betreffenden Tieres erhöht.

Im Wallis ist der Kuhkampf ein fest verankertes Volks- und Familienfest. Die Monatszeit-schrift „Gazette des reines“ sowie eine wöchentliche Sendung im lokalen Radio berichten über die anstehenden Kämpfe. Je nach Veranstaltung kommen zwischen drei- und zehntausend Besucher, und fast alle sind Einheimische. Es gibt „Angefressene“, die bei jedem Kampf dabei sind, andere kommen nur, wenn Kühe aus dem eigenen Dorf in den Ring treten. Am Sonntagmorgen, schon lange vor Beginn der Kämpfe, drängen sich die Zuschauer auf den Rängen. Alle, selbst die Kinder, sind sachkundig und engagiert. Während der einstündigen Mittagspause sitzen die Züchter mit ihren Familien und Freunden neben ihren Kühen im Schatten und machen Picknick. Schon lange vor Ende der Pause aber haben die Zuschauer bereits ihre Plätze wieder eingenommen und warten ungeduldig auf den Fortgang der Kämpfe. Schließlich will niemand verpassen, wer heute Königin wird.

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