Wildes Getümmel und flüchtige Rempeleien
Wie auf ein geheimes Zeichen hin entsteht ein wildes Getümmel mit flüchtigen Rempeleien und schrillem Glockengebimmel, während die Tiere durcheinanderrennen, Bock-sprünge machen und viel Staub aufwirbeln. Bewegung kommt in solchen Augenblicken auch in die Zuschauerränge; lautes Rufen, Gebrüll und Applaus begleiten die plötzliche Unternehmungslust der Kühe. Am Rande des Rings hopsen die Besitzer wie die Kobolde hin und her. Sie fiebern mit ihren Tieren mit, feuern sie an, leiden mehr an einer Niederlage als die Kühe selbst.

Ordnung und menschliche Kontrolle müssen auch beim Ringen der Rindviecher herrschen, und dafür sorgen die so genannten Rabatteure: Diese Treiber, fünf an der Zahl, sind nicht die Helden, sondern nur die Helfer des Kampfes. Deshalb tragen sie auch keine glitzernden Kostüme, sondern blaue Arbeitskittel, und statt mit roten Tüchern sind sie mit schlichten Holzstöcken ausgerüstet. Rabatteure sorgen für Disziplin im Ring, halten Dritte vom Eingreifen in ein Duell ab und stellen Kühe gegeneinander, die sich bisher noch nicht zum Kampf gefunden haben.

Nicht jede Eringerkuh mag kämpfen, es gibt auch friedliche und faule Charaktere. Deshalb helfen die Rabatteure nach und treiben das zurückhaltende Stück Vieh an, führen es am Halsband in den Kampf gegen eine Geschlechtsgenossin. Renny jedoch, Nummer 121, gibt sich trotz aller Versuche unbeteiligt und wird daraufhin aus dem Ring geschickt. Tiere, die mehrere Kämpfe hintereinander verlieren, werden von der Jury ebenfalls ausgesondert: „Nummer 173, abführen“, heißt es dann, und diesmal muss Amira vom Platz. Manchmal ruft ein Züchter seine Kuh auch freiwillig aus dem Kampf zurück, weil er sieht, dass sie heute nicht rauflustig genug ist oder gegen die anderen keine Chance hat. „Merci, der Besitzer von Nummer 162“, heißt es daraufhin von Seiten der Jury, und der Bauer zieht mit seiner Tarantella von dannen.
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