Der Entscheid war goldrichtig
Alles begann eines Abends, als ein kleines Mädchen am Esstisch im Hotel Bellevue in Braunwald zu "täupeln" begann. Zu seiner Beruhigung versprach der Hotelier Martin Vogel, dem Kind eine Gute-Nacht-Geschichte nach dem Essen zu erzählen. Am folgenden Tag stellte das Mädchen die unweigerliche Frage: "Wenn ich wieder brav bin, erzählst Du mir dann noch eine Geschichte?" Nun hörten noch weitere Kinder dem Märchenonkel zu. Dieses Märchenstunde war der Ursprung des Klubs kinderfreundlicher Hotels. Vogel, der gebürtige Glarner aus alteingesessener Hotelierdynastie, macht beispielhaft vor, was ein ideenreicher Gastwirt mit einem 86 Jahre alten Haus fertigbringen kann. Der Entscheid, voll auf Kinder zu setzen, war goldrichtig: Auch in der Zwischensaison ist das "Bellevue" ausgebucht.

Blick auf das Hotel
Bellevue in Braunwald
Das Hotel hat sich geradezu zu einem Mekka für Kinder entwickelt. Hier stehen die Kinder nicht nur in der Hochglanz-Werbebroschüre im Mittelpunkt. Schon bei der Ankunft werden sie herzlich und speziell begrüßt. Sie erhalten einen eigenen Jeton für die Kinderbar, speisen in einem speziellen Saal, toben sich auf dem riesigen Luftschloss-Trampolin, dem Abenteuerspielplatz oder im Hallenbad mit Rutschbahn aus, und haben neben dem Märchenonkel eigenes Personal, das sich um ihr Wohlbefinden kümmert.

Luftschloss-Trampolin
im Bellevue (©Foto: D. Bochung)

Auch die kleinen Details, die den Kinderurlaub angenehmer gestalten, machen es aus, wie zum Beispiel kleinere Waschbecken und Kindertoiletten, eigene Geländer auf Kinderhöhe, oder eine Fundgrube, in der all das am Abend zusammengetragen wird, was die Kleinen so den Tag über verlegt haben. Die Erwachsenen kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Das Haus hat viele Ruhezonen, eine "Whisky-Apotheke" mit über 200 verschiedenen Sorten und stilvolle Salons. Und im Vogelschen Showblock greift die Ehefrau in die Tasten und der Märchenonkel begleitet auf der Handorgel.
Das Märchenhotel verquickt einen Hauch von Zauberberg mit der fröhlichen Atmosphäre, die Kinder in ein Haus tragen. "Nur Mickeymouse-Schnitzel und Sirup genügen nicht, um die Anforderungen eines kinderfreundlichen Hotels zu erfüllen", betonen Lydia und Martin Vogel. "Ein solches Hotel kann nicht von einem Tag auf den andern entstehen. Es muss organisch wachsen." Ohne überdurchschnittliches Engagement, eine Dosis Show- und Animationstalent, nie enden wollende Ideen und natürlich Freude am Umgang mit Kindern wäre ein solches Projekt kaum erfolgreich. Vogel brachte mit seinen Ideen frischen Wind in die Hotellerie. Und er hat bewiesen: Wer auf Kinder setzt, hat Erfolg.
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