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Goldwaschen in der Schweiz

Nicht alles ist Gold, was glänzt!

Text und Fotos: Fabrice Müller

Beim Goldwaschen wird man nicht reich. Um so wertvoller sind dafür der Erholungswert, die Nähe zur Natur und die Befriedigung der Abenteuerlust. Gold kann in verschiedenen Regionen der Schweiz gefunden werden, zum Beispiel im Napfgebiet.

Die Gummistiefel an den Füssen erinnern an jene kindliche Zeit, als das Planschen in Bächen und Pfützen noch zum Tagesprogramm gehörte. Und der Rucksack am Rücken steht für den einstigen jugendlichen Entdeckungsdrang. Kein Wunder, kommt nun die Abenteuerlust wieder zum Vorschein. Die Äuglein glänzen sichtbar heller. Der Adrenalinspiegel steigt stetig an, je lauter das Rauschen des Flusses in den Ohren ertönt. Wie schnell man doch vom verweichlichten "Flachland-Bürogummi" zum unerschrockenen Abenteurer wird! Goldwaschen im Napfgebiet steht auf dem Programm! Dort, wo die große Fontanne in die kleine Emme fließt, versuchen wir unser Glück - zusammen mit der sechsten Primarklasse aus dem bernischen Ittingen. In Reih' und Glied stehen die 24 Jungs und Mädchen nebeneinander in der Fontanne. Die Gummistiefel reichen ihnen fast bis an die Knie, das Wasser auch. Die Köpfe sind nach vorne über blaue und schwarze Kunststoffwannen gebeugt. Darin schwimmen Kies, Sand und Wasser. - Und vielleicht auch ein kleines Goldkörnchen, wer weiß? Die Wannen werden hin und her geschüttelt, nach vorne gekippt, leicht ausgespült, wieder geschüttelt, bis das grobe Gestein aus dem Flussbett wieder im Wasser landet und nur noch ein Esslöffel feiner Sand und wenig Wasser übrigbleiben.

Mit Gefühl wird der Sand hin- und hergeschwenkt, in kreisrunden Bewegungen, fast wie beim Bauchtanz. Ziel ist es, den leichten hellen vom schweren schwarzen Sand zu trennen. Im schwarzen Sand befinden sich Schwermetalle wie Quarz, Granit - und Gold. Gold ist 19mal schwerer als Wasser und neunmal schwerer als Kies. Mit etwas Glück und Fingerspitzengefühl sammeln sich ein, zwei oder gar drei klitzekleine Goldkörnchen bzw. Flitter am untersten Wannenrand an.

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