Auf den Spuren von Thomas Mann in Davos
Text und Fotos: Ulla Ackermann
Winterferien auf dem Zauberberg müssen nicht unbedingt von Skifahren und anderen Schnee-Aktivitäten ausgefüllt sein. Auf der Schatzalp, wo die Leser des Thomas-Mann-Bestsellers "Der Zauberberg" das legendäre Curhaus, jenen Zauberberg angesiedelt sehen, ist das Ambiente, das Lebensgefühl inmitten purer Jugendstil-Architektur viel zu edel und zu unterhaltend, um ihm auf den Pisten immer wieder zu entfliehen. Statt unermüdlich die Berge herab zu wedeln, kann man nach Davos Schlitten fahren, mit dem Bimmelbähnchen wieder nach oben kommen und, weil man unten im Ort zu viel Engadiner Nusstorte gegessen hat, lieber am helllichten Tag ein Schläfchen machen. Ulla Ackermann jedenfalls macht´s immer wieder so, hat das Skifahren mittlerweile fast verlernt, kommt aber stets wohl erholt aus dem "Wintersport" zurück.
Es ist einer jener Tage, wo einem beim Aufwachen der Geruch der eiskalten Luft verrät, dass es in der Nacht geschneit hat. Davos schläft noch, liegt, unbehelligt vom leisen Lärm der ersten Lieferwagen vor den Geschäften der Stadt, in seinem Bett zwischen der großartigen Kulisse der Berggiganten des Persenn, des Rische, des Bramabül-Jakobshorn, des Rinahorn und des Strela/Schatzalp - allesamt Gebirgszüge, deren Namen Skiläufern wie Musik in den Ohren klingen.

Die ersten Sonnenstrahlen tasten sich verstohlen an den Bergrücken entlang, lassen hier und da ein Raureif blindes Fenster aufblitzen, und auf den Dächern liegt eine Haube aus Schnee. In den Gassen der Altstadt glitzert das Kopfsteinpflaster wie mit Glasur überzogen. Obgleich die Schlagläden vor den Fenstern schon etwas windschiefer Fachwerkhäuser noch alle verschlossen sind, steigen aus vereinzelten Kaminen schnurgerade Rauchfahnen in den fahlen Morgenhimmel.
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