Schweiz

Baseler Fasnacht
Text und Fotos: Dirk Schröder
Laute Flötentöne durchdringen die Stadt, die Straßen sind noch dunkel, nur die Lichter der Laternen werfen einen warmen Schein auf die Fassaden der Altstadthäuser. Das einmalige kulturelle Ereignisse der Baseler Fasnacht spielt sich Jahr für Jahr in der Schweizer Grenzstadt ab.

Schon lange vor vier Uhr morgens strömt die Baseler Bevölkerung, ganze Familien inklusive Großeltern und Kinder aus den äußeren Stadtteilen ins Zentrum. Wenn die Glocken des Münsters, der Martinskirche und vom Rathaus die vierte Morgenstunde einläuten, entlädt sich dann die angestaute Spannung mit einem Aufschrei, einem Jubel aus vielen Tausend Kehlen. "Morgenstreich, vorwärts marsch" heißt dann an dem Montag nach Aschermittwoch die Devise und das stockende Vormarschieren der Gruppen setzt sich in Gang. Vorbei an der, wie eine undurchdringliche Mauer dastehende Menschenmenge, die ohne Verkleidung einen argen Kontrast darstellt. So manch einem Zuschauer läuft dann eine Gänsehaut den Rücken herunter. Wie Glühwürmchen ziehen die Cliquen mit ihren vielen farbigen "Kopfladäärnli", wie die selbst gebauten Laternen heißen, aus allen Richtungen in die Stadt. Den gewaltigsten Eindruck kann man auf dem Marktplatz gewinnen, auf dem die ersten Gruppen kurz nach dem letzten Glockenschlag aus den einmündenden Straßen auftauchen. Angeführt werden die Züge von den Maskierten mit ihren Piccolopfeifen und den Trommlern. Von allen Seiten dringen die lauten Töne und eingehenden Melodien ins Ohr.

Mit dem Morgengrauen muss man sich sputen, will man einen Platz in einer Gaststätte oder "Beitz" finden. Sei es in der kleinen "Hasenburg" oder seien es die großen Restaurantsäle der Zünfte - überall drängen sich die hungrigen und durchgefrorenen Passanten und Hauptdarsteller. In rauen Mengen werden die traditionellen Fasnachtsspezialitäten Käs- und Ziibelewaie (Käse- und Zwiebelkuchen) vertilgt.
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