Rentiere, Iglus und Schneegarantie
Åre: Schwedens Weltcup-Skistation
Text und Fotos: Hilke Maunder

Im gebirgigen Grenzgebiet zu Norwegen liegt das größte Skigebiet Skandinaviens, das bei uns noch nahezu unbekannt ist: das mittelschwedische Åre, Gastgeber der alpinen Weltmeisterschaften 2007.
Meterdick hat der Schnee den Gipfel im Griff, umhüllt Bergstation und Höhenrestaurant wie ein eiserner Panzer. In der klaren Luft haben die Schneeflocken riesige Kristalle gebildet, die filigran in der Sonne glitzern. Eine leichte Brise treibt feinen Schneestaub über die Kuppe des Åreskutan, mit 1.420 Metern Höhe Hausberg des schwedischen „Davos“. Von der Bergstation der einzigen Kabinenbahn Skandinaviens erschließen vierzig Lifte hundert Abfahrten in vier Teilgebieten, die nach den Ortschaften der Talstationen benannt sind: Åre Björnen, Tegefjäll, Duved und Åre Village - mit 23 roten und sechs schwarzen Pisten Tummelplatz der ambitionierten Skifahrer.

Weite Landschaft und viel Schnee
Für die alpinen Weltmeisterschaften 2007 wurde bei den Olympialiften nach Plänen von Bernhard Russi, der schon die örtliche Weltcup-Abfahrt der Herren gestaltet hat, eine weitere schwarze Piste gebaut: die Damenabfahrt für die Wettbewerbe im Slalom und Super-G. Vom lebendigen Dorfzentrum Åre Torget zieht sich seit 1910 alle zwanzig Minuten die Åre Bergbana am Stahlseil zum Hotel Fjällgarden empor, das 1910 mitten im Skizirkus eröffnete – und heute, durchgestylt im erdig-dunklen Zeitgeist der minimalistischen Moderne, ein angesagter Treffpunkt ist. Im Foyer checken Wintersportler an kostenlosen Internet-Terminals ihre E-Mails; am Kamin stehen gemütliche Sessel zum Aufwärmen bereit. Die Ferienstadt mit Mehrzweckhalle, Konferenzsälen, Erlebnisbad und Saunapark ist in ihren enormen Ausmaßen sichtbarstes Zeichen der neuen Zeit, mit der Åre in die erste Liga europäischer Wintersportorte aufsteigen will.
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