Aber Bruce ist nicht nur ein guter Baumeister, sondern auch ein Philosoph. "Das wirst du auf dieser Insel automatisch, weil nichts nach Plan läuft. Du brauchst immer einen Plan B". Im vorigen Winter beispielsweise, als sein Videorecorder kaputt war und ein Techniker von Oban zu ihm kommen sollte. Der brauchte acht Wochen: Dreimal war der Glenn auf Mull zugefroren und hatte die einzige Straße vereist. Dreimal war der Sturm vor Iona zu schwer, einmal die Fähre kaputt. Und an dem Tag, an dem der Techniker endlich vor seiner Tür stand, gab's keinen Strom."Und in solchen Momenten brauchst du dann einen Plan B".
"Und der wäre?"
"Nicht Videos gucken, sondern träumen."
"Und wovon?"
Von Staffa, einer kleinen Insel aus lauter mächtigen Basaltsäulen, nur ein paar Seemeilen westlich von Iona. Die liebt Bruce über alles, weil sie so wild, so einsam, so geheimnisvoll ist. "Im Winter, wenn die Stürme über das Meer fegen, dann hör ich, wie die Wogen in die berühmte Fingals - Höhle donnern. Die sieht aus wie ein Dom und soll Felix Mendelssohn Bartholdy zu seiner berühmten "Hebriden-Ouvertüre" inspiriert haben." Aber so recht kann er das eigentlich nicht glauben, denn "diesem Felix soll es auf der Bootsfahrt kotzübel gewesen sein."
Joyce hingegen, vor deren Tür wir inzwischen stehen, geht es prächtig. Auf Bruce`s Frage, wie denn so der Tag gewesen sei, antwortet sie strahlend:"My day was lovely. It was a Superday. Excellent. Nice."
Und dann kommt, was zu befürchten war: Joyce fragt nach unserem Tag. Was sollen wir ihr sagen? Die Wahrheit? Das wir vor die Tür gesetzt wurden? Vielleicht fliegen wir dann auch hier sofort raus. Also erzählen wir lieber von den Moosveilchen, die wir gesehen haben und den sanften grünen Hügeln und den weißen Schafen mit ihrem schwarzen Gesichtern und der unglaublichen Sanftmut und Gelassenheit darin. Und dann erzählt Joyce von sich.

"Bay behind
the Ocean"
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