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Kurzportrait
Zum
Jahrtausendwechsel waren sie wieder in den Schlagzeilen, die Samoa-Inseln.
Liegen sie
doch nur 35 Kilometer von der Datumsgrenze
entfernt, auf etwa 14 Grad südlicher Breite, bei 172 Grad westlicher
Länge und gut 1500 Kilometer südlich des Äquator. Als
letztes Land begrüßt Samoa den neuen Tag, als letztes Land
verabschiedet es ihn bei Sonnenuntergang. Zu den "Milleniums"-Feiern
zog dieses Phänomen zahlreiche Neugierige an und brachte Samoa
weltweite Popularität ein.

Junge
Tänzerinnen beim fiafia
im Aggie Grey's Hotel (Apia)
Ursprünglich sind alle Inseln sich bis 1850 Meter über dem
Wasser erhebende Gipfel eines mächtigen Vulkanmassivs, das steil
vom 4000 Meter tiefen Meeresboden aufragt. Dichter Regenwald, Wasserfälle
und Kraterseen prägen das Landesinnere. Die Küsten umgeben
fruchtbare Schwemmlandstreifen. Korallenriffe schützen die Inseln
wie natürliche Wellenbrecher und verhindern so eine zu starke
Brandungserosion an Land. Weite Sandstrände, türkisfarbene
Lagunen und Kokoshaine beleben den Traum vom Südseeparadies, den
die fremden Besucher mitbringen.
Im Kontrast dazu erinnern die dunklen Lavafelder und bizarren
Mondlandschaften von Savai’i an den aktiven Vulkanismus auf dieser westlichsten
und größten Insel im Archipel.
Für die Samoaner sind die Landstriche direkt an der Küste
das bevorzugte Siedlungsgebiet. Das wenig bewohnte Inselinnere wird
als Pflanz- und Weideland genutzt. Dank der vulkanischen Böden
und der auf diesen hohen Inseln generell häufigen Niederschläge
gedeiht eine relativ üppige Naturvegetation mit verschiedenen
Palmenarten, Bambus, Blütenbäumen wie Feuerakazien, Frangipani,
Hibiskus- und Bougainvilleabuschwerk und faszinierenden Orchideen.
Während die Tierwelt des Meeres und der Lagunen mit ihrer Vielfalt
und Farbenpracht Unterwassersportler entzückt, gibt sich die natürliche
Landfauna Samoas sehr bescheiden. Von den Reptilien sind nur Skinks,
Geckos und die Pazifische Boa vertreten. Einzige heimische Säugetiere
sind die Flughunde, die jedoch wegen ihres schmackhaften Fleisches
vom Aussterben bedroht sind.
Wissenschaftler vermuten, dass sich vor rund 3000 Jahren austronesische
(malayo-polynesische) Seefahrer auf dem Samoa-Archipel niedergelassen
haben. Das belegen zumindest dort gefundene Scherben von Lapita-Keramik.
Die Samoaner selbst sehen ihre Inseln als „die Wiege Polynesiens“ an.
Den Legenden nach soll die Insel Savai’i das alte Hawai’ki
sein, der Ort, wo der Schöpfergott alles polynesische Leben beginnen
ließ. Zweifellos ergaben sich im Lauf der Geschichte viele Kontakte
zwischen den einzelnen Archipelen wie Fidschi, Tonga, Samoa und den
Inseln im Westen des Pazifiks.
Von den einheimischen Seefahrt- und Bootsbaukenntnissen angetan
gab der französische Forschungsreisende Louis de Bougainville den
1768 gesichteten Landflecken den Namen "Navigator-Inseln".
Erster Europäer, der Samoa vier Jahre später tatsächlich
betrat, war der Holländer Jacob Roggeveen. Bald besuchten Handelsschiffe
mehrerer Nationen die fernen Gestade, angelockt von den Berichten über
die fruchtbaren Inseln im Pazifik. Vor allem England, die USA und Deutschland
zeigten vor und auf Samoa Flagge. So war auch die Hamburger Kaufmannsfamilie
Godeffroy 1857 in Apia ansässig geworden und dehnte allmählich
ihren Handel mit Kopra (getrocknetes Kokosnussfleisch) über die
ganze Südsee aus.
Mehrere königliche Familien, die Samoa seit Generationen regierten,
lagen zu dieser Zeit miteinander in Fehde. Willkommene Gelegenheit
für die westlichen Großmächte ihre Kriegsschiffe nach
Apia zu schicken. In Konkurrenz zueinander unterstützten sie die
verschiedenen lokalen Widersacher. Die Querelen um die Dominanz endeten
1899 mit dem Samoa-Vertrag von Berlin. Darin verzichtete England auf
seinen Anteil und ergatterte dafür Tonga und die Salomonen. Der
Osten Samoas kam unter US-amerikanische Verwaltung, der Westen mit
Upolu und Savai’i fiel dem Deutschen Reich zu. Die Teilung der
Inseln ist ein Paradebeispiel westlicher Machtpolitik. Die Deutschen,
wirtschaftlich stark durch die Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft
(DHPG), eiferten nach Prestige und Agrarbesitz, die USA suchten eine
sichere Walfangstation und eine strategisch wichtige Versorgungsbasis
für die Schifftransporte zwischen Amerika und Australien.
Zu American-Samoa gehören die kleinen Inseln der Manua-Gruppe
(Ofu, Ta'u und Olosega) sowie die Insel Tutuila mit dem geschützten
Naturhafen der Hauptstadt Pago-Pago (gesprochen Pango-Pango). Hier
durchsetzten bald die Moderne, der „American Way of Life“ und
der allmächtige Dollar die polynesische Lebensart. In Deutsch
Samoa erlebten die Insulaner vierzehn Jahre lang, was nicht wenige
ihrer Nachkommen heute "die gute deutsche Zeit" nennen. Obwohl
die Einheimischen Repressalien wie Kopfsteuer und Zwangsanbau von Kokospalmen
ausgesetzt waren, stellt Samoa in der in anderen Erdteilen längst
nicht so friedlichen Kolonialperiode unter dem Reichsadler die harmonische
Ausnahme dar. Größtenteils ist das dem Gouverneur Wilhelm
Solf zu verdanken, der für die Einheimischen trotz Widerstandes
der deutschen Pflanzer den Schutz ihrer Landrechte und eine gewisse
Selbstverwaltung durchsetzte. In wirtschaftlicher Hinsicht war die
deutsche Kolonie Samoa, die hauptsächlich vom Kopra- und Kakaoexport
lebte, erfolgreich. 1914, zu Beginn des ersten Weltkrieges fiel West-Samoa
an Neuseeland, das seine „Treuhandverwaltung“ sehr autoritär
gestaltete. Nach einer dreijährigen Militärpräsenz der
USA während des 2. Weltkrieges und einer anschließenden
Schirmherrschaft durch die Vereinten Nationen erhielt am 31.12.1961
Samoa als erstes Land der pazifischen Inselwelt die Unabhängigkeit.
Zum Staatsoberhaupt wurde der bis heute amtierende Malietoa Tanumafili
II. auf Lebenszeit gewählt. Die beiden samoanischen Staatsgebilde
unterhalten gute Beziehungen, ebenso eng sind die familiären und
kulturellen Beziehungen geblieben. Ernsthafte Bestrebungen zur Wiedervereinigung
gibt es nicht - der Status Quo ist durchaus vorteilhaft für alle
Beteiligten.
Die wichtigen Persönlichkeiten Samoas sind nach wie vor die matais,
die rund 15000 Häuptlinge oder besser Familienoberhäupter.
Nur aus ihren Reihen werden die Parlamentsmitglieder gewählt,
die bis 1991 auch das alleinige Wahlrecht besaßen. Sie sind die
Wächter über fa’a Samoa, die traditionelle Lebensweise.
Fa’a Samoa – damit wird die Orientierung der Samoaner an überlieferten
Verhaltensregeln und kulturelle Werten benannt. In erster Linie betrifft
sie die strenge hierarchische Ordnung in allen sozialen Belangen. Vor
allem die jungen Menschen müssen den traditionellen Führern,
den matai uneingeschränkten Respekt entgegenbringen. Es ist verständlich,
dass diese Haltung nicht selten kollidiert mit den Ideen freier Persönlichkeitsentfaltung,
die westlich geprägte Schulen und Medien vermitteln. Neben den
wirtschaftlichen Zwängen ist dieser kulturelle Zwiespalt Hauptgrund
für die anhaltende Auswanderung vieler junger Samoaner nach Neuseeland,
Australien, nach Amerikanisch-Samoa und von dort in die USA.
Fa’a Samoa steht aber auch für die lebensfrohe und generell
heitere Einstellung der rund 170 000 Bewohner. Damit ziehen sie und
Samoa, seit jeher als „Herz der Südsee“ umschwärmt,
die Bewunderung der palagi (gesprochen palagi), der Fremden auf sich.
Der große Erzähler Robert Louis Stevenson, der sich auf
Upolu niederließ um seine Tuberkuloseerkrankung zu mildern, nannte
das Land „die freundlichen Inseln“.

Fale,
großes Versammlungshaus in Apia
Freundlich empfängt auch Apia, das 35000 Einwohner zählende
Hauptstädtchen seine Besucher, die im Fale’olo
Flughafen und auch als Passagiere von Kreuzfahrtschiffen
am Pilot Point im östlichen
Teil der Bucht Apia Harbour ankommen. In dem Hafenbecken
hatte sich 1889 eine Katastrophe zugetragen. Englische,
amerikanische und deutsche
Kriegsschiffe hatte ein Wirbelsturm auf dem Riff
zerschlagen, 200 Seeleute waren jämmerlich ertrunken,
weil die Kapitäne der drei Kolonialflotten
trotz der rechtzeitig erkannten Gefahr in Landnähe
geblieben waren. Misstrauisch auf Reede und auf der
Lauer liegend, hatte keiner der
Konkurrenten dem anderen den begehrten Hafen überlassen
wollen.
Als sichtbare Landmarke in der Stadt ragt die 1905
erbaute Kathedrale mit ihren beiden kantigen Türmen in Apia empor. Gegenüber
informiert das Touristenbüro. Deutsche Familiennamen auf Firmenschildern
und im Telefonbuch belegen die zahlreichen Nachkommen der früheren
Kolonialherren. Weltlich lässig geht es auf dem Mulinu’u
Market zu, wo die aus den Dörfern angereisten Leute oft bis in
den späten Abend hinein ihre Obst- und Gemüsewaren verkaufen.
Wer nach handgeflochtenen Matten und Kleidung Ausschau hält, wird
auf dem Flohmarkt nahe des Wassers an der Mt. Vaea Straße fündig.
Nicht weit entfernt stehen die Stände der Fischer, die früh
am Morgen ihren frischen Fang feil bieten. Der Clocktower erinnert
an die im 1. Weltkrieg für die Briten gestorbenen Samoaner. Dort
wo die Ifi-Ifi-Straße ins Inselinnere abbiegt, findet jeden Morgen
von Montag bis Freitag ein zackiges Schauspiel statt. Das Polizeikorps,
landestypisch in Uniformröcken gekleidet, rückt unter den
Klängen der Musikkapelle vom Hauptquartier aus, um vor dem neuen
Regierungsgebäude auf der Landzunge westlich des Hafens die Flaggenparade
zu absolvieren.
Eine Institution besonderer Art wartet auf die
Besucher gleich hinter der Brücke über den Fluss Vaisigano: das Aggie
Grey’s
Hotel. Als Inbegriff samoanischer Gastlichkeit zieht das 1930 von Aggie
Grey – Tochter eines Neuseeländers und einer Samoanerin – gegründete
Haus illustre Gäste aus aller Welt an. Neben Scharen von amerikanischen
GI’s während des 2. Weltkrieges genossen Filmstars, Politiker,
Literaten und sogar die königliche Familie das charmante Flair.
Die teilweise im traditionellen Fale-Stil erbaute Anlage ist jeden
Mittwoch Schauplatz des fia-fia, eines festlichen Spektakels mit samoanischen
Tänzen und einem üppigen Buffet.
Unterhaltung bieten auch zahlreiche Bars und
Kneipen, die alle das beliebte, in deutsch-samoanischer
Koproduktion gebraute Bier der
Marke „Vailima“ ausschenken.
Im Westen von Upolu bedecken zwischen dem Flughafen
und Mulifanua, wo die Fähre nach Savai’i ablegt, weite Kokosplantagen das
Land. Zuvor reiht sich ein Dorf an das andere, überall zeugen
Kirchen von den Erfolgen der Christianisierung. Oft in unmittelbarer
Nachbarschaft der fales, großer, nach allen Seiten offenen Versammlungs-
und Gemeinschaftshäuser. Zu den vorgelagerten Inselchen Apolima und Manomo verkehren kleine Boote, dort verwöhnen weiße
Strände, Lagunen und Abgeschiedenheit die Besucher. Stranderholung
bietet auch der Südwesten Upolus wie der Return to Paradise Beach – benannt
nach James Micheners Roman – der Manureva Beach und östlich
der Ortschaft Lotufaga
uta der Coconut Beach.

Wasserfall
im Inselinnern, Upolu
Von der Südküste führt die Cross Island Road über
einen Pass zurück nach Apia. Von der Straße aus kann man
den über 100 Meter hohen Tiavi-Wasserfall bestaunen und zum Kratersee
Lanoto’o gelangen, in dem jede Menge Goldfische schwimmen. Die
Farm der Familie Grey mit dem Grab von Aggie Grey und der einzige Bahai’i
Tempel Ozeaniens sind weitere Attraktionen entlang der gut ausgebauten
Süd-Nord-Piste. Wenige Kilometer vor der Hauptstadt erhebt sich
Mount Vaea 470 Meter über dem Meer. Im vornehmen Vorort Vailima ist zweifellos die ehemalige Residenz des schottischen Schriftstellers
Robert Lous Stevenson einen Besuch wert. Das als „Villa Vailima“ bekannte,
großzügig angelegte Holzhaus beherbergt heute ein Museum,
das den weltbekannten Autor der „Schatzinsel“ ehrt. Bei
den Samoanern, denen er mit viel Verständnis und Engagement für
deren Kultur begegnete, ist Stevenson allemal beliebt. Sie nannten
ihn Tusitula, den Geschichtenerzähler, und begruben ihn 1894 seinem
Wunsch entsprechend auf dem Gipfel des Vaea.
Wer sich
von Apia auf der Küstenstraße nach Osten wendet,
gelangt schon bald zum Palolo Deep Marine Reserve, einem Schutzgebiet
entlang eines Riffs, ideal zum Schnorcheln und Schwimmen. Hier fischen
die Einwohner übrigens zweimal im Jahr nach dem Palolo-Riffwurm,
den sie „Kaviar der Südsee“ nennen. Am Piula Methodist
Theological College, der ersten methodistischen Missionsschule Samoas,
und ein paar Dörfern vorbei führt die Straße steil
hinauf auf den Lemafa Pass. Auf der anderen Seite liegen der Afulilo
Stausee und die Sopo’aga Wasserfälle. Im Distrikt Aleipata
sind vor allem die Strände am ruhigen Meer und ein paar, meist
unbewohnte Inselchen vor der Küste erwähnenswert. Kleine
Hütten (beach fales) kann man in Aleipata zur Übernachtung
und zum Picknick mieten. Nach rund 30 Kilometern auf der Südküstenstraße
bietet der O Le Pupu-Pu’e National Park Gelegenheit, auf Pfaden
den Wald zu erkunden und mit Glück einige der seltenen Flughunde
zu beobachten.
Vielseitige
Natur, besonders eindrucksvoll im Kontrast zwischen tropischer
Vegetation
und den
in bizarren Formen erstarrten Lavafeldern, lockt
auf der weitaus größeren Schwesterinsel Savai’i, dessen
wirtschaftliches Zentrum der Fährhafen Salelologa ist. Eine Tagestour
von Upolu aus, die einstündige Überfahrt einkalkuliert, ist
ohne weiteres möglich. Besucher mit mehr Zeit können die
Hotels und Pensionen in den Inselorten nutzen.
1858 Meter hoch erhebt sich der Mount Silisili im Landesinnern,
nur ein paar Feldwege und enge Pisten führen an den zerklüfteten
Hängen empor. Die Insel lässt sich auf einer größtenteils
asphaltierten Straße umrunden, allerdings verkehren die Inselbusse
im Gegensatz zu Upolu nur unregelmäßig. Etwa 30 Kilometer
nordwestlich von Salelologa erstreckt sich kurz hinter dem Dorf Samalae’ulu das jüngste Lavafeld, das sich aus dem von 1905 bis 1911 explosiven
Mount Matavanu (402 Meter) bis hin zur Küste ergossen hat. Der
mehr als doppelt so hohe Mount Elietoga im Westen der Insel hat im
18. Jahrhundert einen noch breiteren Lavastrom ausgespuckt. Noch immer
ist Savai’i vulkanisch hochgradig aktiv. Vielerorts haben Wirbelstürme
den Baumbestand im Regenwald arg dezimiert, wie im Rainforest Reserve
auf der nordwestlichen Halbinsel Falealupo zu sehen ist. Die Strecke
in den Inselsüden verläuft an einer atemberaubenden Steilküste
entlang, Legenden erzählen von Haien und Schildkröten, die
die Menschen in ihrer verständlichen Furcht vor der wilden Natur
verehren. Dramatisch führt sie ihre Kraft vor, wenn bei den Alofaaga
Blowholes bis 80 Meter hohe Wasserfontänen aus Lavaröhren
an der felsigen Küste schießen.
Vor einem zweiten Waldschutzgebiet, dem Tafua
Savai’i Rainforest
Reserve im Südosten, hält ein Besuch auf der Letolo Kokosplantage
eine archäologische Überraschung parat: Pulemelei. Die stufenförmige,
von Steinreihen umrandete Erdaufschüttung misst immerhin 50 mal
60 Meter und ist zehn Meter hoch. In der Umgebung hat man Gräber,
Wälle und Plattformen entdeckt. Über die Bedeutung dieser
Stätte ist kaum etwas bekannt. Auch im dritten Jahrtausend bewahrt
Samoa noch das eine oder andere Geheimnis...
Albrecht
G. Schaefer
Adressen, Links, Musik und Bücher

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Reiseinfos
Ein-
und Ausreise Staatsangehörige von Deutschland, Österreich
und Schweiz benötigen für Samoa kein Visum, ein mindestens
noch sechs Monate gültiger Reisepaß genügt. Die offiziell
auf 30 Tage begrenzte Aufenthaltsdauer kann verlängert werden, entweder
bei Immigration Office in Apia oder beim Konsulat von Samoa, (s. u.).
Bei Ausreise sind WS$ 30.- als Airport Departure Tax zu zahlen.
Klima,
Reisezeiten Tropisches, maritimes Klima, ohne ausgeprägte
Jahreszeiten. Temperaturen liegen durchschnittlich bei 28° - 30°C.
Zwischen Oktober und März herrscht sehr hohe Luftfeuchtigkeit, es
kommt zu häufigen, meist kürzeren Regenschauern. April bis
September sind die angenehmeren Monate mit geringerer Luftfeuchtigkeit,
als beste Reisezeit für Europäer bieten sich die Monate Juli
und August an.
Gesundheit
Samoa ist frei von tropischen Krankheiten, Impfungen werden, außer
bei Einreise aus Infektionsgebieten, nicht verlangt. Vorsichtshalber
sollte Schutz gegen Hepatitis, Tetanus und Polio erneuert bzw. aufgefrischt
werden. Sonnen- und Insektenschutzmittel werden empfohlen. In größeren
Orten fließt einwandfreies Leitungswasser, abgefülltes Trinkwasser
ist ebenfalls überall erhältlich.
Geld
Samoan Tala (S$) heißt die offizielle Währung, (1 Tala
= 100 sene). Ein Tala ist derzeit Euro 0,292 wert. Alle größeren
Hotels, Airlines, Restaurants, Geschäften, Reise- und Mietwagenagenturen
akzeptieren die gängigen Kreditkarten.
Sprache
Obwohl Samoanisch die Nationalsprache ist, wird Englisch als offizielle
Verkehrssprache benutzt.
Statistik
Lage
Die nächsten Nachbarn Samoas (13°25’ S, 172° 20’ W)
sind das französische Territorium "Wallis und Futuna" sowie die
Tokelau-Gruppe (neuseeländisch), jeweils rund 400 Kilometer entfernt. Zum
Königreich Tonga sind es rund 600, bis zu den Fidschi-Inseln gar fast 900
Kilometer. Hawaii im Norden ist fast 4.700 Kilometer entfernt, nach Neuseeland
im Süden sind es 2.600 und nach Australien im Westen etwa 3.800 Kilometer
(Sydney). Nach Los Angeles sind es fast 8.000 Kilometer.
Samoa ist ein kleines Land; der unabhängige Staat ist mit rund 2900 qkm
so groß wie Luxemburg, aber weit dünner besiedelt. Ganz Amerikanisch-Samoa
hat gar nur 197 qkm und der größte Teil dieser Fläche ist unbewohnbares
Bergland. Die letzte Volkszählung war Anfang der Neunziger Jahre - heute
mögen es knapp 170.000 Einwohner im unabhängigen Samoa und rund 60.000
Einwohner in Amerikanisch-Samoa sein. Etwa ebenso viele Samoaner leben im Ausland,
vorwiegend in Neuseeland, den USA (v.a. Hawaii, Kalifornien) und Australien.
Bevölkerungswachstum minus
0,25%.
Durchschnittl. Lebenserwartung
69,8%
(72,69% bei Frauen, 67,06% bei Männern).
Ethnische Zusammensetzung
92,6% Polynesier, 7% Euronesier, 0,4% Europäer
Alphabetisierungsrate 80%
Religion
99,7% Christen (Methodisten, Katholiken, Lutheraner, Seven Day Adventist
u.a.)
Politische
Verwaltung
Der “unabhängige Staat Samoa” ist eine konstitutionelle
Monarchie unter der Führung eines Häuptlings. Das Verwaltungsgebiet
umfasst 11 Distrikte. Premierminister und 12 Minister bilden Kabinett.
Allgemeines Wahlrecht (über 21 Jahre). Politische Parteien: Christian
Democratic Party; Human Rights Protection Party or HRPP; Samoa All People's
Party or SAPP; Samoan National Development Party or SNDP; Samoa National
Party; Samoan Progressive Conservative Party; Samoan United Independent
Party or SUIP. Ein-Kammersystem als legislative Versammlung – Fono
-:49 Mitglieder (davon 47 von Samoanern gewählt, 2 von Nicht-Samoanern),
nur matai als Mitglieder für 5 Jahre wählbar.
Verhaltensregeln
Auch Besucher sollten Fa’a Samoa respektieren.
Einige wichtige Regeln:
Während des abendlichen (18.00 – 19.00 Uhr) Gebetes – dauert
i.d.R. 10 bis 20 Minuten - soll man nicht im Dorf umherlaufen.
Frauen werden gebeten einen lavalava (Wickelrock) zu tragen, besonders
bei Besuch von Kirchen.
Weder Nackt- noch Oben-ohne-Baden (für Frauen) sind erlaubt.
Vor Betreten eines fale sind die Schuhe auszuziehen.
Wenn im fale Ältere sitzen, sollen Besucher sich ebenfalls setzen.
Dabei auf keinen Fall die Füße in Richtung anderer anwesender
Personen zeigen lassen.
Vor dem Fotografieren in Dörfern um Erlaubnis bitten.
Wirtschaft
Bislang ist die Wirtschaft Samaos abhängig von Entwicklungshilfe,
von Einkünften der Übersee-Familien und den Agrarexporten (hauptsächlich
Kokosprodukte). Zwei Drittel der arbeitenden Bevölkerung (rund 90.000)
sind im Agrarsektor (Anbau und Bewirtschaftung von Kokospalmen, Yams,
Taro, Bananen) beschäftigt. Das jährliche Prokopfeinkommen
liegt bei rund US$3000. Die Inflation betrug 2001 nur 2,5%. Eine bescheidene
weiterverarbeitende Industrie konzentriert sich auf Agrarprodukte, Baumaterialen,
Autoteile. Problematisch ist der Schwund im Fischbestand der Region.
Auch die häufigen Wirbelstürme beeinträchtigen die nationale
Wirtschaft erheblich. Der Fremdenverkehr spielt mit 16% Anteil am Bruttosozialprodukt
eine zunehmend wichtige Rolle; im Jahr 2000 besuchten etwa 85,000 Touristen
Samoa.
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