Reisemagazin schwarzaufweiss

Marathon auf Schienen zwischen Wodka, Stutenmilch und Pekingente

Mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking

Text: Dagmar Krappe
Fotos: Axel Baumann

Ihr Blick ist auf die zusammengerollte gelbe Fahne in ihrer linken Hand gerichtet. Konzentriert wartet sie auf die nächste Lautsprecherdurchsage. Mit kariertem Rock, roter Jacke und blauer Schiffchenmütze bekleidet steht Natascha in der offenen Waggontür des Expresszugs „Sibirjak“. „Bitte nehmen Sie Ihre Plätze ein. Der Zug fährt in zwei Minuten ab“, schallt es über den Bahnsteig. Ein spannender Moment für die 14-jährige „Schaffnerin“. Genauso wie für ihren 13-jährigen „Kollegen“ Dima. Er wird den „Sibirjak“ mit seinen fünf in allen Regenbogenfarben bemalten Waggons 20 Minuten lang über die „Insel der Jugend“ steuern. „450 Kinder und Jugendliche aus Irkutsk und Umgebung machen hier jedes Jahr ein mehrtägiges Praktikum, um vielleicht eines Tages einen Beruf bei der Eisenbahn zu erlernen“, berichtet Ausbilderin Natalia Podolschetzkaja: „Möglicherweise werden sie in einigen Jahren Touristen aus vielen Ländern der Welt auf der Transsibirischen Eisenbahn begleiten.“ Reisende, die in elf Tagen über 7.800 Kilometer auf Schienen zwischen Moskau und Peking zurücklegen, während am Zugfenster Wälder, Flüsse, Seen, Steppe, Wüste und Berge vorbeiziehen.

Russland - Moskau - Kasaner Bahnhof

Kasaner Bahnhof in Moskau, hier beginnt die Reise

Kilometer 0

Unser Transsib-Abenteuer beginnt am Kasaner Bahnhof in Moskau. „Poesda N 974 (Zugnummer 974), Moskau – Erlian“ erscheint auf der elektronischen Anzeigetafel. Galina und Nelli, die beiden Provodnikas (Schaffnerinnen), erwarten uns vor dem hellblauen Wagen „Nummer 12“ auf Bahnsteig 7. Mit 21 Waggons wird sich die rote Elektrolok in wenigen Minuten auf die ersten 800 Kilometer der Strecke begeben. Das Abteil ist eng: links und rechts eine dunkelgrün bezogene Sitzbank, dazwischen ein kleiner Klapptisch unterhalb des Fensters. An den beiden Wänden zu den Nachbarabteilen prangen große, ovale Spiegel, eingerahmt von nostalgisch geschwungenen Milchglaslampen. Es gibt keinen Schrank, nur ein Ablagefach hoch über der Eingangstür. Also schieben wir die Koffer unter die Bänke und ziehen sie mehrmals am Tag wieder hervor, wenn wir daraus etwas brauchen. An den beiden Waggonenden befindet sich jeweils eine Toilette, und 18 Reisende teilen sich eine geräumige Dusche. Klingt unhygienisch. Ist es aber nicht. Die Schaffnerinnen halten „ihren Waggon“ gut in Schuss. Wer es komfortabler haben möchte, muss auch mehr zahlen. In den in den 1950er Jahren gebauten Mahagoni-getäfelten Nostalgie-Wagen, gibt es zwischen zwei Abteilen einen engen Waschraum mit Dusche. Viele russische Regierungsbeamte von der Ära Nikita Chruschtschow bis Leonid Breschnew reisten so durchs Land. In den neuen Bolschoi-Waggons verfügt sogar jedes Abteil über ein eigenes Bad mit Toilette.

Russland - Moskau - Metrostation

Moskauer Metrostation

20:50 Uhr. Es ruckt und schaukelt. Der Zug macht einen Bremstest. Dann setzt er sich langsam Richtung Südosten in Bewegung. Moskau war nur die Ouvertüre: Eine Fahrt mit der Ringlinie durch die unterirdischen Schlösser, wie die mit Marmor, Mosaiken, Wandmalerein und Statuen ausgestatteten Metrostationen auch genannt werden. Ein Bummel über den Roten Platz. Ein Eis im Kaufhaus GUM. Ein Besuch des Prominenten-Friedhofs „Novodevitschje“ am Neujungfrauenkloster. Russische Schriftsteller, Komponisten, Maler, ehemalige Staatsmänner - wie Chruschtschow und Jelzin - und deren Ehefrauen sind hier begraben.

Russland - Moskau - Jelzins Grab auf dem Novodevitschje

Jelzins Grab auf dem Prominenten-Friedhof „Novodevitschje“

Als am Fenster die Wohnhausplattenbauten der 10,5-Millionen-Metropole vorbeiziehen, sitzen wir bereits in einem der vier Speisewagen beim Begrüßungswodka. Mittags ein Vier-Gänge-, abends ein Drei-Gänge-Menü, damit muss unser Magen in den kommenden elf Tagen fertig werden. Er schafft es problemlos sowohl bei Borschtsch, Soljanka oder Schtschi (Kohlsuppe) als auch bei Kaviar, Rindfleisch nach Tatarenart, Kohlrouladen à la Babuschka oder überbackenem Fisch nach Art des Zarenhofs Peters des Großen. Dazu zaubert die dreiköpfige Crew in ihrer engen und schwankenden Küche leckere Salate und Desserts. Als wir nach dem ersten Abendessen schwankend (nicht vom Wodka, sondern vom Zugtempo) ins Abteil zurückkommen, haben die beiden Provodnikas die Sitzcouch in Betten verwandelt. „Schlafen kann man erst ab der zweiten Nacht“, hatte Alfred aus Köln während des Essens verkündet. Da helfe auch kein Wodka. In den letzten 20 Jahren habe er in verschiedenen Ländern der Welt ausreichend (Schlafwagen-)Erfahrungen gesammelt. Der Zug rumpelt, bremst und quietscht. Aufgrund der großen Abstände zwischen den einzelnen Schienen, fühlen sich 80 Kilometer Höchstgeschwindigkeit erheblich schneller an. Rattatadong. Rattatadong. Das Geräusch ist gleichmäßig, aber laut. Manchmal hört es sich an, als würde jemand mit dem Hammer gegen die Räder schlagen. Alfred hat Recht. Die erste Nacht in der Transsib ist nicht wirklich zum Schlafen da. Weit nach Mitternacht hält der Zug an irgendeinem Bahnhof. Stillstand. Ruhe. Beste Bedingungen, um endlich einzuschlafen. Leider nutzen Ursula und Ingrid, zwei Mitsiebzigerinnen aus Wien, die sich das linke Nachbarabteil teilen, diese Chance etwas früher. Schnarchgeräusche begleitet von unregelmäßigen Pfeiftönen dringen durch die Wand. Irgendwann rattert der Zug wieder und übertönt die Schnarcherinnen. Und irgendwann wird es wieder Tag.

Russland - Transsibische Eisenbahn - Abendessen

Ein Abendessen in der Transsibirischen Eisenbahn

Kilometer 800

Birken- und Lärchenwälder wechseln sich vor dem Fenster ab. Am späten Vormittag erreicht der Zug den ersten Haltepunkt. Kasan an der Wolga, die Hauptstadt Tatarstans. „Kasan ist multikulturell“, erklärt Anatoly Dolgov, Deutschlehrer und während der Sommermonate als Reiseleiter auf der Transsib unterwegs: „Hier leben orthodoxe Russen und moslemische Tataren friedlich miteinander.“ 1552 wurde die Stadt von Ivan IV., dem Schrecklichen, erobert und an Russland angegliedert. Die Basilius-Kathedrale mit ihren neun buntverzierten Zwiebeltürmen am Roten Platz in Moskau wurde zu Ehren dieser Schlacht errichtet. Von Weitem leuchtet die mächtige weiße Kremlmauer. „Kreml bedeutet Festungsanlage“, sagt Anatoly: „Alle alten russischen Städte haben einen Kreml, aber der bekannteste ist wohl der Moskauer.“ Neben der Maria-Verkündigungs-Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert befindet sich auf dem Kremlgelände seit 2005 die Kul-Scharif-Moschee mit acht Minaretten. Fast am Wolga-Ufer steht das Wahrzeichen der Stadt, der Sjüjümbike-Turm. „Er gehört zu den 100 schiefsten Türmen der Welt und hat eine Neigung von fast zwei Metern“, meint Anatoly.

Russland - Transsibirische Eisenbahn - Kasan Kul Scharif Moschee

Die Kul Scharif Moschee in Kasan

Kilometer 1.700

Der „Zarengold“ tuckert weiter Richtung Uralgebirge. 1.700 Kilometer von Moskau entfernt, markiert es kurz vor Jekaterinburg die Grenze zwischen Europa und Asien. In Jekaterinburg ermordeten die Bolschewiki 1918 den letzten Zaren, Nikolaus II., und seine Familie. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt inzwischen vier Stunden. Bis zur mongolischen Grenze werden wir die Uhren noch drei weitere Male vor- und einmal zurückstellen müssen. Insgesamt werden sechs Zeitzonen durchfahren.

Kilometer 3.200

Drei Tage nachdem wir Moskau verlassen haben, treffen wir pünktlich auf die Minute in Nowosibirsk am Ob ein. Inzwischen haben wir Russland über 3.000 Kilometer weit durchquert. Eine Trachtengruppe empfängt uns mit Brot und Salz, Balalaika-Klängen und Gesang, um uns die russische Seele näher zu bringen. Novosibirsk, die Hauptstadt Westsibiriens, ist erst 115 Jahre alt. Sie verdankt ihre Entstehung dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn. Auf dem Weg zum Ufer des Ob schlendern wir über den Zentralmarkt. Auf den Märkten sind Lebensmittel und andere Waren immer noch wesentlich preiswerter als in den sich nach und nach ausbreitenden Supermärkten. In der riesigen Halle vermischt sich der Duft von Gewürzen mit dem von frischen Erdbeeren und Fisch. Blondierte und stark geschminkte Verkäuferinnen in bunten Kittelschürzen hantieren hinter Fleisch- und Käsetheken. „Günstige, getrocknete Steinpilze“, schallt es von diversen Gemüseständen. An Olegs Stand türmen sich Kartons und Säcke prall gefüllt mit Hasel- und Wallnüssen. „Ich stamme aus Tadschikistan und lebe seit zehn Jahren in Novosibirsk. Seitdem verkaufe ich Waren auf diesem Markt“, erzählt er: „Gewürze, Nüsse, Trockenfrüchte.“ Wir lassen uns zum Kauf von Pinienkernen überreden, die sich im Nachhinein als schwierig zu knacken erweisen. Ein paar Meter weiter füllt Katharina einen Becher Kwas nach dem anderen aus ihrem blau-weißen Tankwagen ab. Kwas ist ein traditionelles hellbraunes Erfrischungsgetränk. Es wird aus Roggenbrot, Hefe, Zucker und Rosinen vergoren. „Nach der Wende wollten alle nur noch Coca Cola trinken“, meint Katharina: „Aber seit ein paar Jahren läuft das Geschäft wieder besser.“ Das Getränk ist leicht perlig und auch nicht so süß wie der amerikanische Konkurrent.

Russland - Nowosibirsk - Marktstand

Olek an seinem Stand in Nowosibirsk

Heute folgt ein kompletter Tag im Zug - quer durch die sibirische Taiga. Nachdem die Bahn bei Krasnojarsk die Brücke über den Strom Enisej („breites Wasser“) überquert hat, bittet die Küchencrew zur russischen Teezeremonie: Neben Russlands zweitem Nationalgetränk Tschai (schwarzer Tee) nach Wodka, werden im Speisewagen nach Lebkuchen schmeckendes Haferflockengebäck, Luftschokolade, sibirischer Honig, Moosbeerensaft und Ebereschen-Likör kredenzt. Wer währenddessen beim Blick aus dem Zugfenster die totale Einsamkeit erwartet, wird überrascht. Entlang der Bahntrasse tauchen alle paar Kilometer kleinere und größere Dörfer auf: Ansammlungen von Holzhäusern mit Wellblechdächern. Viele Häuser wirken verlassen und verfallen. Müllberge türmen sich vor den Zäunen. Menschen sieht man meist nur auf den Bahnsteigen, wenn sie auf einen Vorortzug warten. Richtung Ostsibirien sind die Birkenwälder zunehmend von Kiefern und Lärchen durchmischt. Bei einem kurzen Halt in Ilanskaja bieten Babuschkas auf dem Bahnsteig selbstgebackenes Brot, eingemachtes Obst, Gurken und Tomaten an. So versuchen sie, ihre kargen Renten aufzubessern. In größeren Bahnhöfen haben Kioske diese Art der „Bordverpflegung“ fast vollständig verdrängt.

Kilometer 5.050

Nach 5.050 Kilometern fährt der Zug mit einer Stunde Verspätung in Irkutsk ein. Das Zeitgefühl haben wir nach fünf durchfahrenen Zeitzonen längst verloren. Zudem wird auf allen Bahnhöfen entlang der Transsibstrecke weiterhin die Moskauer Zeit angezeigt, was zusätzlich verwirrt. „Im Gegensatz zur jungen Stadt Novosibirsk erhielt Irkutsk bereits 1686 das Stadtrecht“, erwähnt Stadtführer Viktor Iwanow: „So wie St. Petersburg das Tor nach Westen war, wurde Irkutsk das Tor zum Osten Richtung Mongolei und China.“ In Irkutsk beeindrucken reich verzierte Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert. Die Ornamente sind heidnischen Ursprungs und sollten das Böse abhalten. Leider sind die meisten von ihnen noch stark restaurierungsbedürftig. Um das Denkmal Alexander III. am Ufer der Angara, dem einzigen Abfluss des Baikalsees, sonnen sich viele junge Leute auf den Parkbänken in der Abendsonne. Vor ihnen auf dem Boden stehen in hellblaue Tüten gewickelte Flaschen. Was auf den ersten Blick fröhlich wirkt, ist leider versteckter Alkoholismus. „Ein ganz krasses Problem in unserem Land“, sagt Viktor.

Russland - Baikalsee Talcy Freilichtmuseum

Freilichtmuseum Talcy

Bis zum südwestlichen Ende des Baikalsees sind es von hier noch 70 Kilometer. Auf halber Strecke befindet sich das Freilichtmuseum Talcy. 1966 wurden hier aus umliegenden Dörfern altsibirische Bauernhäuser, eine Schule, eine Kirche und auch ein Ostrog, eine Holzfestung, wieder aufgebaut. Noch strahlt der Himmel, doch bald brauen sich erste dunkle Wolken zusammen. Von Listwjanka (Lärchendorf) aus, einem Ort, an dem sich viele neureiche Russen eine Villa bauen ließen oder ins Hotel- und Restaurantgewerbe einstiegen, setzen wir mit dem Boot über den See. Aus dem Wasser ragt ein kleiner, spitzer Felsstein. „Eine Legende besagt, dass Vater „Baikal“ sehr wütend wurde, als seine einzige Tochter „Angara“ zu ihrem Geliebten „Enisej“ flüchtete. Aus Zorn warf er einen großen Stein nach ihr“, so Viktor: „Dieser Schamanenstein markiert die Grenze zwischen Baikal und Angara.“ Am anderen Ufer wartet bereits der „Zarengold“, um uns auf der ursprünglichen und heute stillgelegten Transsibtrasse den „Baikal“ noch näher zu bringen.

Russland - Transsibirische Eisenbahn

Zwangspause des "Zarengold"

Doch der 670 Kilometer lange, fischreiche See ist uns nicht wohlgesonnen. Nebelschwaden ziehen auf. Martin aus Hamburg hat sich fest vorgenommen, bei zwölf Grad Lufttemperatur ein erfrischendes Bad zu nehmen. Mit einem Handtuch überm Arm steht er am Fenster und hält nach der Badebucht am Kilometer 110 Ausschau. Aber Natur und Technik machen ihm einen Strich durch die Rechnung: Lokschaden. Vier Stunden soll es dauern, bis uns eine neue Diesellok auf dem nicht elektrifizierten Abschnitt erreicht. Zwischen steiler Felswand und tiefer Böschung, an der der Baikal in sanften Wellen ausläuft, geht erst mal gar nichts mehr. Als kleine Entschädigung bekommen wir wenigstens eine weiße Baikalrobbe zu sehen, deren Kopf ab und zu aus dem Wasser auftaucht. Doch die Mechaniker geben nicht auf und bekommen die Lok nach knapp zwei Stunden wieder flott. Im Schritttempo geht es weiter entlang des Sees, der sich immer mehr in eine Nebeldecke hüllt. Beim Eintreffen in Maritui, wo ein Picknick mit Sonnenuntergang geplant ist, klatschen die ersten Regentropfen gegen die Zugfenster. Statt auf dem Grill am Seeufer wird das Schaschlik in den vier Bordküchen zubereitet. Aus dem Sonnenuntergang ist inzwischen eher ein Weltuntergang geworden. Wind heult auf. Die Temperatur sinkt auf zwei Grad. Martin hat sein Badelaken längst wieder im Koffer unter seinem Bett verstaut.

Russland - Baikalsee

Am Baikalsee

Kilometer 5.600

Als wir am nächsten Tag erwachen, hat sich sogar Schnee zwischen die Regentropfen gemischt. Die Zweitausender am anderen Seeufer gibt die Nebelwand nicht frei. Schließlich taucht der Zug wieder in die Taiga ein. Jetzt säumen zunehmend Nadelwälder die Strecke. Wir erreichen Ulan-Udé, die Hauptstadt der unabhängigen russischen Republik Burjatien. Deren Landesfläche entspricht ungefähr der Größe Deutschlands. Burjaten sind ein mongolisches Volk. Am zentralen Platz steht unübersehbar der größte Leninkopf der Welt: eine sechs Meter hohe Bronzeplastik. In Ulan-Udé trennen sich die Reisenden. Wer nach Wladiwostok will, fährt weiter auf der transsibirischen Strecke. Der „Zarengold“ zuckelt entlang der transmongolischen Route Richtung Mongolei und Peking. Hinter Ulan-Udé ändert sich die Landschaft: Berge, bis zu den Gipfeln mit Gras bewachsen. Braunbunte Kühe auf saftigen Weiden. Steppe, durchschnitten von Flüssen und Seen. Am Horizont ein Reiter, der seine Pferde zusammentreibt. Am späten Abend erreichen wir die mongolische Grenze.

 

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