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Rumänien

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rumänien

 

rumaenien - schloss bran

 

rumaenien - kloster in Sinaia

 

rumänien - Sighisoara

Fotos:
© Anita Ericson





 

Kurzportrait

Spätestens, wenn die Barry Sisters in Jiddisch von "Rumeine" als "a sisse, a scheene, a foine" schwärmen und die Klarinette dazu juchzt, wenn Fanfare Ciocarlia, die von Roma gebildete "schnellste Blaskapelle der Welt", durch die Veranstaltungshallen dröhnt, müsste man neugierig werden auf Rumänien, das nur zwei Flugstunden von Deutschland entfernt ist. Dennoch ist eines der ärmsten Länder des Kontinents noch immer eine grosse Unbekannte, weil es mit einem Negativ-Image zu kämpfen hat und die touristische Infrastruktur westliche Standards nicht erreicht. Das, so ist man bemüht, soll sich ändern, denn vorzuweisen hat die gastfreundliche Nation so einiges.

Heimat von Graf Dracula

Schloss Bran, "Heimat" von Graf Dracula

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Für US-amerikanische Touristen reduziert sich der Besuch im Land der Vorfahren meist auf den "Auf den Spuren von Graf Dracula"-Trip. Lange hat Rumänien nur dieses eine Zugpferd ins touristische Rennen geschickt, den Prinzen Vlad Tepes vom Schloss Bran in Transilvanien, der als Vorbild des Dracula gedient haben soll.

Inzwischen aber wirbt man mit der Vielfalt des Landes, das im Donaudelta mit seinen 5460 Quadratkilometern Seen, Kanälen, Inseln, Wäldern und Sanddünen ein UNESCO-Biosphärenreservat besitzt. Tulcea, "das Tor zum Delta", ist Ausgangspunkt für Schiffstouren in ein Gebiet, in dem über 300 Vogelarten und unzählige Fischarten leben.

Unberührte Natur versprechen auch die Karpaten, das Gebirge im Zentrum des Landes, in dem Wölfe und Bären, Luchse und Gemsen leben. Zentrum des Wintersports ist dort Poiana Brasov (Schulerau).

Touristisch viel frequentiert wird die 245 km lange Schwarzmeerküste, von der über 70 km dem familienfreundlichen Badeurlaub am Strand gewidmet sind. Der bedeutendste Badeort, Mamaia nahe der größten Hafenstadt Constanta, ist ebenso wie die Seebäder Neptun und Jupiter geprägt von monströsen Hotels der Ostblock-Zeit.

Bukarest, die Hauptstadt, ist mit Abstand die grösste Stadt Rumäniens. In den 1930er Jahren trug sie den Beinamen "Klein-Paris des Balkans bzw. des Ostens"; breite Boulevards, viele Parks und zahlreiche repräsentative Gebäude zeichnen sie noch heute aus. Hinzu gekommen ist der monströse Ceausescu-Palast, der mittlerweile auch besichtigt werden kann. Dank Museen und Theatern ist Bukarest auch kulturelles Zentrum des Landes.

rumänien - wagen

Fortbewegung traditionell

Die erwähnte "Graf Dracula"- Heimat Transilvanien ist auch unter dem Namen Siebenbürgen bekannt, haben doch dort Siebenbürger Sachsen gelebt und bauliche und historische Spuren hinterlassen. Sibiu (Hermannstadt), ehemalige Hauptstadt der Walachei und Zentrum der deutschsprachigen Minderheit, ist mit Kopfsteinpflaster und pastellfarbenen Häusern ebenso beliebtes Ziel wie das mittelalterliche Städtchen Sighisoara (Schässburg) mit Zitadelle und Uhrturm, genannt "das siebenbürgische Dinkelsbühl". Auch Brasov (Kronstadt) als Zentrum der Gebirgsferienregion ist noch mittelalterlich geprägt. Es ist die größte der ehemaligen deutschen Städte Rumäniens und besitzt sein Wahrzeichen in der gotischen Schwarzen Kirche.

Das Banat im Südwesten hat seinen Mittelpunkt in Timisoara (Temesvar), von wo die sog. Revolution 1989 ihren Ausgang nahm. Im Banat und in den südlichen Karpaten liegt auch das Kurbad Baile Herculane, das noch auf die Römer zurückgeht.

Moldau, die nordöstlichste Provinz Rumäniens, ist bekannt für die Bukovina-Klöster mit den Wandmalereien des 15. und 16.Jahrhunderts: Humor, gegründet 1530, Voronet ("die Sixtinische Kapelle des Ostens"), Sucevita (eine Klosteranlage in Form einer Zitadelle, von Wachttürmen geschützt), Moldovita (biblische Szenen an den Kirchenmauern) und Arbore.

Brasov (Kronstadt)

Die orthodoxe Kirche von Brasov, dem ehemaligen Kronstadt

Bekannt für Holzschnitzarbeiten sind die Maramures Bergdörfer im Nordwesten, in denen man noch eine unverfälschte ländliche Kultur findet. Holzkirchen bestimmen den Landstrich und auf dem "Fröhlichen Friedhof" von Sapanta sind die humorvollen Grabinschriften ebenfalls in Holz geschnitzt. Jährliche Höhepunkte im Maramures sind die ländlichen Feste im April, Mai, August und Dezember.

Wer Rumänien bereist, sollte darauf gefasst sein, nach nur zwei Flugstunden in einem gänzlich "anderen Land" als von Westeuropa gewohnt anzukommen. Dies gilt auch für den Standard der meisten Hotels und Restaurants. Hotelneubauten und Motels garantieren bessere Erfahrungen. Viele Rumänien-Reisende allerdings schwärmen von einer Welt, die nicht nur zwei Flugstunden von Deutschland entfernt ist, sondern auch Raum für reizvolle Entdeckungen und Erfahrungen bietet.

Werner Skrentny





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Reiseinfos

Reisezeit
Das Land weist ein zentraleuropäisches Klima auf, die beste Reisezeit währt von Frühjahr bis Herbst, für Wintersport in den Karpaten von Ende Dezember bis März. Die Sommer können sehr heiss werden - 1998 stieg die Temperatur im Donaudelta auf 44 Grad -, die Winter wiederum sehr kalt (in manchen Gegenden bis minus 30 Grad).

Preise
Aufgrund des günstigen Wechselkurses gilt Rumänien als sog. Billig-Reiseland. Man sollte US-Dollar in kleinen Scheinen mit sich führen, bei Banken wechseln, in Wechselstuben nur nach vorherigem gründlichen Vergleich der Kurse, schwarz tauschen keinesfalls (erstens ist es verboten, zweitens wird man mit ziemlicher Sicherheit übers Ohr gehauen).

Einreise
Seit 2001 ist für EU-Bürger kein Visum mehr erforderlich. Es genügt der Reisepass und für Kinder ein Ausweis mit Bild. Die Einreise-Bestimmungen können sich kurzfristig ändern, deshalb bitte vor Reiseantritt noch einmal genauestens informieren.

Gesundheit
Ein Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückhol-Versicherung wird empfohlen. Schutzimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A sind angebracht, bei längerem Aufenthalt von mehr als drei Monaten eventuell auch gegen Hepatitis B. Wer sich auf dem Land, z.B. zur Jagd, aufhält, muss sich gegen Tollwut impfen lassen. In Seen und Wäldern muss man sich unbedingt gegen Mücken schützen; insbesondere im Donaudelta treten im Sommer Cholera-Fälle auf. Auf keinen Fall Leitungswasser trinken, weder Salat noch Fisch essen, nur abgekochte und nicht aufgewärmte Speisen zu sich nehmen.

Sicherheit
Im Elend lebende Straßenkinder, Frauenhandel, Prostitution und im westlichen Ausland tätige kriminelle Banden prägen bei vielen Deutschen das Rumänien-Bild. Das Auswärtige Amt allerdings erklärt: "Wir sehen keinen Anlass, von Reisen nach Rumänien abzuraten." Gewarnt wird vor Taschendieben und Trickbetrügern, die sich z.B. als Polizisten ausgeben und Devisen kontrollieren wollen.

Gefährlicher kann der Straßenverkehr sein, denn nur die E 64, die vom ungarischen Szeged über Arad und Deva nach Sibiu verläuft, und die einzige Autobahn, die A 1 von Pitesti nach Bukarest, sind gut ausgebaut. Sonst kann man lediglich mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 50 km/h fahren, man trifft auf Schlaglöcher, Verwerfungen im Asphalt und Unterspülungen am Fahrbahnrand. Die Lenker einheimischer Lkw und Busse gelten als rücksichtslos. Wegen nicht beleuchteter Fuhrwerke und Baustellen sollte man nachts nicht unterwegs ein. An Kreuzungen und vor Ampeln muss man damit rechnen, dass Bettler, Straßenkinder und fliegende Händler auftauchen, die sich teils recht agressiv verhalten. Bitte in jedem Fall an den Versicherungsschutz denken. Es gilt die 0,0 Promille-Grenze.

Nach Artikel 200 des rumänischen Strafgesetzes werden sexuelle Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft. Zwar gab es in jüngerer Zeit keine Verhaftungen mehr, doch sind vereinzelte Übergriffe, auch durch die Polizei, bekannt geworden.

Wer sich in Rumänien etwas zu schulden kommen lässt, erhält einen C-Stempel im Pass und kann damit nicht mehr ausreisen. In dem Fall sollte man sich umgehend mit der deutschen Botschaft bzw. deren Außenstellen in Verbindung setzen (siehe wichtige Adressen).

Statistik


Lage und Bevölkerung: Im Südosten Europas, das Land grenzt am Ungarn, Jugoslawien (Serbien), Bulgarien, die Moldauische Republik und die Ukraine. Von der Nord- zur Südgrenze beträgt die Entfernung 480 km, von West nach Ost 640 km. Ein Viertel der Landesfläche sind bewaldet, im Zentrum verläuft der Gebirgsbogen der Karpaten. Rumänien ist flächenmässig so gross wie die frühere Bundesrepublik, zählt aber deutlich weniger Einwohner, nämlich 23 Millionen. Davon sind 89 % Rumänien, 7 % Ungarn, 2 % Sinti und Roma, zu den Minderheiten gehören 371 000 deutschstämmige Bürger. 87 % der Bewohner sind orthodoxe Christen.


Die größten Städte: Bucuresti (Bukarest) 2.3 Mio. Einwohner, Timisoara (Temesvar) 333.000, Iasi (Iassy) 333.000, Cluj-Napoca (Klausenburg) 318.000, Constantos (Konstanza) 316.000, Brasov (Kronstadt) 253.000, Sibiu (Hermannstadt) 169.000.

Wirtschaft: Die Arbeitslosigkeit liegt bei 10.5 Prozent, wird sich bei fortschreitender Privatisierung allerdings noch steigern. Um die Wirtschaft anzukurbeln, überweist die EU jährlich 640 Mio. Euro nach Rumänien. Vor diesem Hintergrund spielt der Tourismus, auch mangels einer guten Infrastruktur, noch keine bedeutende Rolle, bringt dem Land aber immerhin dringend benötigte Devisen.