Ceasar soll, bevor er seine Amtszeit als Imperator antrat, einmal ausgerufen haben, daß "Roma nicht zu regieren" sei. Dieser Zustand hat sich bis heute, gut zweitausend Jahre später, manifestiert, denn nichts ist römischer als die unbedingte Bereitschaft römischer Bürger zum zivilen Ungehorsam. Und doch sind neuerdings Strukturen relativer Ordnung im Stadtbild zu erkennen. So wird wieder einmal die gesamte Stadt wie bei einem Großreinemachen geputzt. Antikes, Altes, Monumentales, Bauliches, Figürliches, als Ruinen oder erhalten, mit Sandstrahlgebläsen, Wasser; Bürsten und Farben.

Auch sind "Zone azzuri", Parkverbote in den schmalsten Gassen und Häuserecken eingerichtet, Sonntags gelten für die Via Appia antica und die Via dei Fori Imperiali Fahrverbote und die meisten Ampeln sind so geschaltet, daß Fußgänger die Fahrbahn wechseln können, ohne eine olympiareife Laufleistung auf den Asphalt legen zu müssen.

Diese Eingriffe in den ansonsten selbstverständlich willkürlich agierenden Straßenverkehr hätte die Metropole Italiens beinah ihren Frieden gekostet, denn Tag und Nacht motorisiert durch Rom zu jagen, gehört zum Lebensgefühl aller Römer, der Alten, ganz Jungen und Jungen, Weiblichen und Männlichen. Während die Touristen am Rande der Vias und Corsos stehen und angestrengt nach einer Lücke in diesem endlosen Strom von Vespas, "bella macchinas" (Autos), Mopeds, Bussen und Pferdedroschken spähen, denn hin und wieder muß man schließlich auch in Rom die Straßenseite wechseln. Wenngleich die Vielzahl der Sehenswürdigkeiten den Eindruck vermittelt, daß man sich getrost ein paar Tage lang einfach geradeaus bewegen kann und immer noch nicht alles gesehen hat.