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Reiseführer Rom


Villa Celimontana

Eingang zur Villa Celimontana, Rom

Eingang zum Park

Wer im „Kirchenviertel“ unterwegs ist, San Giovanni und San Clemente und die Kirche der vier Gekrönten schon besichtigt hat und vielleicht noch San Gregorio Magno und andere Gotteshäuser besuchen will, wird sich dankbar zu einer Verschnaufpause in der Villa Celimontana niederlassen.

Der schöne Park auf dem Celio-Hügel liegt genau richtig an der Peripherie des Viertels mit den vielen berühmten Kirchen. Er ist eher ein Refugium für Einheimische, denn nur wenige Touristen kennen diesen ruhigen Ort. Man kann sich auf seinem Rasen ausstrecken oder auf den Bänken im Schatten von Pinien und Palmen, Zedern und Eichen dem gerade Gesehenen nachsinnen und Kraft sammeln für die nächste Etappe durch Roms unerschöpfliche Wunderwelten. Hinter antiken Säulen, Statuen, Marmorfragmenten  öffnen sich weite Ausblicke auf das südliche Rom und die gewaltigen Ruinen der Caracalla-Thermen. Aus kleinen Brunnen sprudelt frisches, kühles Trinkwasser hervor. Das sonst allgegenwärtige Verkehrsgetöse verebbt zu einem fernen Rauschen – eine verblüffende Erfahrung, die man schon auf dem Gianicolo und in der Villa Borghese machen konnte.

Villa Celimontana, Rom

In der Antike entstanden hier besonders luxuriöse Villen und machten den Hügel zu einer bevorzugten Wohngegend. Als aber Alarichs Westgoten im Jahre 410 über Rom herfielen und alles mitnahmen, was nicht niet- und nagelfest war, begann der schleichende Niedergang des Viertels. Die Normannen des Robert Guiscard gaben ihm 1084 in einer Zerstörungsorgie den Rest. Es wurde einsam und still auf dem Celio.
Erst die mächtige Adelsfamilie Mattei, die der Kirche acht Kardinäle stellte, in Politik, Bankwesen und Militär mitmischte und in Rom fünf Palazzi besaß, sorgte für eine Wiederbelebung der Gegend. Die Mattei kauften für 1.000 Goldscudi das als Weinberg genutzte Gelände und ließen 1582 den Park anlegen und dort einen ihrer fünf römischen Palazzi nach Entwürfen eines Schülers von Michelangelo errichten. Der Bau nahm ihre umfangreiche Antikensammlung auf, die später in die vatikanischen Museen und in den Louvre verbracht wurde, jene Säulen und Statuen mit und ohne Kopf ausgenommen, die noch heute dem Park seinen besonderen Reiz verleihen.
1802 wurde die Anlage von den Mattei verkauft, wechselte dann häufiger den Eigentümer, war zuletzt im Besitz des bayerischen Barons Richard Hoffmann, um nach dem ersten Weltkrieg vom italienischen Staat und schließlich 1926 von der Comune di Roma übernommen zu werden, die den Palazetto Mattei bis auf den heutigen Tag an die Società Geografica Italiana als deren Hauptsitz verpachtet.

Palazzo Mattei, Rom

Im Sommer ist der Park Schauplatz anspruchsvoller abendlicher Jazzkonzerte und 2012 hat sich mit „I Classici in Villa“ auch ein musikalisches Klassik-Festival etabliert.

(Haupteingang: Piazza della Navicella, Nebeneingang: Clivio di Scauro)

 

 



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