Évora
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Ein paar Schritte weiter gelangt man zum überraschendsten Bauwerk Évoras: der Diana-Tempel aus dem 2./3. Jahrhundert. Er ist der besterhaltene Römertempel der Iberischen Halbinsel.

Diana-Tempel
Die außerordentliche Konservierung der vierzehn von ursprünglich achtzehn korinthischen Säulen gelang durch eine nach heutigen Maßstäben unglaubliche Kunstschändung. Im Mittelalter hatte man die Flächen zwischen den Säulen zugemauert und den Tempel in einen Schlachthof umfunktioniert. Erst 1870 entdeckte man die Säulen neu und legte sie frei.
Südländisch kahl und fast fensterlos ist die schlichte gotische Granitkirche von 1485, eines der beeindruckendsten manuelinischen Architektenwerken Südportugals. Den düsteren Innenraum belebt auch hier eine Komposition aus roten Quadern und weißen Fugen. Zum einstigen Gotteshaus der Franziskaner gehört die schaurige Capela dos Ossos. Für dieses Beinhaus lieferte der Tod die Innenausstattung: Die Kapelle ist komplett mit mehr als 5000 Totenschädeln, Knochen und Menschenhaar ausgekleidet.
Typisch für Évora ist der stark maurisch geprägte Mudéjar-Stil, eine Variante des Manuelinischen Stil, wie man sie zum Beispiel schön an den konischen Turmhelm, den luftigen Arkaden und den Bogenfenstern der Casa Cordovil erkennen kann. Auf dem dreieckigen Platz vor dem Adelshaus steht ein kurioser Marmorbrunnen aus dem 16. Jahrhundert, den eine steinerne Armillarsphäre, Symbol König Dom Manuels I., bekrönt.