Wo Kolumbus von der
Neuen Welt träumte

Von Madeira zur kleinen Schwesterinsel Porto Santo
Text und Fotos: Judith Weibrecht
Nur drei Stunden braucht die Fähre von Madeira zur benachbarten Insel Porto Santo. Vom subtropisch üppigen Grün setzt man über auf ein karges, sandiges Eiland und findet sich plötzlich in einer anderen Welt vor. In einer Welt, wo alles langsam und bedächtig abläuft. Und das führt auch den Besucher dazu, sich treiben und vom Nichtstun anstecken zu lassen.

Die Madeirenser sprachen schon langsam, sehr phlegmatisch. Bis einer guten Tag gesagt hatte, konnte gut und gerne eine Minute vergangen sein. „Dííííía!“, grüßte er dann, und ich wartete auf das Ende des Worts, blieb stehen und grüßte zurück, viel zu schnell natürlich. Ich dachte mir oft, nirgendwo auf der Welt gibt es Menschen die noch träger sind als die auf dieser Insel im Atlantik. Doch ich hatte mich getäuscht.
Geschichten gibt es viele
Nur drei Stunden Fahrt mit der Fähre entfernt lebt auf Porto Santo, der Schwesterinsel Madeiras, die Steigerung dieser Spezies. Man spricht langsam und, wie mir Senhor Ornelas erklärte, kennt nur wenige Worte. Passieren tut hier nicht viel.

Stilles Porto
Santo: hier passiert nicht viel
Christoph Kolumbus soll einmal eine Zeit lang hier gelebt haben; davon zehrt man heute noch. Eine der dünn gesäten Sehenswürdigkeiten dieses Eilands ist denn auch das Kolumbus-Museum, das ein bisschen versteckt hinter der weiß gekalkten und von leuchtender Bougainvillea umrankten Kirche Igreja da Senhora da Piedade mit ihrem schönen Fliesen-Bild liegt. Außerdem erinnert die Kolumbusstatue an der Palmenallee an den Entdecker.
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