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Reiseführer Danzig (Gdansk)

Bernstein, das Gold der Ostsee

Bernstein wird gern als Edelstein oder Halbedelstein angesehen, dabei ist das Gold der Ostsee gar kein Stein, sondern tatsächlich das fossile, um die 30 Millionen Jahre alte erhärtete Harz einer Kiefernart.

Damals versanken im Norden große Wälder im Meer und es dauerte vermutlich eine Million Jahre, bis das Harz dieser Bäume erhärtete. Als zu jener Zeit das Meer die Bernsteinwälder überflutete, wurden Unmengen von großen und kleinen Brocken herausgespült. Das Wasser trug sie dann fort bis an die heutigen Fundorte, wo sie sich anlagerten. Meist waren dies die Ostsee-Küstengebiete, vor allem in Ostpreußen.
Für Wissenschaftler am interessantesten sind die Inklusen, Einschlüsse im Bernstein bestehend aus Pflanzenteilen, Kleintieren und Insekten, denn sie vermitteln ein Bild vom urzeitlichen Leben auf unserem Planeten.

Bernstein kennt man in erster Linie goldfarben, die Palette der möglichen Färbungen reicht jedoch von gold- bis dunkelbraun, von einem weißlichen Gelb bis fast ins Schwarze, sogar grünen Bernstein gibt es. Im Rohzustand ist er oft völlig unscheinbar und schwer erkennbar, weil er mit einer Verwitterungsschicht umgeben ist.

Seinen Namen erhielt der Bernstein, weil er brannte und angezündet sogar als Weihrauchersatz diente, doch dies ist nicht das einzige Erkennungsmerkmal von Bernstein.

Die Griechen nannten ihn Elektron, denn wenn man ihn an Stoff  reibt, lädt er sich so sehr negativ auf, dass er Papierschnipsel anzieht. Überdies ist er als Harz sehr viel leichter als ein Stein.

Bernstein übt eine merkwürdige Faszination aus, der sich kaum ein Reisender entziehen kann, irgendwann kauft fast jeder ein Stück auf seiner Reise nach Danzig und irgendwann läuft fast jeder in der typischen Bernsteinsucher-Haltung am Strand entlang: gebückt und den Blick auf den Boden gerichtet.

Der Bernsteinwind weht immer dann, wenn ein Sturm, der bisher nach Nord wehte, plötzlich auf Süd dreht. Dann sieht man sie an der Danziger Bucht in ihren langen Watstiefeln mit den großen Keschern im Wasser stehen. Bernsteinfischer werden sie genannt und sie sammeln auf diese Art die Stücke, die mit der Brandung heran rollen oder im Seetang hängen geblieben sind. Wie eine Poliertrommel wirkt das Hin- und Herrollen in der Brandung und so ist dieser Bernstein oft relativ blank poliert, rund geschliffen und leicht erkennbar.

Viele Sagen, Legenden und Märchen ranken sich seit jeher um das Gold der Ostsee, dem sogar Heilkräfte nachgesagt werden und das seit Menschengedenken ein begehrter Schmuck war.

Über 90% des weltweit im  Handel befindlichen Schmuckbernsteins stammen übrigens aus dem Kaliningrader Gebiet. Dieser Bernstein wird im Tagebau aus der Blauen Erde von Palmnicken / Jantarnij abgebaut. Hier liegt die Bernsteinschicht der Blaue Erde nur ein paar Meter unter der Oberfläche, riesige Bagger fraßen sich hier schon vor dem Krieg durch das Gelände und hinterließen eine blaue Mondlandschaft.

 



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