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Wie kamen die Terrassen ins Gebirge?

Fährt man von der Küste nach Osten, so erreicht man bald gebirgiges Terrain. Und inmitten dieser philippinischen Zentralkordillere taucht in der Wildheit der Berge plötzlich ein von Menschenhand geschaffenes Kunstwerk auf, eine Kulturlandschaft von Reisterrassen, die sich selbst die steilsten Hänge hinaufzieht.


Reisterassen von Banaue

Vor rund 2000 Jahren begannen die Ifugao, ein alt malaiisches Volk, das in diesen Bergen lebt, mit dem Bau der manchmal nur zwei bis drei Meter breiten Terrassen. Sicherlich, eindrucksvolle Reisterrassen gibt es auch in Südchina und auf Bali, doch nirgendwo sonst werden auch Hänge von 70 Prozent Steigung genutzt. Entsprechend hoch müssen die Mauern oder Wälle sein, die das Erdreich stabilisieren, ein Gesamtkunstwerk, das mehr aus der Praxis gewonnenes Wissen über Statik verlangt als eine Kolonialkirche. Das Volk der Botoc, das ebenfalls in der Region lebt, baute die Feldumrandungen aus Stein, und da alle Häuser von zwei Jahrtausenden nur aus Holz errichtet wurden und längst vergangen sind, handelt es sich bei den Reisterrassen um die ältesten Bauwerke des gesamten Inselarchipels.

Damit der Nassreis gedeiht, dürfen die Terrassen vor der Ernte nicht trockenfallen. Ein ausgeklügeltes System von Bambusrohren, Kanälen und kleinen Schleusen leitet das Wasser von oben auf die schmalen Felder, die absolut eben sein müssen, und dann von Feld zu Feld nach unten. Jeden Tag müssen die Bauern daran arbeiten, Zuläufe und Abläufe verändern, auf das Wetter und das Wachstum der büschelweise eingesetzten Pflanzen reagieren.


Bewässerungssystem auf den Reisterassen von Banaue

Nach der Ernte ist dann Zeit für größere Reparaturen und das Ausbessern der Begrenzungen. Diese sind nur rund zwanzig Zentimeter breit, und während die Landbewohner sich vollkommen sicher barfuß darauf fortbewegen, fürchtet der städtische Besucher schon den Absturz in das nächst gelegene tiefere Matschfeld.

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