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Was hinterließen die Amerikaner?

Die USA waren von 1898 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Kolonialherren auf den Philippinen. Anlässlich ihres Rückzuges hinterließen sie ein sehr oberflächliches politisches System nach heimischem Vorbild und ein paar Armeejeeps. Die Filipinos verlängerten die Karosserien der Jeeps, montierten zwei Bänke auf die Ladefläche und jede Menge Schmuck auf die Kühler und schufen ein privates, streng von einer Art Mafia kontrolliertes System des Nahverkehrs. Die Jeepneys, die Colts und die süßen Burger beweisen, dass das einzige mehrheitlich katholische Land in Asien die amerikanische Lebensart angenommen hat.
Mehr noch: Das Ziel der wohlhabenden Mittelschicht ist Kalifornien. Dorthin schickt man die Kinder auf Privatschulen und Universitäten, dort kauft man Green Card und Haus. Die eigene Heimat ist nur ein Provisorium.


Gut besuchte Kirche Virgen de Asuncion

Auf den Philippinen werden dreihundert Sprachen gesprochen. In den Schulen unterrichten die Lehrer manche Fächer auf amerikanisch, manche wiederum auf Tagalog, der am weitesten verbreiteten Sprache aus dem südlichen Teil der Insel Luzon, in dem auch die Hauptstadt Manila liegt. „Die Filipinos nehmen gerne Einflüsse von außen auf und verarbeiten sie dann zu etwas eigenem“, sagt Richard Gordon, der Tourismusminister. Er muss es wissen, denn bevor er unter Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo Minister wurde, war er Bürgermeister von Subic Bay, dem einstigen Flottenstützpunkt der Amerikaner. Deren Vertrag war nach dem Sturz des von ihnen protegierten Diktators Ferdinand Marcos im Jahr 1986 nicht mehr verlängert worden. Der neue Bürgermeister Gordon machte aus der Bucht ein Touristenresort mit Strand, Tauchbasen und Spielkasinos. Jetzt ist er landesweit für den Tourismus zuständig, und seine Frau ist Bürgermeisterin von Subic.

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