Philippinen
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Kurzportrait
„Land
der Gegensätze“ – viele Regionen auf der Erde beanspruchen
dieses Attribut. In Südostasien verdienen es unbestritten die 7107
Inseln, die sich nach dem spanischen König Philipp II. nennen.
Die sprachliche und ethnische Vielfalt in der sich aus Nachfahren von
Malaien, Chinesen, Arabern, Indern, Japanern und Europäern gebildeten
Bevölkerung sind Indiz für eine bewegte Vergangenheit.

Blick
auf Dimakya Island in Nordpalawan
Da
ist vor allem die koloniale Epoche, die längste, die Europäer
jemals einem „entdeckten“ Volk aufgedrückt haben. „Über
300 Jahre verbrachten wir im spanischen Konventsmief, fünfzig Jahre
lebten wir unter dem Joch Hollywoods...“ bringt der Schriftsteller
Francisco Sionil José die Fremdbestimmung seiner Heimat auf den
Punkt. Mit dem Holzkreuz, das 1521 der Weltumsegler Magellan für
Spaniens Krone in den Strand des Inselchens Limasawa gepflanzt hatte,
war auch der Grundstein für die Bastion des Christentums in Fernost
gelegt worden. Von der derzeit rund 85 Millionen Menschen zählenden
Bevölkerung der Philippinen sind 83% römisch-katholischen,
9% protestantischen Glaubens. Auch wenn sie keine Gold- und Gewürzschätze
im Überfluss vorfanden, behielten die Spanier ihren Überseebesitz,
wobei sie zunächst religionspolitische und strategische Interessen
verfolgten. Der Kommerz sollte jedoch nicht zu kurz kommen. Über
Manila und andere philippinische Häfen lief Jahrhunderte lang der
lukrative Handel zwischen Südostasien, Lateinamerika und dem Mutterland.
Dabei transportierten die Galeonen allerlei Kostbarkeiten aus China
über den Pazifik. Bezahlt haben die Spanier die Porzellan- und
Textilwaren unter anderem mit dem Silber, das indianische und afrikanische
Sklaven aus den amerikanischen Bergwerken schürften.
Unbeugsame Widersacher der Europäer waren von Beginn an die islamischen
Fürsten, die schon seit dem 12. Jahrhundert einen Großteil
des Archipels unter Koran und Halbmond vereinigt hatten. Überall
im Land zeugen heute imposante Kirchenbauten und Festungen von den Kämpfen
der Konquistadoren und Belagerungen durch muslimische Piraten. Und das
gegenwärtige Geschehen besonders im Süden der Philippinen
belegt auf traurige und blutige Weise, dass auf beiden Seiten Ideologiegerangel
und Expansionsdrang nicht nachgelassen haben.
Inseln zwischen Ost und West – diese geopolitische und kulturelle
Konstellation festigte nachhaltig die Kolonialzeit unter „Onkel
Sam“. 1898, mit Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges hatten
die USA die inzwischen wirtschaftlich maroden Philippinen übernommen.
Unterbrochen wurde die Erneuerung durch technischen Fortschritt, Liberalisierung,
Erziehungsmaßnahmen gemäß des „American way“
einschließlich der bis heute andauernden Vorliebe für Englisch
als Verkehrssprache, durch die rücksichtslose Besatzungsmacht der
Japaner. Erst 1946 erlangte das während der Weltkriegsjahre verwüstete
Land seine politische Unabhängigkeit. Wirtschaftlicher Aufschwung,
aber auch andauernde Bevormundung durch die USA, zunehmende Korruption
und Kriminalität begleiteten die Machtübernahme durch den
Marcos-Klan. Ferdinand und Imelda, das Diktatorenpaar, das sein Volk
21 Jahre lang unterdrückte, mussten 1986 der „People Power“-Bewegung
weichen. Corazon Aquino erschien als Lichtgestalt, stimmte als erste
Präsidentin die Menschen mit viel Charisma, aber wenig Durchsetzungsvermögen
auf demokratische Verhältnisse ein. Ihren Nachfolgern Fidel Ramos,
Joseph Estrada und der amtierenden Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo
gelang es ebenso wenig die Hauptprobleme in Staat und Gesellschaft zu
mindern: Korruption, soziale Ungerechtigkeit und die Gewaltspirale im
Süden des Landes, wo muslimische Separatisten nach wie vor die
Autonomie einfordern.

Reisterrassen
bei Banawe, Nordluzon
Das
Bild der Philippinen prägen auch die geografischen und klimatischen
Voraussetzungen. An Kontrasten, Vielseitigkeit und Dramatik stehen sie
den historischen Entwicklungen nicht nach. Strandidylle auf palmenumsäumten
Inseln, majestätische, bis fast 3000 m hohe Berge, bunt schillernde
Korallengärten, saftige Felder, einzigartige Reisterrassen, dichte
Regenwälder. Aber auch Verwüstungen durch Taifune, Vulkane,
Erdbeben, Dürren und Erosionsschäden, die Kahlschlag und Brandrodung
verursachen, Müllberge und Slums, Abgaswolken über den Großstädten.
Die Natur geizt nicht mit Superlativen. Im Südosten des Archipels
verläuft der Mindanaograben, der mit dem Galathea-Abgrund (10540m)
eine der tiefsten Stelle der Weltmeere aufweist. Nirgendwo ist der Artenreichtum
an Mollusken und Weichtieren so groß wie in philippinischen Gewässern.
In den Lüften über Mindanao schwebt der philippinische Adler,
der zweitgrößte Greifvogel überhaupt. Unter allen Insektenarten
nimmt die Gespenstheuschrecke mit 30 cm Länge den ersten Platz
ein. In einigen Binnenseen lebt der Sinarapan, der winzigste Speisefisch
der Erde. Der hasengroße Mouse Deer auf der Insel Palawan gilt
als kleinste Rehart, ein Zwerg unter den Halbaffen ist der Koboldmaki
(Tarsius), der auf Bohol und Mindanao lebt.
Wie
eine zerstückelte Brücke liegen die Inseln zwischen Taiwan
im Norden und Indonesien im Süden. Vulkanismus, tektonische Hebungen
und Senkungen und schmelzende Eiszeitgletscher haben sie entstehen lassen.
Den größten Brocken bildet die nördliche Hauptinsel
Luzon. Kulturell und landschaftlich sehr abwechslungsreich ist sie das
wirtschaftliche Rückgrat des Landes. Hier dominiert Manila
als politische und ökonomische Schaltstelle, ein Magnet für
die Menschen aus allen Landesteilen. Verflucht und gepriesen, Sündenpfuhl
und Moloch, mit Slums und ehrwürdigen Kirchen, Sitz mehrerer Universitäten
und Hochburg eines quirligen Nachtlebens. Manila - Tor zur Welt –
die Hauptstadt mit rund 12 Millionen Einwohnern ist eine Herausforderung.
Im Westen stößt sie am Südchinesischen Meer an ihre
natürliche Grenze, wo 1571 der Eroberer Legaspi auf der von ihm
zerstörten Palisadenfestung May Nilad des Raja Sulayman seine Wehrsiedlung
errichten ließ. Mit dem strategischen Vorteil eines geschützten
Naturhafens mussten sich die Manileños häufig gegen Muslime
und europäische Widersacher verteidigen, aber sie hatten auch zahlreiche
Taifune, Erdbeben und Feuersbrünste und die schweren Bombardements
des Zweiten Weltkrieges zu erdulden. Heute wächst Manila immer
weiter in die fruchtbare Ebene von Zentral-Luzon hinein.
Den meisten Reisenden ist die Megastadt kaum mehr als drei Tage Aufenthalt
wert, zieht es sie doch in die Beschaulichkeit und Ursprünglichkeit
der Provinz. Doch Manila ist nicht nur anstrengend, sondern bietet gerade
wegen ihrer Fülle von Gegensätzen einen lehrreichen Einblick
in Kultur, Geschichte und Gegenwartsgeschehen des Inselreiches. Intramuros,
die mit teilweise restaurierten Wällen umgebene Kernstadt mit Fort
Santiago, Manila Cathedral, San Agustin Konventkirche, das älteste
Gotteshaus der Stadt, lädt ein zu einem Rundgang durch die Geschichte.
Vergangene Zeiten atmet man ebenso in den liebevoll gepflegten Gebäuden
des Kolonialviertels Barrio San Luis und im Casa Manila Museum.
In der Nähe der Altstadt erstreckt sich der Luneta-Park, ein Platz
für Konzerte und sonntägliche Promenade. Mächtige Gebäude
im klassizistischen Stil, darunter das National Museum, rahmen ihn ein.
Ein hoher Obelisk erinnert daran, dass hier der Schriftsteller und Arzt
José Rizal, Wegbereiter der Befreiung vom kolonialen Joch, 1896
durch spanische Soldaten exekutiert wurde.
Über die mehrspurige Prestigemeile Roxas Boulevard, die Nobelhotels
und das Cultural Center of the Philippines aufwerten, erreicht man das
Geschäfts- und Bankenviertel Makati. Inmitten der Hochhausschluchten
und glitzernden Einkaufszentren bietet das Ayala Museum seine wertvollen
Sammlungen zu Kunst, Geschichte und Ethnografie dar.
Nördlich des Flusses Pasig macht das betriebsame Chinatown mit
seinen zahlreichen Geschäften und Restaurants, dem buddhistischen
Seng Guan Temple und dem kuriose Chinesischen Friedhof (Chinese Cemetery)
auf die tragende Rolle dieser Bevölkerungsgruppe aufmerksam. Einen
guten Überblick zu kultureller und topografischer Vielfalt der
Philippinen gewährt der Nayong Pilipino Complex im Stadtteil Pasig,
wo auf einem Freilichtgelände nahe des internationalen Flughafens,
teilweise in Miniaturnachahmungen Landschaften und Hausformen wiedergegeben
sind.
Wer wissen will, wie die Jeepneys entstehen, zwängt sich am besten
in solch ein poppiges Gefährt und lässt sich nach Las
Piñas kutschieren. Dort werden die Vehikel unerschütterlicher
Lebensfreude und Wahrzeichen des Landes in Handarbeit gebaut. Dieser
südlichste Vorort Manilas bietet außerdem eine musikalische
Sensation: In der San José-Kirche steht seit 1824 die einzige
Bambusorgel der Welt. Ein Höhepunkt der geologischen Art liegt
ganz in der Nähe in der Provinz Batangas.
Der Taal, einer der kleinsten, aktivsten
Vulkane der Erde, erhebt sich mit knapp 400 m Höhe über Meeresniveau
in dem spannenden Landschaftswechsel von Wasser und Land.
Hoch
hinauf klettern die weltberühmten Reisterrassen an die Berghänge
im Norden von Luzon. Nach schwindelerregender
Anfahrt über den Kurort Baguio ist
das Handelsstädtchen Bontoc erreicht.
Auf mühsam angelegten Stufenfeldern wächst der Reis, der als
Geschenk der Götter für die traditionsbewussten Bergstämme
große religiöse Bedeutung hat. „Stufen zum Himmel“
nennen auch die weiter nördlich lebenden Ifugao ihre Terrassen,
die sie wie ihre Vorfahren schon seit über 2000 Jahren Erdbeben
und Wirbelstürmen zum Trotz über Schluchten und Flüssen
anlegen. Der größten Bedrohung sind sie heutzutage ausgesetzt:
Staudammprojekte, Landflucht der jungen Generation und Touristen, die
unachtsam die Stützmauern aus Stein und Lehm besteigen, lassen
um das „achte Weltwunder“ und UNESCO-Schutzgebiet bangen.
Mayon heißt in der Lokalsprache Bikolano
“der Schöne” und ist der Name des mächtigen und
bei all seiner ästhetischen Kegelform doch sehr gefährlichen
Vulkans. Er ist unbestritten die geografische Attraktion im Süden
von Luzon, einer Region, die vor allem durch anmutige Agrarlandschaft,
buchtenreiche Küsten und vorgelagerte Inseln wie Pagbilao
und Catanduanes besticht.
Die Landesteile zwischen Luzon und Mindanao nehmen etwa die Hälfte
des philippinischen Archipels ein. Mindoro
heißt eine der bekannteren Inseln, sie bildet mit Romblon
eine eigene Region. Ihr nördliches Hafenstädtchen Puerto
Galera, das früher den spanischen Handelsschiffen sicheren
Schutz bot, steht für Strände, Tauchsport und Erholung in
praktischer Nähe zu Manila. Das Inselinnere ist Heimat der verschiedenen
Mangyan-Ethnien, Angehörige der rund 70 Kulturgruppen des Landes.
Rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung lebt auf den Visayas.
Ihre fröhliche Wesensart ist beste Voraussetzung für die zahlreichen
turbulent-bunten Fiestas wie das Ati-Atihan-Fest auf Panay,
das Maskara-Festival in Bacolod auf Negros
oder das ausgelassene Treiben des Sinulug der Cebuanos. Landschaftliche
Vorzüge halten die Visayas allemal bereit. Traumhafte Strände,
Tauch- und Segelreviere, aber auch abenteuerliche Pfade durch das Innere
der Inseln, wo stellenweise noch Nischen dichten Regenwalds überlebt
haben. Die Chocolate Hills auf Bohol, der
Sohoton Nationalpark auf Samar, die Besteigung
des Vulkans Kanlaon, der sich als 2465
m hohes „Dach der Visayas“ über den Zuckerrohrfeldern
der Insel Negros erhebt, Ferienzentren wie das Inselchen Boracay
im Norden von Panay und die zahlreichen Strandanlagen auf Cebu
locken seit vielen Jahren den internationalen Fremdenverkehr an. Cebu
City, mit fast 800 000 Einwohnern drittgrößte Stadt
des Landes, wurde 1565 als erste spanische Siedlung begründet und
ist stolz, mit der Basilica Minore del Santo Niño die älteste
Kirche der Philippinen zu besitzen. Nicht zu vergessen sind die architektonischen
Sehenswürdigkeiten auf den übrigen Visayas-Inseln in Gestalt
von Kolonialresidenzen, Wachtürmen, Festungsanlagen und ehrwürdigen
Gotteshäusern, deren wuchtiger, Schutzzwecken dienender Baustil
als „Erdbebenbarock“ bekannt wurde. So steht heute die Kirche
Santo Tomás de Villanueva in Miagao auf Panay gemeinsam mit dem
San Agustin-Konvent in Manila und zwei weiteren Kirchen in Nordluzon
unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes.
Die
große Insel Mindanao breitet sich
im Süden wie ein Gegengewicht zu Luzon aus. Mehrere Gebirgsketten
ziehen sich von Nord nach Süd, gekrönt vom Mount Apo, dem
mit 2965 m höchsten Gipfel der Philippinen. Mächtige Flüsse
haben der Insel ihren Namen Maguindanao („Überflutetes Land“)
gegeben. Reich an Wasserkraft, landwirtschaftlichem und touristischem
Potential ist die Entwicklung auf Mindanao dennoch gehemmt durch die
andauernde innenpolitische Unsicherheit. Deswegen können Besucher
die in kultureller Hinsicht vielseitige Insel nur von einigen Zentren
aus bereisen.
Ganz und gar friedlich geht es auf der der Nordküste vorgelagerten
Insel Camiguin zu. Neben sieben Vulkanen,
davon drei aktiven, zahlreichen Wasserfällen und Heilquellen, einem
im Meer versunkenen Friedhof und sauberen Stränden kann man vor
allem die sprichwörtliche Freundlichkeit der Bewohner genießen.
Über Surigao im Nordosten Mindanaos
führt der Maharlika Highway in die Stadt Butuan.
Hier wurden bedeutende vorspanische Bootsfunde gemacht. Weiter südlich
am Davao Golf dehnt sich auf 2440 qkm Davao City
aus, eine der flächenmäßig größten Städte
der Erde. Die Metropole der Südinsel zählt inzwischen knapp
eine Million Einwohner. Sie ist, nahe der Celebes-See, eine wahre Drehscheibe
zwischen den Philippinen, Indonesien und dem übrigen Ausland. Insbesondere
werden von hier aus die Früchte der riesigen Bananen- und Ananasplantagen
Mindanaos in alle Welt verschifft. Schöne Strände findet der
Besucher auf den vorgelagerten Inseln Samal
und Talikud.
Über den Sulu-Archipel im Südwesten von Mindanao hielt der
Islam Einzug in den Philippinen. Auf Inseln wie Jolo,
Tawi Tawi und rund um die Universitätsstadt
Marawi am Lanao-See im Norden leben heute
die meisten philippinischen Muslime. Als Schnittstelle zwischen Orient
und Okzident ist Zamboanga von Islam und
Christentum geprägt. Seit einigen Jahren haben die gewalttätigen
Konflikte bedauerlicherweise wieder zugenommen, so dass die Bewohner
der malerisch an der Sulu-See gelegenen „Stadt der Blumen“
in ihrer Hoffnung auf dauerhaften Frieden erneut erschüttert sind.

Mit
einem Jeepney unterwegs auf Palawan
Palawan, die größte Provinz
der Philippinen, erstreckt sich als 650 km langer Strang aus rund 1770
Inseln zwischen Mindoro und Borneo. Die gleichnamige Hauptinsel, ein
über 400 km langer Landwurm trennt das Südchinesische Meer
von der Sulu-See. „Wiege des ersten Filipinos“ und schon
seit langer Zeit Brückenkopf zahlreicher Migrationen und Handelsstützpunkt
der Region ist Palawan heute immer noch ein Ziel für Pioniere und
Neusiedler, gleichzeitig ein Eldorado für Naturfreunde. Seltene
Pflanzen und Tiere, aber auch scheue Halbnomadengruppen wie die Batak
sind im dichten Regenwald beheimatet. Von den landesweit bekannten 1000
Tierarten kommen allein über 230 Spezies ausschließlich auf
Palawan vor, darunter Schuppentier, Bärenkatze, Waran und Hornvogel.
Versteckte, unberührte Strände säumen die Küsten,
einige der weltbesten Tauchgründe wie die in den nördlichen
Inselgruppen bei El Nido, den Calamianen
und am östlich gelegenen Tubbataha-Riff
präsentieren eine faszinierende Unterwasserwelt. Im St. Paul Subterranean
National Park wartet ein geologischer Höhepunkt auf unternehmungslustige
Reisende.
Dem wohl klingenden Namen des Provinzhauptortes Puerto
Princesa wird seit Jahren sein Bürgermeister gerecht: Er
setzt in vorbildlicher, wenn auch strenger Weise Umweltbewusstsein um,
das der gesamten Region nützen soll. Hier und vor allem bei den
gastfreundlichen Bewohnern der Fischerdörfer, zeigen sich die Philippinen
von ihrer unverfälschten, liebenswürdigen Seite.
Albrecht
G. Schaefer
Adressen, Links, Musik und Bücher

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Reiseinfos
Klima
/ Reisezeit
Die Philippinen unterliegen zwei Jahreszeiten: Regenzeit von Juni bis
Oktober, Trockenzeit von November bis Mai, dann ist auch die beste Reisezeit.
Sie bieten die ganze Palette tropischer bzw. subtropischer Klimamerkmale.
Es ist allgemein warm, mitunter drückend heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit.
So variieren in Manila die mittleren Temperaturen von 25°C während
der kühleren Trockenzeit (November -Februar) bis auf über 35°C
in der zweiten Hälfte der Trockenzeit (März – Mai). An
den Küsten sorgt maritimes Klima durch den Wechsel von Land- und
Seewind für Erfrischung. In den Bergen kann es nachts bis auf unter
10°C abkühlen. Generell kommt es zu deutlichen regionalen Abweichungen.
Das betrifft vor allem die Niederschläge, die manchmal auch außerhalb
der Regenzeit fallen. Zwischen Juli und November überqueren Taifune
den Osten und Norden des Landes. Ihre Ausläufer erreichen hin und
wieder auch die Visayas und sehr selten Palawan.
Einreisebestimmungen
Deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige
benötigen zur Einreise in die Philippinen einen Reisepass, der mindestens
6 Monate nach Einreise gültig sein muss. Kinderausweise werden anerkannt,
müssen jedoch unabhängig vom Alter des Kindes mit einem Lichtbild
versehen sein. Kinder unter 15 Jahren müssen von einem Elternteil
begleitet sein. Für Touristen wird bei der Einreise ein gebührenfreies
Visum für 21 Tage erteilt. Eine Verlängerung bis maximal 59
Tage ist beim Bureau of Immigration in Manila, in Cebu City und Davao
möglich. Hierfür ist ein gültiges Rückflugticket erforderlich.
Währung,
Geld
Die
Landeswährung ist der Philippine Peso (PHP). 1 Peso = 100 Centavos.
(1 Euro = 60,3 PHP, 1 PHP = 0,018 Euro, Stand Februar 2003)
Mitnahme von US-Dollar oder Euro in bar und Travellerschecks in diesen
Währungen ist ratsam. Neben Banken wechseln lizenzierte Wechselstuben
die Devisen. Airlines, größere Hotels, Restaurants, lokale
Veranstalter und Kaufhäuser akzeptieren Kreditkarten (Euro/Mastercard,
Amexco, Diner's, Visa). Zu beachten ist, dass die Einfuhr von mehr als
US$ 3000.- (oder Äquivalent) bei Ankunft deklariert werden muss.
Bei Ausreise dürfen nicht mehr als 1000.-PHP ausgeführt werden.
Gesundheit
Für
die Einreise in die Philippinen sind zur Zeit keine Pflichtimpfungen erforderlich.
Wie bei jeder Tropenreise sollte man sich rund drei Monate vor Reiseantritt
beim Gesundheitsamt oder Tropenarzt über eventuell erforderlich gewordene
Impfungen und zur adäquaten Malaria-Prophylaxe erkundigen. Jederzeit
empfehlenswert ist eine Impfung gegen Hepatitis sowie die Erneuerung von
Tetanus-Impfungen. Ein ausreichender Schutz vor der nicht zu unterschätzenden
Sonneneinstrahlung ist sehr empfehlenswert. Vorsicht ist anzuraten bei
häufigem Wechsel zwischen Hitze und Klimaanlage. Vermeiden sollte
man vor allem in abgelegenen Gegenden den Verzehr von Leitungswasser und
zerstoßenem Eis. Auf die Gefahr der Ansteckung mit dem HIV-Virus
wird nachdrücklich hingewiesen. Malariaprophylaxe (insbesondere für
Palawan und Teile von Mindanao) ist ratsam.
Statistik
Lage:
Zwischen 5° und 21° nördlicher Breite und zwischen 116°
und 128° östlicher Länge gelegen nimmt das Staatsgebiet
eine Fläche von 300 439 qkm ein. Nord-Süd-Ausdehnung 1850 km
, von Ost nach West bis zu 1060 km. Von den 7107 Inseln tragen rund 2700
einen Namen, nur etwa 900 sind bewohnt. Nur rund 500 Inseln sind größer
als 1 qkm.
Bevölkerung:
Bevölkerungsdichte: 240 E/qkm, variiert sehr (z.B. Manila: 13000
E/qkm). 2002 schätzte man die Bevölkerung auf 84,5 Millionen.
Ihr Wachstum wird mit knapp 2 Prozent angegeben. Die Lebenserwartung liegt
bei Männern etwas über 65, bei Frauen etwa 71 Jahre. Die Alphabetisierungsrate
beträgt 94,6 Prozent.
Politische Verwaltung: Republika
ng (nang) Pilipinas sind eine Präsidialrepublik. Präsident(in)
mit einmalig sechsjähriger Amtszeit ist Staatsoberhaupt und Regierungschef
in einer Person. Zweikammerparlament: 24 Mitglieder des Senats werden
vom Volk für sechsjährigen Turnus gewählt. Repräsentantenhaus
mit 204 auf Parteiebene gewählten Abgeordneten und 46 vom Staatsoberhaupt
ernannten Vertretern der Minderheiten. 76 Provinzen, jeweils von einem
Gouverneur regiert, 60 Orte mit Stadtrechten. Neue demokratische Verfassung
von 1987 garantiert Presse- Meinungs- und Religionsfreiheit. Streikrecht
wurde wiederhergestellt.
Sprache:
Nationalsprache ist Tagalog, daneben ca. 90 Lokalsprachen
(z.B. Cebuano, Ilokano, Illongo, Bikolano), Englisch ist Handels- und
Verkehrssprache. Spanisch spricht man nur vereinzelt in klerikalen und
Elitekreisen. Allerdings finden sich im Vokabular der philippinischen
Sprache noch viele Relikte der ehemaligen Kolonialsprache.
Wirtschaft:
Die Philippinen waren von der Asien-Krise weniger betroffen als andere
Länder der Region. Eine konsequente Deregulierung und Liberalisierung
der Wirtschaft sowie die von der damaligen Regierung Ramos initiierte
Privatisierungskampagne der staatlichen Monopolbetriebe hatten das Wirtschaftswachstum
bis zum Ausbruch der regionalen Krise gestärkt. Dennoch blieb eine
nachhaltige Wiederbelebung der Wachstumskräfte bisher aus.
Eine stabile und anwachsende Konjunktur ist das Hauptziel der philippinischen
Wirtschaftspolitik. Im Jahr 2001 konnte ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts
(BIP) von 3,8% erreicht werden (2000: 3,9%). Vor allem der Dienstleistungssektor
und die Investitionen in den privilegierten Export- und Sonderwirtschaftszonen
haben dazu beigetragen. Die Landwirtschaft - wichtigste BIP-Stütze
mit 20 % bei ca. 40% der erwerbstätigen Bevölkerung - erholte
sich im Verlauf des Jahres 2001. Die Produktion stieg um 9%. Dies führte
u.a. zum Rückgang von Einfuhren bei Grundnahrungsmitteln (Reis),
und trug trotz Kursverlusten des Peso zum USD zur Stabilisierung der Inflation
bei. Diese betrug zuletzt 6,7% (6.9% in 2000).
Problematisch sind nach wie vor die steigende Arbeitslosigkeit (ca. 12%)
bei ca. 25% Unterbeschäftigung und die ungleiche Verteilung der Einkommenszuwächse.
Die externe Verschuldung der Philippinen beläuft sich derzeit auf
insgesamt 51 Mrd. US$ mit leicht steigender Tendenz.
Bei den Ausfuhrprodukten dominieren die elektronische Industrie (Halbleiter)
und der Textilsektor. Beide Zweige erwirtschafteten 70% der Exporterlöse.
Die wichtigsten Zielmärkte für den philippinischen Export waren
die USA (34%), Europa (15%), Japan (17%), sowie die ASEAN-Staaten (19%).
Durch die Einseitigkeit des Exportanteils aus den Wirtschaftszonen besteht
eine starke Abhängigkeit von den Weltmarktpreisen.
Verkehrsmittel:
Drei internationale Flughäfen – Manila, Cebu City und Davao
– verbinden den Archipel mit dem Ausland. Für schnelle Reisen
steht ein gut ausgebautes Inlandsflugnetz zur Verfügung. Verschiedene
Fluggesellschaften (Asian Spirit, Cebu Pacific, Corporate Air, Pacific
Airways, Philippine Airlines, Seair und einige Charterfirmen (Interisland
Air Services, Omni Aviation, Subic Seaplane). Regelmäßig verkehren
Fährschiffe mehrerer Reedereien (u.a. WGA, Negros Navigation, Sulpicio
Lines, Cebu Ferries) zwischen den Inseln. In den Visayas sind auch schnelle
Katamarane und Tragflächenboote im Einsatz. Als einzige Eisenbahnstrecke
besteht noch die Verbindung zwischen Manila und Südluzon (Polangui,
40 km vor Legazpi City). Die Überlandstrecken lassen sich zügiger
und recht preisgünstig in teils abenteuerlich aussehenden („Ordinary“),
teils komfortablen Reisebussen („Aircon“) zurücklegen.
Die Busbahnhöfe (Terminal) liegen insbesondere in größeren
Städten an den Ausfallstraßen, in kleinen Ortschaften sind
sie in der Regel am Markt zu finden. Manila mit seinen vielen Vororten
hat rund 20 Bus-Terminals, außerdem seit einigen Jahren die Metrorail
oder LRT (Light Rail Train), die auf Hochschienen zwischen Caloocan und
Pasay verkehrt.
Populärstes und farbigstes Verkehrsmittel sind die Jeepneys, die
innerhalb der Ortschaften und im Überlandverkehr in allen Provinzen
im Einsatz sind. Ihre „kleinen Verwandten“ sind die ebenfalls
bunt bemalten Tricycles, Motorradrikschas mit angebauter Passagierkabine.
Sie verkehren vorwiegend in der Provinz auf Kurzstrecken.
Taxis fahren in allen größeren Orten zu relativ günstigen
Tarifen, in Städten auch in der „Aircon“- (klimatisierten)
Ausführung. Normalerweise sind die Chauffeure verpflichtet, den Gebührenzähler
(falls vorhanden) einzuschalten; auf längeren Strecken oder bei Charterfahrten
handeln sie gerne eine Pauschale aus. Taxifahrer an Flug- und Seehäfen
tendieren nach wie vor dazu, die Besucher – Einheimische wie Fremde
– auszunutzen.
Tourismus: Das Department
of Tourism (DOT) meldet für das Jahr 2002 eine Besucherzahl von 1,932,677.
Damit ergab sich seit vier Jahren zum ersten Mal wieder ein Zuwachs (7,6
Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Die Einreisen aus den USA verbuchen
mit 20.5% den größten Anteil, gefolgt von Japan, Korea und
Hongkong. Aus Westeuropa stammten dagegen nur ca. 88 000 Besucher, darunter
knapp 41 000 mit deutschem Pass.
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