Die Zeit steht still
Größte
Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Convento
de Santa Catalina. Dieses Nonnenkloster (Fotos rechts und unten)
wurde erst im Jahre 1970 aufgelöst und ist erst seit dieser
Zeit für
die Öffentlichkeit
zugänglich. Auf zwanzigtausend Quadratmetern Fläche
zeugt jedes Gebäude und jedes architektonische Detail
von der Kolonialzeit. Sogar die Einwohner Arequipas waren damals überrascht
von dem vielfältigen Leben, das sich hinter den dicken
Klostermauern vierhundert Jahre lang abgespielt haben musste.
In völliger
Abgeschiedenheit von der Außenwelt lebten seit 1579 bis
zu 450 Nonnen mit ihren fast zweitausend Bediensteten und Hilfskräften.
Der Convento de Santa Catalina war eine eigene Stadt in der
Stadt. Gemäß ihrer Stellung im Orden lebten die
Klosterfrauen in winzigen Zellen oder weiträumigen Wohntrakten.
Viele verfügten über
eine eigene Küche und gesonderte Hauswirtschafts- und
Arbeitsräume.
Es gab Brunnen und Gärten, Bäder und kleine Parks
und sogar eine Wäscherei unter freiem Himmel.
Noch heute lässt der Besucher den städtischen Alltag
vollkommen hinter sich, wenn er das Klostergelände betritt,
und die Vergangenheit scheint wieder lebendig zu werden. Ohne Eile
schlendert man durch die schmalen Gassen, verschwindet hin und
wieder in kleinen Innenhöfen, die von Arkaden umgeben sind
und studiert in aller Ruhe die bunten Wandmalereien.
In den Patios hängen Blumen, die Häuser sind braun, rot und blau gestrichen, und die kleinen Kapellen bieten immer wieder Gelegenheit zu einem kurzen Innehalten. Manches ist nicht mehr taufrisch, hat einen morbiden Charme, doch genau das macht die Athmosphäre von Santa Catalina aus. Man ist froh, daß hier nichts bis zur Perfektion restauriert und erneuert wurde. Das Leben hier scheint tatsächlich vor Jahrhunderten stehen geblieben zu sein, und der Besucher darf den Zeitsprung in die Epoche des spanischen Besiedlung intensiv erleben.
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