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Panjiayuan-Markt

Die Chinesen haben eine Krämerseele, sagt man, die in den sechziger und siebziger Jahren nur hinter sinnlosen Verboten verborgen war. Heute können sie wieder nach Herzenslust kaufen und verkaufen, handeln und verzweifeln.


Die Sonne ist kaum aufgegangen, da bricht hinter hohen Mauern in einem ehemaligen Fabrikgelände im Südosten Pekings bereits heftige Geschäftigkeit aus. Von Karren, Fahrrädern und Lastwagen werden Kisten, Säcke und Möbel geladen, aus Verschlägen werden Tische, Bänke und Waren geräumt. Planen werden auf dem Boden ausgebreitet, Teppiche unter Dächern aufgehängt, Schränke poliert.
Rund 3000 Händler bieten am Wochenende vom frühen Morgen bis zum Nachmittag auf dem Panjiayuan-Markt ihre Ware feil. Tausende von Besuchern drängen sich durch die engen Wege, begutachten die einzelnen Stücke und feilschen, als hänge ihr Leben davon ab. Auch unter der Woche wird hier gehandelt, allerdings ist das Angebot wesentlich beschränkter als am Samstag und Sonntag. Und was gibt es hier alles? Porzellan, von einfacher Fabrikware für den Alltagsgebrauch bis zu angeblich Hunderte von Jahren alten Antiquitäten. Kleidung und Stoffe, keine Massenware, sondern Einzelstücke, oft tatsächlich alt und gebraucht. Pelzmantel gefällig? Kunsthandwerk der sogenannten Nationalen Minderheiten, zum Teil wirklich echt und von Vertretern eines Dorfes in Yunnan oder Tibet nach Peking gebracht. Dazu Lampen, Teppiche, Schmuck, alte Münzen und Deko-Gegenstände aller Art; Kunst und Kitsch in jeder Richtung.


Wenn man früh genug kommt, kann man vortrefflich über das weitläufige Gelände bummeln und bestaunen, was es so alles gibt im fernen Reich der Mitte. Nur eins darf man nicht glauben: dass man hier eine wertvolle Antiquität zum Schnäppchenpreis erstehen kann. Sicher, es gibt ein paar schöne Stücke, doch die meisten alt aussehenden Gegenstände sind brandneu und nur auf alt getrimmt. Und hätte man wirklich ein echtes Tang-Pferdchen aus Steingut erworben, dann dürfte man es nicht aus China ausführen. Also, einmal Krämer sein: bummeln, schauen, feilschen und sich über eine schöne Kopie freuen.


Panjiayuan Qiao, Huawei Lu, Chaoyang. Sa, So ca. 7-16 Uhr.

 

 

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