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Der Lamatempel (Yonghegong)

Tempel:
Acht große Tempel / Tempel des Liegenden Buddha / Tempel der Quelle des Dharma / Tempel der Fünf Pagoden / Tempel der Großen Glocke / Himmelstempel / Konfuziustempel / Lamatempel

Einer der größten und schönsten Tempel Pekings, auf jeden Fall der am besten restaurierte, liegt im Nordosten der Stadt und ist mit der U-Bahn leicht erreichbar.


Lamatempel

Im Jahr 1694 ließ Kangxi, der zweite Kaiser der Qing-Dynastie, hier eine Residenz für seinen vierten Sohn, den Prinzen Yong, errichten. Nachdem dieser Prinz 1723 Nachfolger seines Vaters auf dem Thron geworden und in den Kaiserpalast umgezogen war, wurde die Residenz teilweise in einen Tempel des tibetischen Buddhismus umgewandelt und "Palast des Friedens und der Harmonie" genannt. Dies war auch eine politische Geste, da der chinesische Adel sich mit dem tibetischen und mongolischen verbündete, um die traditionell unruhigen Grenzgebiete im Norden und Süden zu kontrollieren. Praktischerweise zog gleich der kaiserliche Geheimdienst ein, eine gefürchtete Truppe von in chinesischen Kampftechniken erprobten Mönchen, die als "Büro zur Belieferung des kaiserlichen Haushalts mit Insekten" getarnt wurde. Der neue Kaiser starb jedoch bereits 1735 und wurde hier aufgebahrt. Dafür mußten sämtliche Gebäude mit kaiserlich gelben Ziegeln neu gedeckt werden, und nach der Beerdigung wurde die Anlage endgültig in einen Lamatempel umgewandelt. Den Auftrag dazu gab sein Sohn und Nachfolger, dem als Qianlong-Kaiser eine der längsten Herrschaftszeiten vergönnt sein sollten, während der Peking kulturell erblühte.

500 Mönche aus der Mongolei zogen auf Kosten des Hofes hier ein, doch in der zweiten Hälfte des 18. Jhs. lebten bis zu 1200 mongolische, mandschurische und tibetische Mönche des Lamaismus in dem Kloster. Berichte vom Ende des 19. Jhs. sprechen jedoch von merkwürdigen Riten und einem Verfall der Anlage, die im Jahr 1900 im Zuge der Niederschlagung des Boxer-Aufstands von den alliierten Armeen besetzt wurde. Erst Anfang der 1980er Jahre wurde der Lamatempel restauriert.

Den ersten Innenhof flankieren ein Glockenturm und ein Trommelturm. Dahinter dokumentieren Stelen einen Aufsatz Qianlongs über den Lamaismus. Von hier geht man in die Halle der Himmelskönige mit dem lachenden Dickbauchbuddha Milefo, der von den großen Figuren der Himmelskönige umgeben ist. Auf der Hauptachse folgt nun der Palast des Friedens und der Harmonie mit Figuren des Buddhas Sakyamuni, dem Buddha der Gegenwart, der von den Buddhas der Zukunft und der Vergangenheit sowie den Buddha-Schülern Ananda und Kasyapa flankiert wird. An den Seiten sitzen die 18 Luohan. Das nächste wichtige Bauwerk ist die Halle des Ewigen Schutzes, auf deren Altar ebenfalls drei Buddhastatuen stehen. In den Seitengebäuden werden Objekte des tantrischen Buddhismus ausgestellt.
Auf der Hauptachse folgt nun die große Halle des Buddhistischen Rades, in der die Mönche des Klosters ausgebildet wurden. Damals war die Halle leer, als Symbol der höchsten Weisheit und des Ziels alles Seins. Heute wird sie allerdings von einer großen Statue Tsongkhapas (1357-1419) beherrscht, des Gründers der tibetischen Gelbmützensekte. Dahinter finden sich auf einem aus duftendem Sandelholz geschnitzten Berg 500 Luohan. Die Schüler Buddhas in ihrer magischen Zahl bestehen aus Gold, Silber, Bronze, Zinn und Eisen.

Ein weiterer Höhepunkt steht jedoch noch bevor. Denn am Ende der Hauptachse stehen drei Gebäude, die ganz ungewöhnlich durch Brücken im ersten Stock verbunden sind. Die Pagode des Unendlichen Glücks in der Mitte behütet eine aus einem 26 Meter langen Stamm geschnitzte Statue des Buddhas Maitreya. Acht Meter des Stammes, den der 7. Dalai Lama Qianlong schenkte, sind zur Verankerung in den Boden versenkt, 18 Meter ragt die Figur von der Fußsohle bis zur Krone auf. Die beiden Seitenpavillons sind meist verschlossen, denn hier versuchte der Buddhismus eine Modernisierung, die heute nicht mehr funktioniert: eine mechanische Lotosblume, die wie ihr echtes Vorbild nachts die Blütenblätter verschließt, und ein riesiges tibetisches Gebetsrad, wie die Gebetsmühle eine Einrichtung, die das Beten effektivieren soll, denn in beide sind Schriftstücke mit Gebeten eingeschlossen, die bei jeder Umdrehung als gesprochen gelten.

Öffnungszeiten: tgl. 9-16.30 Uhr
U-Bahn-Haltestelle Yonghegong

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