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Die „Kunstfabrik 798“


Grinsende Maos, Deng Xiaoping wurde auch bereits gesichtet, schwangere Tonkrieger, ein Tunnel aus Schafwolle, Golfschläger schwingende , heißbehoste Mädels, die das Sportgerät kaum in der Hand halten können, und ein Umdrucker, der Dollarnoten ausspuckt – die moderne Pekinger Kunstszene ist durchaus lebendig. Auch wenn man manchmal den Gedanken nicht loswird, das alles bereits einmal (oder vielmals) gesehen zu haben. Das Stadium, in dem aktuelle chinesische Künstler die Meister des Westens kopierten, scheint überwunden zu sein – jetzt kopieren sie sich selbst.

kunstfabrik 798 in Peking


Bei dem gern als „Kunstfabrik 798“ bezeichneten Gebiet am nordöstlichen Stadtrand von Peking handelt es sich ursprünglich um eine Munitionsfabrik, die Anfang der 1950-er Jahre als Geschenk der Sowjetunion und der DDR errichtet wurde. Viele der Montagehallen sind im Stil des Bauhauses gestaltet und haben große Dachfenster im typischen Sägezahnlook der Fabrikarchitektur. Damals war die Produktionsanlage natürlich hochgeheim, so dass die Straßen und Gebäude keine Namen, sondern nur Nummern bekamen, die sich bis heute gehalten haben. Sie ist Eigentum der „Sieben-Sterne-Gruppe“, ein Industriekonglomerat, das der Armee gehört; durch solche dem Verteidigungsministerium unterstehende Konzerne hält das chinesische Militär seine Kosten im Staatshaushalt scheinbar gering.


Wie kam die Kunst dann in die Munitionsfabrik? Durch den Bau der zum Flughafen kunstfabrik 798 in Pekingführenden Autobahn und zahlloser neuer Wohngebiete rückte die Stadt immer enger an die geheime Fabrik heran. Auch waren die Produktionsanlagen inzwischen veraltet, so dass nach der Jahrtausendwende immer mehr Produktionszweige in neue Geheimfabriken umzogen. Nur in wenigen Hallen wird heute noch produziert. Was – außer Abreißen – konnte man mit den Fabrikhallen sonst noch anfangen? Man suchte Mieter und fand Künstler. Die waren von den fantastischen Gebäuden mit viel Platz hellauf begeistert, und so haben sich heute hier zahllose Ateliers, Galerien, Museen, aber auch Kunsthandwerk und Modeläden sowie Restaurants und Cafés angesiedelt.
Die Galerien vertreten in der Regel die ganz moderne chinesische Malerei, Fotografie und Bildhauerei. Die Preise sind sehr hoch, wer sich in der Szene nicht auskennt, sollte eher nicht kaufen. In Ausstellungen ist auch moderne Kunst aus aller Welt zu sehen. Die meisten Galerien haben montags geschlossen.


Das belgische Ehepaar Ullens sammelt seit vielen Jahren moderne chinesische Kunst und hat nun einen Teil seiner Sammlung nach China zurückgebracht und im ersten privaten Kunstmuseum des Landes für Gegenwartskunst ausgestellt.

Ullens Center for Contemporary Art (UCCA); 798 Lu; Tel. 8459 9269; Di-So 10-18 Uhr; http://ucca.dicngo.com.

 

 

 

 

 

 

 

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