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Reiseführer Paris

Seine

Paris: Seine-Quai

Ein Schiff ziert das Stadtwappen von Paris – doch lange Zeit war die Seine verkommen zu einem Verkehrsband für Schiff und Straße, die mit 3400 Fahrzeugen pro Stunde das Verkehrsvolumen einer zweispurigen Autobahn aufnimmt. Unter Bürgermeister Bertrand Delanoë jedoch wandeln sich die Ufer der Seine, die seit 1991 zwischen den Brücken Pont de Sully und Pont d’Iéna zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, langsam zurück zu der Flanierstrecke, die Abba in den 1960er Jahren in ihrem Lied „Our last summer“ besungen hatten: "Walks along the Seine, laughing in the rain".... Am rechten Ufer wurden 2012 sechs neue Ampeln installiert, die den Verkehr verlangsamen. Fußgängerüberwege führen inzwischen über die Schnellstraße hinüber zur neuen, mit Erlen und Gräsern begrünten Uferpromenade, auf der „Liegebänke“ neue, traumhafte Ausblicke auf die Seine-Inseln und das Rive Gauche eröffnen. Am linken Ufer soll die städtische Schnellstraße zwischen Palais Bourbon und Eiffelturm sogar in den nächsten Jahren komplett verschwinden und Platz machen für Sportanlagen und einen Archipel künstlicher Inseln. Am Hang zwischen dem Ufer der Seine und dem Vorplatz des Musée d’Orsay soll schon bald eine breite Treppe aus Sitzgelegenheiten zum Schauen und Ausruhen einladen – mit Paradeblicken auf den Louvre und den Jardin des Tuileries. Zur Rückeroberung des Seine-Ufer gehört auch Paris Plages. Seit 2002 wird alljährlich im Juli und August die Schnellstraße Georges-Pompidou am rechten Ufer unterhalb des Rathauses gesperrt und mit Tonnen von feinem Seesand zugeschüttet – der Pariser Stadtstrand wurde weltweit Vorbild. Zudem sind jeden Sonntag die Schnellstraßen für Autos tabu – die Ufer sind dann Radfahrern, Rollerbladern und Spaziergängern vorbehalten.

Die Renaissance des Seine-Ufers freut auch die 217 Pariser Bouquinisten, die seit dem 16. Jahrhundert in 900 grünen Holzkästen französische Klassiker, alte Gravuren, Kunstbände und Krimis, Postkarten, Plakate und Stiche verkaufen – insgesamt rund 300.000 vorwiegend antiquarische Druckzeugnisse. Die freien Buchhändler, die am rechten Ufer zwischen Pont Marie bis zum Quai du Louvre, am linken Ufer zwischen Quai de la Tournelle und Quai Voltaire zu finden sind, öffnen meist gegen 11.30/12.00 Uhr ihre Auslagen und verschließen sie bei Sonnenuntergang.

Paris: Bateaux Mouches

Auf dem Fluss verkehren von früh bis spät nachts Ausflugsschiffe – einfache „Fähren“ wie der Hop-On, Hop-Off-Service „Batobus“ (www.batobus.com), Klassiker wie die flachen, langen „Bateaux Mouches“ (www.bateaux-mouches.fr/de), die seit 60 Jahre auf der Seine schippern, oder schwimmende Restaurants wie die Bateaux Parisiens (www.bateauxparisiens.com), die zur Lunch- und Dinner-Kreuzfahrt laden.

37 Brücken überspannen die Seine, von denen einige seit 1993 nachts gezielt illuminiert werden. Besonders berühmt und fotogen sind die folgenden:

Pont Alexandre III (1900): Vom 109 m langen Eisenbogen, den goldene Statuen, Skulpturen und hohen Säulen schmücken, bieten sich Postkartenausblicke auf das mondäne Paris mit Invalidendom, Eiffelturm und Grand Palais – auch nachts wunderschön!

Paris: Pont Alexandre

Pont Neuf: Vor rund 400 Jahren eröffnete König Heinrich die wuchtige „Neue Brücke“ – heute ist sie die älteste Pariser Brücke und immer wieder Kulisse für Filmemacher.

Pont d’Alma (1856): Der tragische Unfalltod von Prinzessin Diana machte die 153 m lange Bogenbrücke beim Eiffelturm über Nacht weltberühmt. Die Zuaven-Figur an der Brücke gilt als inoffizieller Hochwasser-Indikator. Erreichen die Fluten ihre Füße, werden die Uferwege gesperrt, erreichen sie die Hüften, ist die Seine unpassierbar. Benannt wurde die Brücke von Napoleon nach der ersten Schlacht des Krimkrieges.

Pont des Arts (1804): Die 155 m lange Fußgängerbrücke vom Quai du Louvre zum Quai de Malaquais am linken Ufer ist seit einigen Jahren das Pilgerziel von Pärchen. Als Liebesbeweis hängen sie Stahlschlösser mit ihren Namen ans Geländer – inzwischen baumeln dort Tausende. Ebenfalls beliebt für solche „Love Padlocks“ ist die Pont de l’Archevêché.

Seine: Pont des Arts

Passerelle Simone de Beauvoir (2006): Die 194 m lange und 12 m breite, zweigeschossige Brücke, die den Park von Bercy mit der Nationalbibliothek verbindet, ist die jüngste Pariser Brücke. Ihr Design stammt vom österreichischen Architekten Dietmar Feichtinger, der sie als kombinierte Bogen- und Hängebrücke entwarf – und damit als leichte, gegenläufig geschwungene Konstruktion ohne Strebepfeiler.


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