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Montparnasse

Blick vom Tour Montparnasse auf den Eiffelturm

Blick vom Tour Montparnasse auf den Eiffelturm (Foto: Pixabay)

In der Belle Époque war Montmartre das Künstlerviertel – in den Année Folles nach dem Ersten Weltkrieg trafen sich die Intellektuellen, Schriftstellen, Maler und Musiker in den Bars und Cafés von Montparnasse. Zentrum der Szene war das damalige Carrefour Vavin, das seit 1984 Place Pablo Picasso heißt. „Man brauchte abends nur ein paar Schritte im Umkreis des „La Coupole“ zu tun, um Leuten wie Cendrars, Aragon, Man Ray, Derain oder Fernand Léger zu begegnen“, schrieb die Zeitgenossin Claire Goll. Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre, Ernest Hemingway, Henry Miller und James Joyce verkehrten im Dôme, Coupole, Select oder Rotonde. Am Montparnasse lebten zeitweilig Matisse, Kandinsky, Chagall und Picasso, Lenin und Trotzki. Auf dem Markt von Vavin soll zudem Man Ray seine Muse entdeckt haben, die er in vielen seiner Schwarzweißfotografien verewigt hat: Kiki. Ein wenig lebt das Flair von einst noch immer in den Lokalen der Rue de Gaité und umliegender Gassen fort. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich die Künstlerszene nach Saint-Germain. Ihre letzte Ruhe fanden viele Künstler auf dem zweitgrößten Friedhof von Paris. Auf dem Cimetière de Montparnasse ruhen u. a. Charles Baudelaire, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Samuel Beckett, Eugène Ionesco und Serge Gainsbourg.

Grab von Serge Gainsbourg (Foto: Pixabay)

Markantes Wahrzeichen des Viertels ist die schwarz verglaste, 1969-72 errichtete Tour Montparnasse, die mit 209 Metern bis 2011 der höchste Büroturm Frankreichs gewesen ist. In nur 40 Sekunden saust der Lift hinauf zur Aussichtskanzel in der 56. Etage, zu der seit 2012 auch eine neu gestaltete Dachterrasse gehört – besonders nachts, wenn der Eiffelturm zur vollen Stunde eine Lichterschau inszeniert, der wohl schönste Aussichtspunkt der Stadt. Vom nahen Großbahnhof Gare de Montparnasse starten die Fernzüge zum Atlantik. Die Gleise verdeckt der Jardin de l'Atlantique mit steinernen Wellen und geschwungenen Rasenflächen.


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