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Reiseführer Paris

Montmartre

Paris: Montmartre

Auf dem höchsten der sieben „Butte“ (Hügel) von Paris thront weithin sichtbar eine Wallfahrtskirche, die ein wenig an 1001 Nacht erinnert: die Basilique de Sacré Coeur. Inspiriert vom Markusdom in Venedig und römisch-byzantinischer Architektur hat Architekt Paul Abadie ein Gebäude geschaffen, das seit 1919 die Menschen anlockt wie kaum eine zweite Sehenswürdigkeit von Paris – jährlich mehr als zehn Millionen Touristen pilgern hinauf zum Gotteshaus, bestaunen die goldenen Mosaiken im Innern – und den Blick auf Paris. Hinauf führen 237 Stufen – oder eine kleine, von Stahlseilen gezogene Bahn an der Place Saint-Pierre: der Funiculaire.

Paris: Montmartre

Zur Belle Époque begründeten Künstler wie Renoir, Matisse und Toulouse-Lautrec den Ruhm des 130 m hohen Hügels als Künstlerviertel. Das Atelier von Picasso – Le Bateau-Lavoir – an der Place Émile Goudeau ist heute ein Hotel. Leben und Werk des wohl berühmtesten Chronisten des Viertels präsentiert Louis Barbier in seiner Espace Toulouse-Lautrec  in der Rue André Antoine 11. Zu den aufregendsten Galerien für Gegenwartskunst gehört die Kadist Art Foundation (www.kadist.org) in der Rue de Trois Frères, die aktuelle Kunst aller Sparten ausstellt, darunter den Schweizer Olaf Breuning und die Leipzigerin Christiane Baumgartner.

An den Meister des Surrealismus, der zwischen beiden Weltkriegen in Paris arbeitete und dort seine Muse und Gefährtin Elena Dmitrievna Diakonova kennenlernte,  erinnert die Espace Dalí (www.daliparis.com) in der Nähe eines Platzes, der für seine Taschendiebe und die überteuerten Touristencafés genauso berühmt ist wie für seine Freiluftkünstler und fliegenden Portraitisten: die Place du Tertre. Doch verpassen sollte man diesen Platz nicht, er hat dennoch Charme und Ambiente bewahrt. Sämtliche Wertsachen sollten jedoch sicher verstaut sein! Je weiter man sich vom touristischen Trubel entfernt, desto stärker taucht man in „Die fabelhafte Welt der Amélie Poulain“ ein, mit der Audrey Tautou  2001 die Kinogänger begeisterte.  Gedreht wurde u. a. im Gemüseladen „Au Marché de la Butte“ an der Ecke Rue des Trois Frères/Rue Androuet, in der Épicerie „Maison Collignon"  in der Rue Ravignan und im Café des 2 Moulin in der Rue Lepic 15.  

Paris: Montmartre, Place du Tertre

Eng mit der Geschichte von Montmartre ist der Weinbau verbunden. 27 Rebsorten wachsen am Hang, vor allem Gamay und Pinot Noir, und längst ist der „Clos Montmartre“ ein Biowein: Beim Kampf gegen Mehltau und Pilze werden die 1800 Reben nur mit natürlichen Substanzen wie Kupfer und Schwefel behandelt.  800 Liter füllt die Stadt in ihrer Kellerei im 18. Arrondissement alljährlich ab, für die einen ein schmackhafter Tafelwein, für die anderen ungenießbarer Fusel. Doch die Ernte im Oktober wird gemeinsam groß gefeiert: Die Weinbruderschaft Compagnons de Montmartre defiliert in traditionellen Kostümen beim Umzug vor Politik und Prominenz,  kostenlose Open-Air-Konzerte, Gourmetmarkt und Feuerwerk machen die Fête des Vendanges zum Volksfest (http://fetedesvendangesdemontmartre.com). 


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