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Reiseführer Paris

Marais

Paris: Brasserie Zephyr im Marais

Die Brasserie Zephyr

Marais heißt Sumpf, und bis zum 13. Jahrhundert erstreckte er sich vor den Toren von Paris. Von Mönchen und Templer trocken gelegt, stieg das Terrain im 16. Jahrhundert durch seine Nähe zum Königspalast Louvre zur bevorzugten Wohngegend der Aristokratie auf. Typisch für die Bebauung wurden prachtvolle Hôtels Particulier, die der Adel als Stadtresidenz errichtete – Palais hießen im Ancien Régime nur Wohngebäude der königlichen Familie. Zur Straße hin besaßen die Hôtels stets hinter dem großen Eingangstor einen Ehrenhof, in dem die Kutschen vor dem Haupttrakt mit Seitenflügeln vorfahren konnten. Nicht einsehbar von der Straße war die rückwärtige Terrasse mit Garten.

Zu den schönsten Hôtels im Marais gehört das Hôtel de Carnavalet, das 1677 und 1696 die berühmteste Briefeschreiberin Frankreichs bewohnte, Madame de Sévigné. Heute birgt der Renaissancepalast das Musée de l'Histoire de Paris mit umfangreichen Sammlungen zur Stadtgeschichte (http://carnavalet.paris.fr, Di. – So. 10.00 – 18.00 Uhr). Das Pariser Verwaltungsgericht tritt hinter der elegant klassizistischen Fassade des Hôtel d’Aumont zusammen. Im Hôtel Amelot schrieb Beaumarchais sein Drama „Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro“, das Mozart als Oper vertont. Das Hôtel de Soubise birgt Teile des Nationalarchivs, das Hôtel Salé das weltgrößte Picassomuseum. Ältester Adelspalast des Viertels ist das Hôtel de Sens der Erzbischöfe von Sens (1475 – 1507).

Paris: Place des Vosges

Place des Vosges

36 hohe, schmale Stadtpalais säumen den schönsten Platz des Marais: die Place des Vosges. Sobald die Sonne scheint, füttern dort Familien die Tauben, toben Kindern an den Spielgeräten, relaxt jung und alt am Brunnen und auf den vielen Bänken. Das hektische Paris ist dann Welten entfernt. Als der Platz 1605-1612 anlässlich der anlässlich der Doppelhochzeit von Ludwig XIII. mit Anna von Österreich und der Schwester des Königs, Elisabeth, mit dem späteren König Philipp IV. von Spanien 1612 als Place Royale erbaut wurde, war er ein Novum: Als erster Platz Europas besaß das 140 x 140 m große Areal eine einheitliche Bebauung mit durchgehenden Arkaden im Erdgeschoss. Heute sind hier Kunstgalerien, Cafés und das Michelinsternelokal „L’Ambroise“ von Bernard Pacaud (www.ambroisie-paris.com/) zu finden. Der Platz selbst war – trotz des Verbotes – ein beliebter Platz für Duelle. Berühmt waren auch die Bewohner der Place des Vosges:  In Haus Nr. 1 wurde Madame de Sévigné geboren, in Haus Nr. 6 lebte Victor Hugo – ein kleines Museum erinnert heute daran.

Paris: Laubengang am Place des Vosges

Laubengang an der Place des Vosges

Neben dem Adel haben ab dem 13. Jahrhundert auch immer Juden im Marais trotz Vertreibung eine Heimat gefunden. Seit den 1990er Jahren ist das Marais als In-Viertel mit trendigen Boutiquen, Galerien und Lokalen auch das größte Gay-Village der Seinemetropole. 


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